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  • Alle aktuellen Lehrveranstaltungen des Instituts für Geschichtswissenschaften in alphabetischer Ordnung

Aktuelle Lehrveranstaltungen

"Balkanisierung": Die Entstehung der Staatenwelt Südosteuropas im 19. Jahrhundert

Walter Daugsch

"Nationales (Wieder-)Erwachen", "risorgimento" [italienisch wtl.: "Wiedergeburt"], (nationale) "Befreiung", "nation building": Die genannten ideologisierten Begriffe bezeichnen das Spannungsfeld, in dem sich Griechenland, Serbien, Rumänien, Bulgarien und Montenegro seit ca. 1800 herausbildeten. Das soll in der Übung ebenso thematisiert werden, wie der damit verbundene Zerfall der überregionalen Großmächte Österreich-Ungarn ("Völkergefängnis") und Montenegro seit ca. 1800 herausbildeten. Das soll in der Übung ebenso thematisiert werden wie der damit verbundene Zerfall der überregionalen Großmächte Österreich-Ungarn ("Völkergefängnis") und Osmanisches Reich ("türkisches Joch").

  • Dienstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.01.85 (Z121)

"Das Buch zur Ehre des Kaisers oder von den sizilianischen Dingen". Quellen und Grundlagen zur Stauferherrschaft in Sizilien

Univ.-Prof. Dr. Eva Schlotheuber

Die Herrschaft der Staufer im Königreich Sizilien hat die Mittelmeerinsel nachhaltig geprägt. Im Seminar sollen die zentralen Quellen zur Geschichte der Staufer im Königreich Sizilien gelesen und diskutiert weren, insbesondere die Bilderchronik des Petrus de Ebulo (Burgerbibliothek Bern, Codes 120 II), eine für das Mittelalter sehr seltene Zeitgeschichte als Bildfolge gefasst. Daneben werden die Gründung der Universität Neapel durch Kaiser Friedrich II. 1224 und die erste schriftliche Verfassung für Sizilien diskutiert.

Thematisch angeschlossen an das Seminar ist eine Exkursion mit den Althistorikern (Prof. Bruno Bleckmann) nach Sizilien im März 2020 (Ankündigung siehe homepage).

 

 

 

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 15.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.36

Amerika-Auswanderung im 19. Jahrhundert aus dem Rheinland

Jürgen Brautmeier

Das Praxisseminar soll einen Überblick über den Forschungsstand zum Thema, die Quellenlage und die Methoden zu ihrer Erschließung liefern. Praktisch soll es darum gehen, an Hand von Quellen, die auf einzelne Personen, Gruppen oder Orte bezogenen sind, einen Gesamtzusammenhang zur historischen Migrationsforschung herzustellen und dabei sowohl die Arbeit in Archiven wie auch die dazu erforderlichen Voraussetzungen kennen zu lernen, von der Recherche in Findbüchern und Datenbanken bis zur Entzifferung der im 19. Jahrhundert gebräuchlichen deutschen Kurrentschrift.

Das Praxisseminar soll nach einer Einführungsveranstaltung in drei eintägigen Blöcken stattfinden. In den Sitzungen sollen die Studierenden über den Fortschritt ihrer jeweiligen Recherchen berichten und methodische und inhaltliche Fragestellungen diskutieren.

  • Freitag, 12:30 - 14:00 (Einzeltermin, 18.10.2019 - 18.10.2019) - 2513.U1.30 (Z 18)
  • Freitag, 12:30 - 18:00 (Einzeltermin, 22.11.2019 - 22.11.2019) - 2522.U1.74 (Z 18)
  • Freitag, 12:30 - 18:00 (Einzeltermin, 13.12.2019 - 13.12.2019) - 2513.U1.30 (Z 18)
  • Freitag, 12:30 - 18:00 (Einzeltermin, 17.01.2020 - 17.01.2020) - 2513.U1.30 (Z 18)

Antisemitismus in GB

Univ.-Prof. Dr. Christoph Nonn

  • Samstag, 17:00 - 19:00 (Einzeltermin, 02.11.2019 - 02.11.2019) - 2301.HS 3C (Z 126)

Asienreisen des 13. Jahrhunderts

Andreas Kistner

Im 13. Jahrhundert erweiterte sich die Welt beträchtlich: Schon seit der Eroberung Jerusalems 1099 kam man dem sagenhaften Asien deutlich näher. Als dann noch verschiedene Faktoren eintraten, wurde die Welt bedeutend kleiner. Das Entstehen der Bettelorden ließ ein intellektuell gut geschultes, überaus mobiles Personal verfügbar werden, das sich als Diplomaten in die Welt senden ließ. Die wirtschaftliche Expansion des „goldenen” 13. Jahrhunderts ließ die Meere deutlich kleiner werden. Als dann die Kreuzfahrerstaaten militärisch abgewickelt wurden, wurde es immer attraktiver, sich selbst auf den Weg zu den lukrativen Gewürz- und Seidenquellen zu machen. Die mongolische Großreichbildung erlaubte ein vergleichsweise sicheres Reisen in bislang nicht aus eigener Anschauung bekannten Gefilden. Damit einher gingen apokalyptische Befürchtungen wie auch Hoffnungen nicht nur auf pekuniären Gewinn, sondern auch auf die endgültige Beseitigung muslimischer Herrschaften an der Levante. Beständig, und mehr noch als im Kontakt mit muslimischen Herrschaften, stellte die Erfahrung des die intellektuellen Kapazitäten der Europäer vor Herausforderungen.

Das wird das Fallbeispiel sein, anhand dessen übliche Arbeitsmittel und –methoden der Mittelalterlichen Geschichte eingeübt werden. Die Propädeutik wird dabei ganz eindeutig im Vordergrund stehen. Infolge des europäischen Fokus der Veranstaltung – und infolge der geringen deutschen Beteiligung an Handels- und Missionsreisen werden Literatur und Quellen nicht ausschließlich Deutsch oder Englisch (in Übersetzung) vorliegen können.

 

 

  • Dienstag, 08:30 - 10:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2302.U1.24 (Z 28)
  • Dienstag, 08:30 - 10:00 (Einzeltermin, 12.11.2019 - 12.11.2019) - 2541.00.65

Aufbaukurs Französisch für Historiker/innen

Jutta Mohr-Leinen

Der Sprachkurs richtet sich an Studierende des Fachs Geschichte, die das Verständnis französischer Texte mit geschichtswissenschaftlicher Thematik trainieren möchten.

Im Gegensatz zum „Grundkurs Französisch für Historikerinnen und Historiker" steht daher eine intensivere Arbeit am Text (Quellen, Sekundärliteratur, Presseartikel) im Vordergrund: Ausgehend von Textauszügen, deren thematische Ausrichtung in Absprache mit den Kursteilnehmern erfolgen kann, werden die dort erfassbaren Bereiche Grammatik, Fachvokabular und kulturwissenschaftlicher Hintergrund erarbeitet.

Da keine Abschlussklausur vorgesehen ist, wird der BN aufgrund regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit (Übersetzung der
Textabschnitte) vergeben.

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.05.61 (Z20)
  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (Einzeltermin, 08.10.2019 - 08.10.2019) - 2303.01.61 (Z 36)

Basisseminar Frühmittelalter

Dr. Lars Hageneier

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 16.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.82

Basisseminar Frühmittelalter

Dr. Lars Hageneier

  • Dienstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 15.10.2019 - 31.01.2020) - 2303.01.63 (Z 26)

Basisseminar Spätmittelalter I

Philipp Stenzig

  • Dienstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 15.10.2019 - 31.01.2020) - 2801.00.02

Basisseminar Spätmittelalter II

Philipp Stenzig

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 16.10.2019 - 31.01.2020) - 2332.U1.21

Besprechung Tku

Guido Thiemeyer

  • Dienstag, 14:30 - 18:00 (Einzeltermin, 22.10.2019 - 22.10.2019) - 2303.01.70 (Z 16)

Betratung TKU

Dr. Ingrid-Charlotte Wolter

  • Montag, 14:30 - 18:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.87
  • Dienstag, 14:30 - 18:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.87
  • Mittwoch, 14:30 - 18:00 (wöchentlich, 09.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.87
  • Donnerstag, 14:30 - 18:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.87

Bewegende Worte? Der Offene Brief als politisches Instrument 1520-2020

Sebastian René Hansen

Sind Offene Briefe noch zeitgemäß? Im Frühjahr 2019 erregte der Youtuber Rezo mit seinem Video „Die Zerstörung der CDU“ große Aufmerksamkeit. Das Video scheint der etablierten Form des Offenen Briefs deutlich überlegen. Dennoch setzte die CDU auf das gedruckte Wort. Sie veröffentlichte eine „Offene Antwort“ – also bezeichnenderweise keinen Offenen Brief! – und erntete für diese Kommunikationsform Unverständnis, aber auch Zustimmung.

Wenn man allgemein die Tageszeitungen und das Internet verfolgt, scheint der Offene Briefe noch nicht überlebt. Er wird nach wie vor regelmäßig als politisches Instrument verwendet. Doch warum greift man bei öffentlichen Wortmeldungen überhaupt auf diese Form zurück? Das Seminar möchte an diese Frage anknüpfen und sich einer Auswahl von Offenen Briefen widmen, die in den vergangenen 500 Jahren erschienen sind und politische Wirkung entfalteten. Dabei sollen einerseits die Briefe selbst und andererseits der jeweilige politische, gesellschaftliche und mediale Kontext betrachtet werden. Beides gehört untrennbar zusammen.

Für die Betrachtung sind folglich einige Fragen zentral, die beantwortet werden sollen: Wer schreibt überhaupt einen Offenen Brief? An wen richtet er sich? Welche politischen Absichten hat das Schreiben? Warum und wie wird diese Wortmeldung veröffentlicht? Welche Reaktionen und Folgen ruft der Offene Briefe hervor? Indem das Seminar entsprechende Briefe von der Reformationszeit bis in unsere Gegenwart verfolgt, sollen die historischen Entwicklungen hierbei herausgearbeitet werden.

 

  • Donnerstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2303.01.24 (Z20)

Das "Dritte Reich" - Aufbauseminar mit Schreibwerkstatt

Frederike Krenz

Die Geschichte des Dritten Reiches gehört zu den am besten erforschten und dokumentierten Abschnitten der neueren deutschen Geschichte. Die Studierenden werden sich im Seminar mit der Geschichte vom Aufstieg und Fall des Dritten Reiches befassen.
Neben der Teilnahme an der gleichlautenden Übung (Schreibwerktstatt) sind für den Erwerb des Leistungsnachweises eine mündliche Präsentation sowie die Erstellung einer Hausarbeit erforderlich.

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2303.01.22 (Z81)
  • Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.82

Das Königreich Jerusalem (1099-1187)

Marieke Neuburg

Das lateinische Königreich Jerusalem entstand 1099 im Anschluss an den ersten Kreuzzug. Keine 90 Jahre später, 1187, waren nach der Schlacht von Hattin, bei der das Heer der Kreuzfahrerstaaten Saladin unterlag, große Gebiete des Königreichs wieder verloren. Zu seiner vormaligen Größe sollte es - trotz energischer Rückeroberungsversuche - nie wieder zurückfinden.

Die Übung richtet ihr Hauptaugenmerk auf die Zeit zwischen der Eroberung Jerusalems 1099 und der Niederlage des christlichen Heeres bei Hattin 1187. Dabei wird es vor allem darum gehen, sich mit den zeitgenössischen Quellen, aber auch mit der Forschungsliteratur auseinanderzusetzen und die verschiedenen Kreuzzugsbewegungen wie auch die Situation der Christen in den Kreuzfahrerstaaten zu untersuchen. Besonders betrachtet werden dabei die Politikgeschichte und die Motive der unterschiedlichen Interessengruppen innerhalb des Königreichs Jerusalem.

Voraussetzung für einen Beteiligungsnachweis ist die Übernahme eines Kurzreferats.

 

 

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 14.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.01.81 (Z20)

Das mittelalterliche Reisekönigtum

Dr. Lars Hageneier

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 14.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.36

Der Erste Weltkrieg

Dr. Susanne Brandt

Die Übung soll einen kompakten Überblick über den Ersten Weltkrieg bieten. Ursachen, Ereignisse und Folgen werden ebenso behandelt wie die Erinnerung 100 Jahre später.  

  • Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2303.01.61 (Z 36)

Der Hof Johanns des Blinden (1296-1346), Graf von Luxemburg und König von Böhmen, und dessen personelles Gefüge

Anne-Katrin Kunde

Im Jahr 1310 konnte der Johann von Luxemburg, dessen Vater seit 1308 König und seit 1312 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war, durch Heirat die Würde des Königs von Böhmen erlangen. Noch vor dem Tod des Vaters im Jahr 1313 amtierte er auch als Graf von Luxemburg. Somit hatte er zwei nicht nur räumlich weit auseinander liegende und gesellschaftlich verschieden gestaltete Territorien zu beherrschen, sondern seinem Anspruch als Königs- und Kaisersohn gemäß auch zahlreiche weitere Schauplätze europäischer Politik im 14. Jahrhundert zu bedienen. Aufgrund intensiven Quellenstudiums und Auswertung der Forschungsliteratur zum Thema des sogenannten Jahrhunderts der Luxemburger wird im Seminar untersucht werden, welcher politischen Entscheidungsfindungsprozesse es zu einer derartigen Herrschaftsführung bedurfte und welche Amtsträger oder entscheidende Einzelpersonen am Hof die Politikgestaltung des späterhin mit dem Beinamen „der Blinde“ belegten Fürsten spielten.

 

 

  • Dienstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2332.U1.21

Die Kölner Edelweißpiraten

Christoph Pauli

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2332.U1.21

Die Russlanddeutschen gestern und heute

Univ.-Prof. Dr. Beate Fieseler

Vor rund 250 Jahren gelangten die ersten Deutschen, angesprochen durch das „Einladungsmanifest“ Katharinas der Großen, als Siedler an die Wolga. Die Einwanderungspolitik wurde auch durch spätere Zaren fortgesetzt. So entstanden im Wolgagebiet sowie im Schwarzmeerraum, aber auch in anderen Gebieten des Russischen Reiches deutsche Kolonien. Ihre Bewohner bezeichnete man als Russlanddeutsche. Auf Grund der von den russischen Bauern abgesonderten Ansiedlung entwickelten sie sich zu einer eigenständigen Volksgruppe, die an ihrer Muttersprache, ihren Gebräuchen und dem protestantischen bzw. katholischen Glauben festhielt, aber dennoch zu den am besten integrierten und loyalsten Ethnien gehörte.

Staatliche Repressionen trafen sie dann in der Stalinzeit seit den 1930er Jahren, vor allem aber während des „Großen Vaterländischen Krieges“, als die Wolgarepublik aufgelöst und ihre Bewohner kollektiv unter dem Pauschalvorwurf der Kollaboration mit den Deutschen nach Kasachstan bzw. Sibirien verbannt und zum Dienst in der „Arbeitsarmee“ verpflichtet wurden. Erst im Zuge der Entstalinisierung unter Chruschtschow wurden sie entlastet, durften aber nicht an ihre ursprünglichen Siedlungsorte zurückkehren. Erst im Zuge der Perestrojka wurde das Unrecht der Stalin-Ära als solches anerkannt; zur Wiederherstellung der Wolga-Republik kam es gleichwohl nicht. Auch wurde die Geschichte der Russlanddeutschen bis heute nicht zum Bestandteil der russischen Erinnerungskultur.

Nach dem Ende der Sowjetunion begann die Massenauswanderung der Russlanddeutschen in die Bundesrepublik, die heute einschl. ihrer Nachkommen rund 2,5 Mio. Bundesbürger und damit mehr als 3 % der Bevölkerung stellen.

Die Veranstaltung wird sich mit der Geschichte der Russlanddeutschen von den Anfängen der Auswanderung bis zum Ende der Sowjetunion befassen, aber auch mit der Zeit nach der Rückkehr in ein unbekanntes Deutschland, in dem sie nun als „die Russen“ wahrgenommen werden. Welche Folgen das für ihre Identitätsbildung und die Entwicklung einer europäischen Erinnerungskultur hat, sind ebenfalls Fragen, die die Veranstaltung behandeln möchte.

Geplant ist auch ein Besuch des Detmolder Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte als Tagesexkursion.    

Voraussetzungen für den Nachweis der aktiven Teilnahme bzw. die Anfertigung einer Hausarbeit sind der regelmäßige Besuch der Veranstaltung, die Vorbereitung (Semesterapparat) auf die einzelnen Sitzungen, die Beteiligung an den Diskussionen sowie die Übernahme eines Kurzreferats.  

 

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 09.10.2019 - 31.01.2020) - 2331.00.61

Die SS: Wirtschaftskonzern, Völkische Bewegung, Mordeinrichtung.

Julien Wilhelm Reitzenstein

 

 

Die SS ist im kollektiven Gedächtnis jene Einrichtung, die den grausamsten Genozid der Menschheitsgeschichte exekutiert hat: Die Shoa. Dieses Verbrechen überdeckt viele andere Verbrechen, aber auch viele andere Bereiche dieser ausufernden Einrichtung.

Die SS betrieb einen der größten und verzweigtesten Wirtschaftskonzerne der deutschen Geschichte: Von Steinbrüchen und Ziegeleien über Fruchtsaftproduktion, Schwertschmiede, Porzellanmanufaktur, Verlage, Pharmaentwicklung- und herstellung, Rüstungsproduktion, etc. etc. In der Regel wurden die zahllosen Häftlinge ausgebeutet, die die SS in ihrem weitverzweigten Lagersystem gefangen hielt. Hinzu kam die Vermietung der Häftlinge an Industriebetriebe.

Doch die SS unterhielt auch ein weitverzweigtes System zur Verbreitung nationalsozialistischer Ideologie. Dazu zählten Schulen, wie die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten und die SS-Junkerschulen, aber auch Zeitungen, Bücher und „wissenschaftliche” Aktivitäten als Beleg für die SS-Ideologie. Dabei spielten die SS-Wissenschaftseinrichtung Ahnenerbe und der Ahnenerbe-Stiftungs Verlag eine besondere Rolle.

Neben Heer, Marine und Luftwaffe entstand mit der Waffen-SS eine weiterer militärischer Verband, dessen Ideologisierungsgrad als hoch und dessen militärische Fähigkeiten als niedrig gelten. Die SS unterhielt betrieb unzählige Besserungs-, Durchgangs- und Arbeitslager, zudem die berüchtigten Vernichtungslager. Diese mörderischen Einrichtungen, subsummiert unter dem Begriff Konzentrationslager, bildeten ein eigenes, mörderisches Universum.

Die SS hatte viele weitere Zuständigkeiten und Aktivitäten. So betrieb sie die Einwanderungszentrale, bei der sich Ausländer um deutsche Staatsbürgerschaft bemühen konnten. Die Volksdeutsche Mittelstelle siedelte rund eine Million sogenannter Volksdeutscher in das Deutsche Reich um. Der Lebensborn stellte SS-Entbindungsheime bereit. Zudem unterhielt die SS eine eigene Gerichtsbarkeit, mit Kripo und Gestapo Polizeibehörden und mit dem SD Inland und SD Ausland eigene Spionageeinrichtungen.

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die verschiedenen Bereiche, in denen die SS aktiv war. Einzelne Bereiche und einzelne Verbrechen werden exemplarisch vorgestellt.

 

  • Freitag, 12:30 - 16:00 (Einzeltermin, 11.10.2019 - 11.10.2019) - 2421.U1.24 (Z109)
  • Freitag, 12:30 - 16:00 (Einzeltermin, 08.11.2019 - 08.11.2019) - 2421.U1.24 (Z109)
  • Freitag, 12:30 - 16:00 (Einzeltermin, 22.11.2019 - 22.11.2019) - 2421.U1.24 (Z109)
  • Freitag, 12:30 - 16:00 (Einzeltermin, 20.12.2019 - 20.12.2019) - 2421.U1.24 (Z109)
  • Freitag, 12:30 - 16:00 (Einzeltermin, 06.12.2019 - 06.12.2019) - 2421.U1.24 (Z109)
  • Freitag, 12:30 - 16:00 (Einzeltermin, 17.01.2020 - 17.01.2020) - 2421.U1.24 (Z109)
  • Freitag, 12:30 - 16:00 (Einzeltermin, 31.01.2020 - 31.01.2020) - 2421.U1.24 (Z109)

Die russische Revolution von 1905

Univ.-Prof. Dr. Beate Fieseler

Mit dem russisch-japanischen Krieg als Katalysator, löste der Petersburger «Blutsonntag» von Januar 1905, bei dem Zehntausende friedliche Demonstranten, die dem Zaren eine Petition überreichen wollten, von Offizieren beschossen wurden, eine Welle von Streiks, Demonstrationen, Bauernunruhen und Meutereien aus, die im Herbst in einen Generalstreik mündete. Erst unter dem Druck dieser Ereignisse gewährte Nikolaus II. mit dem «Oktobermanifest» einige Freiheiten und die Einführung eines Parlamentes (Duma), dessen Kompetenzen aber bereits vor dem ersten Zusammentreten stark beschnitten wurden.

Auch wenn die erste russische Revolution insgesamt als gescheitert angesehen werden muss, war sie ein kritischer Wendepunkt in der Geschichte des Landes – eröffnete sie doch für dessen weitere Entwicklung verschiedene mögliche Wege. Wie sehr sich die Autokratie durch die revolutionären Ereignisse in ihrem Gehalt veränderte, wird bis heute kontrovers diskutiert.

Die Veranstaltung wird die revolutionäre Bewegung der Arbeiter, Bauern und Studenten, der Frauen, der Intelligenz, der Soldaten und Matrosen und deren spezifische Forderungen untersuchen, sich aber auch mit den Entwicklungsperspektiven des Russischen Reiches nach 1905 und deren Einschätzung durch Zeitgenossen wie Max Weber sowie der Historiographie befassen.

 

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.25

Eine kleine Geschichte des Humors

Christoph Martin Frederik Heinrich

Wo genau die Grenzen von Humor, Ironie und Satire verlaufen, ist eine Frage die nicht nur heutzutage immer wieder zahllose Diskussionen auslöst. Bereits im Antiken Griechenland war der Sinn und Unsinn des Lachens fester Bestandteil der öffentlichen Kultur und die Betrachtung dieses Zustandes Grundstein vieler literarischer, aber auch kriegerischer, Auseinandersetzungen. Im Verlauf der europäischen Geschichte variierten die Grenzen des Erlaubten immer wieder stark und auch die humoristischen Inhalte veränderten sich stetig. Dieses Seminar untersucht anhand verschiedener historischen Quellen die Möglichkeiten und Machbarkeiten humoristischer Aktionen, sei es als politische Kritik, gesellschaftliche Momentaufnahme oder lediglich als Unterhaltungsform. Schließlich steht noch die Frage aus, ob Humor nicht da beginnt, wo der Spaß letztendlich aufhört.

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.24 (Z109)

Einführung in die Alte Geschichte

Univ.-Prof. Dr. Bruno Bleckmann

Die Einführungsvorlesung verschafft Studienanfängern eine erste Übersicht über Raum und Zeit der Antike und stellt Gegenstände, Fragestellungen und Methoden der Alten Geschichte vor. Materialien werden während der Vorlesung zur Verfügung gestellt.

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 14.10.2019 - 27.01.2020) - 2301.HS 3A (Z 633)

Erstsemesterbegrüßung

Univ.-Prof. Dr. Bruno Bleckmann

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (Einzeltermin, 09.10.2019 - 09.10.2019) - 2301.HS 3D (Z 425)

Esag

Dr. Ingrid-Charlotte Wolter

  • Mittwoch, 08:30 - 16:00 (Einzeltermin, 02.10.2019 - 02.10.2019) - 2303.01.41 (Z 34)
  • Mittwoch, 08:30 - 16:00 (Einzeltermin, 02.10.2019 - 02.10.2019) - 2303.01.61 (Z 36)

Europa im Mittelalter

Univ.-Prof. Dr. Eva Schlotheuber

In den Tausend Jahren, die das Mittelalter umfasst (500–1500), hat sich Europa in politischer, ökonomischer, kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht maßgeblich geformt, doch erfährt man im Geschichtsunterricht in der Regel nur sehr wenig über die Epoche des Mittelalters. Die Vorlesung bietet einen Überblick über die politische Geschichte, die zentralen Entwicklungen des mittelalterlichen König- und Kaisertums und der Päpste in Rom, die Entfaltung der ständisch geprägten mittelalterlichen Gesellschaft und der neuen urbanen Zentren, der Städte. Daneben kommen aber auch sozialgeschichtliche und kulturgeschichtliche Ansätze und aktuelle methodische Fragen des Geschichtsstudiums zur Sprache.

 

 

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 16.10.2019 - 29.01.2020) - 2301.HS 3D (Z 425)

Europa und die Deutsche Frage 1800-heute

Guido Thiemeyer

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 09.10.2019 - 29.01.2020) - 2201.HS 2A (Z 336)

Fake News: Medien des "jüdischen Ritualmordes"

Dr. Ute Caumanns

Der Vorwurf, wonach Juden christliche Kinder entführen, um deren Blut rituell zu nutzen, gehört zu den historischen Phänomenen von langer Dauer. Seit seinem ersten Aufkommen im 12. Jahrhundert in England breitete er sich rasch im zentral- und südeuropäischen Raum, in der Frühen Neuzeit dann auch in der Polnisch-Litauischen Adelsrepublik und im 19. Jh. im orthodoxen und islamischen Raum aus. Dass dieses gegen Juden gerichtete Deutungsmuster noch im 20. und 21. Jh. virulent ist, zeigt die Rezeption im Nationalsozialismus sowie jüngere Instrumentalisierungen durch Neonazis und andere Rechtsextremisten. Dabei werden im Sinne eines pseudoreligiösen Kultes nicht allein die Grabstätten der „Märtyrer“ aufgesucht. Wie der jüngste Überfall auf eine Synagoge in San Diego zeigt, dient der „jüdische Ritualmord“ (hier an Simon von Trient) auch zur Begründung von Gewalt.

Das Projektseminar wird sich dem Thema unter dem Aspekt der Medialisierung widmen, ausgehend von der Leitfrage: Wie werden Fake News um angebliche jüdische Ritualmorde heute vermittelt und wie geschah dies in historischer Perspektive? Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Narrativs und welche verbalen (mündlichen und textlichen) bzw. visuellen Repräsentationen hat dieses vom Mittelalter bis heute erfahren?

Ziel des Seminars ist es, in Arbeitsgruppen einzelne „Ritualmord“-fälle im Hinblick auf ihre multimediale Aufarbeitung zu untersuchen und dabei ganz unterschiedliche Medien in den Blick zu nehmen: von der mittelalterlichen Chronik zu 8chan, vom Jesuitentheater zur zeitgenössischen populistischen Rede, von polychromen Holztafeln zur Filmsequenz im Internet. Die Ergebnisse sollen in einer Webausstellung präsentiert werden.

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.82

Filme der Zwanziger Jahre - Ein Vergleich zwischen der Sowjetunion und der Weimarer Republik

Nina Reuter

Im Mittelpunkt der Blockveranstaltung steht das in den Zwanziger Jahren noch ausgesprochen junge Medium Film. Den Fokus bildet dabei - in vergleichender Perspektive - die Betrachtung des Kinos in der Weimarer Republik sowie in der frühen Sowjetunion. Gemeinsam werden wir uns verschiedene Filme bzw. Filmausschnitte anschauen und diskutieren. Darüber hinaus sollen u.a. auch die Entwicklung des Films zum Massenmedium, die Nutzung dieses neuen Mediums für politische Zwecke und die Filmschaffenden in den Blick genommen werden.

Voraussetzung für den Nachweis der aktiven Teilnahme ist der Besuch der Veranstaltung an allen Blocktagen, die Beteiligung an den Diskussionen sowie die Übernahme eines Kurzreferates.

Bitte beachten Sie, dass in dieser Übung KEINE PRÜFUNG abgelegt werden kann.

  • 10:30 - 16:30 (Blockveranstaltung, 10.02.2020 - 13.02.2020) - 2332.U1.21

Forum Neuzeit

Dr. Susanne Brandt, Univ.-Prof. Dr. Christoph Nonn, Univ.-Prof. Dr. Achim Paul Landwehr, Univ.-Prof. Dr. Beate Fieseler, Guido Thiemeyer

Zum Themenbereich "Geschichtswissenschaft und Berufliche Praxis" berichten die folgenden Referent*innen über ihren beruflichen Werdegang und Schwerpunkte ihrer Tätigkeiten:

- 8. Oktober 2019: Peter Henkel (Planungsgruppe "Geschichte, Politik und Demokratie NRWs"

- 22. Oktober 2019: Eda Akcan-Grah (Mitglied des Bundesvorstands der AG Migration und Vielfalt, SPD Düsseldorf)

- 5. November 2019: Konstanze Zechendorf (Bildungsreferentin, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge)

- 19. November 2019: Sandra Franz (Leiterin der NS-Dokumentationsstätte Villa Merländer, Krefeld)

- 3. Dezember 2019: Robert Kieselbach (Neumann und Kamp, Historische Projekte, Düsseldorf)

- 17. Dezember 2019: Marinko Betker (Archivar Stadtarchiv Duisburg)

- 14. Januar 2020: Astrid Hirsch (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf)

- 21. Januar 2020: Wera Engelhardt (Redakteurin, Deutsche Presse Agentur, Stuttgart)

- 28. Januar 2020: Ralf Raths (Direktor Deutsches Panzer-Museum Munster)

 

Zu den Vorträgen wird herzlich eingeladen.

  • Dienstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2201.HS 2C (Z 101)

Fotografien und Fotografieren in historischer Perspektive

Dr. Ute Caumanns

  • Montag, 12:30 - 13:30 (Einzeltermin, 13.01.2020 - 13.01.2020) - 2332.00.52
  • 08:30 - 18:00 (Blockveranstaltung, 03.02.2020 - 05.02.2020) - 2331.U1.66 (Z 46)

Geschichte der Frühen Neuzeit

Univ.-Prof. Dr. Achim Paul Landwehr

  • Montag, 17:00 - 18:30 (Einzeltermin, 21.10.2019 - 21.10.2019) - 2421.04.61 (Z20)
  • Freitag, 09:30 - 16:00 (Einzeltermin, 13.12.2019 - 13.12.2019)
  • Freitag, 09:30 - 16:00 (Einzeltermin, 24.01.2020 - 24.01.2020)

Geschichte der Niederlande im Mittelalter - FÄLLT AUS!

Prof. Dr. Heinz Finger

 

Die Niederlande, bestehend aus Niederland („Holland”) und Belgien, sind erst in der Neuzeit durch klare Grenzlinien gekennzeichnet. Im Mittelalter bildete der gesamte Raum einschließlich des Niederrheins und französischer Gebiete nördlich der Somme trotz vielfältiger Untergliederung eine eher einheitliche Region, der mehrmals in der gesamteuropäischen Entwicklung die Funktion eine „Schlüsselregion” zukam.

Die Vorlesung soll drei Themenschwerpunkte haben. Zunächst soll der südliche Teil der Niederlande bis zum Ende der Karolingerzeit im Vordergrund stehen. Damals gehörten die südlichen Niederlande zum Kernraum des Frankenreiches. Den zweiten Themenschwerpunkt stellt die sukzessive Ausbildung von Flandern, Brabant und Holland als frühe Territorialstaaten dar. Vor allem aber wird der Einfluss der westniederländischen Territorien auf die kleineren Herrschaftsbereiche des Niederrheingebietes dargestellt. Der dritte Teil ist der burgundischen Großenstaatsbildung im Spätmittelalter gewidmet; insbesondere auch der Ausbildung eines Systems burgundischer „Satellitenstaaten” im Rheinland und in Westfalen.

 

 

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 09.10.2019 - 31.01.2020) - 2521.HS 5F (Z 218)

Geschichte der Stadt Düsseldorf im Mittelalter

Marie Isabelle Schwarzburger

In dieser Übung soll die spannende, wenn auch kurze Geschichte der Stadt Düsseldorf im Mittelalter behandelt werden. In Einzelstunden werden anhand von ausgewählten Quellen unter anderem die Schlacht von Worringen (1288) als Ausgangspunkt für die Verleihung der Stadtrechte, die Stadtgründung, Düsseldorf als Wallfahrtsort und die Bewohner der Stadt genauer untersucht. An einem Blocktag geht es dann in die Stadt, um einige mittelalterliche Gebäude und Ausstellungen zu besichtigen. Ein Termin für diesen Tag wird in einer der ersten Stunden gemeinsam besprochen.

 

 

 

 

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.25

Geschichte der Weltbevölkerung - The History of World Population 17.11

Prof.Dr. Jörg-Peter Vögele

Um 1800 lebten ca. 1 Milliarde Menschen auf der Erde, bis heute ist diese Zahl auf über 7 Milliarden gestiegen und wird sich nach zahlreichen Prognosen im Verlauf des 21. Jahrhunderts auf 10 Milliarden oder mehr erhöhen. Dieses rasche Wachstum der Weltbevölkerung schürt weitreichende Ängste und gilt mittlerweile als eine der großen Herausforderungen der Zukunft. Diese Bedenken sind allerdings keineswegs neu. Bereits um 1800 warnte der Engländer Thomas Malthus vor “Überbevölkerung” und ihren Folgen. Seine Prognosen erfüllten sich allerdings nicht, zumindest nicht für Europa und Nordamerika. Besonders in Europa wird eine „Überalterung“ mit anschließendem Bevölkerungsrückgang diskutiert. Dagegen verläuft das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern nahezu ungebremst. Das Seminar beschäftigt sich deshalb sowohl mit dem Wandel der Bevölkerungstheorie als auch mit den Ursachen der Bevölkerungsbewegungen während der letzten 200 Jahre. Im Spannungsfeld der unterschiedlichen Entwicklungen in den Industrienationen und den sog. “less developed countries” sollen dabei Veränderungen von Geburtlichkeit und Sterblichkeit, im Heiratsverhalten sowie die Folgen von Wanderungsbewegungen analysiert und wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Zusammenhänge herausgearbeitet werden.

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2332.U1.21

Geschichtsbeiträge für das Radio

Michael Kuhlmann

Der legendäre NDR-Intendant Ernst Schnabel nannte es das „Kino zwischen den Ohren", andere haben immer wieder vom „sinnlichen Medium" gesprochen: Sie meinten das Radio - mit seiner Möglichkeit, die Phantasie des Hörers anzuregen, vor dem geistigen Auge eindrucksvollere Bilder entstehen zu lassen, als sie Fernsehen und Kino je erzeugen könnten.

Und so kann das Radio mit seinen unterschiedlichen Beitragsformen und Stilmitteln sehr gut historische Fragestellungen aufbereiten. Die Skala möglicher Macharten reicht vom konventionellen „gebauten Beitrag" über Experteninterview und Essay, Streitgespräch und Originalton-Collage bis hin zum anspruchsvollen Hörbild - dem „Feature", das seine Hörer im Idealfall mitnimmt auf eine Zeitreise in vergangene Epochen.

In dieser Übung soll eine zentrale Möglichkeit, Geschichtsthemen ins Radio zu bringen - der gebaute Beitrag nämlich -, praktisch umgesetzt werden; im Interesse eines Einblicks ins Berufsfeld Radio. Das fürs Herstellen von Geschichtsbeiträgen erforderliche Handwerkszeug lässt sich auf die Erstellung von Beiträgen anderen Inhalts übertragen.

Also: Wie finde und definiere ich mein Thema? Wie bereite ich es inhaltlich vor? Wie kann ich historische Originaltöne einsetzen? Welche Zeitzeugen kann ich (noch) befragen, welche Wissenschaftler - und wie befrage ich sie? Wie funktioniert die Ton- und Studiotechnik? Wie gestalte ich einen Beitrag, eine Moderation? Und nicht zuletzt - in Abgrenzung zur Akademikersprache: Wie schreibe ich fürs Hören?

Praktisch geht es in der Übung u.a. darum, selbst einen historischen Beitrag herzustellen. Dabei soll ein Stück weit die "freie Wildbahn" des Berufes simuliert werden - in die wir u.a. in Form einer kleinen Exkursion auch einen Blick werfen.

  • Freitag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 11.10.2019 - 31.01.2020) - 2302.U1.22 (Z 24)

Geschichtsschreibung im Mittelalter

Dr. Lars Hageneier

Die Geschichtsschreibung des Mittelalters gehört zu den wichtigsten Phänomenen bei der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Mittelalter. Wie und zu welchem Zweck wurden historische Ereignisse erinnert? Welcher Medien bediente man sich dabei, welches Geschichtsbewusstsein leitete die Autoren und was ist beim quellenkritischen Umgang mit den historiographischen Erzeugnissen aus heutiger Sicht zu bedenken?

Der Kurs führt in die gattungsmäßige Klassifizierung mittelalterlicher Geschichtsschreibung ein und behandelt herausragende Geschichtswerke der Epoche vertiefend. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt dabei auf dem Früh- und Hochmittelalter. Neben reger Mitarbeit ist die Übernahme eines Kurzreferates erforderlich.

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 17.10.2019 - 14.11.2019) - 2301.HS 3C (Z 126)
  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 28.11.2019 - 31.01.2020) - 2301.HS 3C (Z 126)
  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (Einzeltermin, 21.11.2019 - 21.11.2019) - 2201.HS 2C (Z 101)

Gestorben wird immer. Leichenpredigten der Frühen Neuzeit

Anne Erlemann

In diesem Seminar soll das Lesen, Interpretieren und transkribieren von archivalischen Quellen erlernt werden. Neben einführenden Übungen zum Umgang mit unter Umständen schwierigen Handschriften werden vier Archive in der Umgebung besucht. Dort wird das Gelernte am Original angewendet und nach editorischen Maßstäben zusammengetragen. Neben Leichenpredigten werden ebenfalls Testamente, Sterbebüchlein und Nachrufe durchgesehen und eingeordnet. Weitere inhaltliche Schwerpunkte, um "die Kunst des guten Sterbens" zu verstehen, werden daher der praktische Umgang mit dem Tod und Sterbenden, die religiösen und geographischen Bezüge, wie auch das Verständnis von Vergänglichkeit und Zeitwahrnehmung sein. 

Die Archivbesuche können mehr Zeit als die vorgesehene Doppelstunde in Anspruch nehmen. Wir bitten, das bei der Semesterplanung zu berücksichtigen. Um einen Ausgleich zu erlangen, werden die Campussitzungen an die Archivaufenthalte angepasst und finden unregelmäßig statt.

  • Freitag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 11.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.83

Globalgeschichte 1500-1800

Univ.-Prof. Dr. Achim Paul Landwehr

Was auch immer ‚Neuzeit‘ sein soll – global ist sie in jedem Fall. Auf unterschiedlichen Wegen gewinnen die Menschen ab etwa 1500 ein neues Bild von dem Planeten, den sie bewohnen. Und sie machen sich die Möglichkeiten einer globalen Verflechtung zunutze, welche die neuen Transport- und Kommunikationswege bieten.

Zu den Fragen der Übung wird gehören, was sich hinter dem so vielfach gebrauchten Begriff der Globalisierung verbirgt und welche Besonderheiten diese Globalisierung zwischen 1500 und 1800 aufweist. Konkretisiert werden diese allgemeinen Fragen anhand von globalen Lebensläufen, also anhand von Menschen, deren Biographie sich nicht auf einen Kontinent beschränkt und die ihr globales Leben zum Beispiel in Tagebüchern oder Reiseberichten verewigt haben.

 

 

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 17.10.2019 - 31.01.2020) - 2331.00.61

Grundkurs Alte Geschichte – Archaisches und Klassisches Griechenland

Benjamin Nagel

Das Basisseminar Alte Geschichte im Basismodul Antike und Mittelalter vermittelt den Studierenden in Kombination mit den beiden Einführungsvorlesungen (Alte Geschichte und Mittelalter) einen ersten Zugang zur Geschichtswissenschaft.

Dieses Basisseminar soll einen punktuellen Einblick in die Ereignisgeschichte und in thematische Bereiche des archaischen und des klassischen Griechenlands bieten. Darüber hinaus sollen auch Methoden und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens erlernt werden.

  • Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 14.10.2019 - 31.01.2020) - 2331.00.61

Grundkurs Alte Geschichte: Hellenismus

Roland Färber

Der Grundkurs Alte Geschichte im Basismodul Antike und Mittelalter vermittelt den Studierenden in Kombination mit den beiden Einführungsvorlesungen (Alte Geschichte und Mittelalter) einen ersten Zugang zur Geschichtswissenschaft.

Dieser Grundkurs soll einen punktuellen Einblick in die Ereignisgeschichte und in thematische Bereiche des Hellenismus (336-30 v. Chr.) bieten. Darüber hinaus sollen auch Methoden und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens erlernt werden.

  • Dienstag, 08:30 - 10:00 (wöchentlich, 15.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.82

Grundkurs Alte Geschichte: Spätantike

Roland Färber

Der Grundkurs Alte Geschichte im Basismodul Antike und Mittelalter vermittelt den Studierenden in Kombination mit den beiden Einführungsvorlesungen (Alte Geschichte und Mittelalter) einen ersten Zugang zur Geschichtswissenschaft.

Dieser Grundkurs soll einen punktuellen Einblick in die Ereignisgeschichte und in thematische Bereiche der Spätantike (4.-6. Jahrhundert n. Chr.) bieten. Darüber hinaus sollen auch Methoden und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens erlernt werden.

 

  • Dienstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 15.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.82

Grundkurs Französisch für Historiker/innen

Jutta Mohr-Leinen

Der Sprachkurs richtet sich an Studierende des Fachs Geschichte, die ihre Vorkenntnisse der  französischen Sprache im grammatischen Bereich auffrischen und ihren Wortschatz auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaften erweitern möchten.

Die wöchentlichen Veranstaltungen umfassen jeweils die Behandlung eines grundlegenden grammatischen Aspektes sowie die Übersetzung kurzer Textabschnitte mit geschichtswissenschaftlicher Thematik aus Fachliteratur und Presse, um Fachvokabular, feste Wendungen, Grammatikstrukturen und kulturelles Wissen im Textzusammenhang zu erarbeiten.

Da keine Abschlussklausur vorgesehen ist, wird der BN aufgrund regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit (Übersetzung der Textabschnitte) vergeben.

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.81 (Z16)

Heime und Heimerziehung nach 1945: Geschichte, Forschung und öffentliche Debatten

Dr. Uta Hinz

  • Donnerstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2303.01.41 (Z 34)

Himmelsschreiber, Lichtboot und Giebelwerbung – Innovative Werbekonzepte von Henkel im 20. Jahrhundert

Benjamin Obermüller

Das Unternehmen Henkel hat im 19. Und 20. Jahrhundert durch zahlreiche Werbekampagnen die Geschichte der Wirtschaftswerbung ganz entscheidend geprägt. Egal ob Printwerbung in Zeitungen, Außenwerbung mit Plakaten oder Radio- und Kinowerbung ab den 1920er Jahren: Mit den innovativen Werbekampagnen für Wasch- und Reinigungsmittel war Henkel stets am Puls der Zeit. Innerhalb des Seminars werden einzelne Kampagnen genauer analysiert und nach den gesamtwirtschaftlichen und auch gesamtgesellschaftlichen Wirkungskräften gefragt.
 

  • Donnerstag, 16:30 - 18:00 (Einzeltermin, 10.10.2019 - 10.10.2019) - 2522.U1.33 (Z 18)
  • Freitag, 09:00 - 17:00 (Einzeltermin, 15.11.2019 - 15.11.2019)
  • Freitag, 09:00 - 17:00 (Einzeltermin, 06.12.2019 - 06.12.2019)
  • Freitag, 09:00 - 17:00 (Einzeltermin, 31.01.2020 - 31.01.2020)

Hitler, Mussolini und die "Achse" Berlin-Rom

Rainer Behring

Die eigentümliche politische Freundschaft zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini ebenso wie die besonderen Beziehungen zwischen dem nationalsozialistisch beherrschten Deutschen Reich und dem faschistisch regierten Königreich Italien begegnen in der Geschichtswissenschaft seit je und auch in jüngster Zeit einem regen Interesse. Es geht dabei um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Faschismus und Nationalsozialismus in Ideologie und Praxis, in politisch-gesellschaftlichen Zielsetzungen und deren Umsetzung in Herrschaftsformen, soziale Steuerung und Kriegführung, ferner um das Problem gegenseitiger Beeinflussung von faschistischer und nationalsozialistischer Bewegung. Handelte es sich um zwei Erscheinungsformen einer historischen Gattung des „Faschismus“, oder waren Faschismus und Nationalsozialismus stärker durch Unterschiede als durch vordergründige Ähnlichkeiten geprägt? Ein Blick auf die gegenseitige Wahrnehmung von Mussolini und Hitler und ihre gemeinsame Selbstdarstellung als politische Führer, auf die Realität des 1936 proklamierten und 1939 in Form des „Stahlpakts“ formalisierten „Achsen“-Bündnisses und die Kriegführung Deutschlands und Italiens zwischen 1939/40 und 1943/45 soll helfen, einer Antwort auf diese Fragen und Probleme näherzukommen. Dazu werden einschlägige Darstellungen und Quellen etwa zu den frühen Beziehungen zwischen Hitler und Mussolini vor 1933, zur Zusammenarbeit ihrer Regime und Parteien, zu den Bündnisverträgen und Gipfeltreffen der beiden Diktatoren, schließlich zur Wirklichkeit des deutsch-italienischen Verhältnisses im Zweiten Weltkrieg analysiert.

Das Seminar trägt den Charakter einer praktischen Übung im argumentativen Umgang mit wissenschaftlicher Literatur und Quellen: Ihre regelmäßige Anwesenheit und aktive Teilnahme ist deshalb ausdrücklich erwünscht. Sie ist ebenso wie die Präsentation eines einschlägigen Textes Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an dem Seminar. Das Bestehen einer Abschlussprüfung erfordert darüber hinaus die Anfertigung einer schriftlichen, an wissenschaftlichen Kriterien orientierten Hausarbeit bis Ende April 2020.

 

 

  • Freitag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 11.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.24 (Z109)

Holodomor: Die politisch bedingte Hungersnot in der Ukraine (1932/33)

Angela Rustemeyer

Der Holodomor, die katastrophale Hungersnot von 1932/33 mit Millionen Opfern, wirkt sich bis heute auf das Verhältnis zwischen der Ukraine und Russland aus. In der ukrainischen Geschichtspolitik seit 1991 spielt sie eine tragende Rolle. Die Hungersnot gilt offiziell als ein von Stalin und seinen Helfern geplanter Genozid. Die Zustimmung dazu ist in den verschiedenen Regionen der Ukraine unterschiedlich stark. Der Holodomor polarisiert die Historiker*innen. Weit über die Grenzen der Ukraine hinaus ist er eines der umstrittendsten Themen der Geschichte Osteuropas im 20. Jahrhundert. In diesem Seminar bemühen wir uns um eine wissenschaftlich fundierte Deutung.

Wir betrachten zunächst Wahrnehmungen und Darstellungen des Holodomor in der heutigen Ukraine. Anschließend beschäftigen wir uns mit der Hungerkatastrophe im Kontext des Stalinismus und in der globalen Geschichte politisch bedingter Hungersnöte im 20. Jahrhundert.

Ausgelöst wurde der Holodomor durch die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft und die Liquidierung der "Kulaken". Die Folgen eines skrupellosen social engineering wurden verstärkt durch institutionelle Inkompetenz und das Bestreben der sowjetischen Obrigkeit, nicht nur den Widerstand der ukrainischen Bauern und Bäuerinnen gegen die Kolchosen, sondern auch national motivierten Widerstand gegen das Regime zu brechen. Ob die sowjetische Führung systematisch das Ziel verfolgte, die Ukrainer/-innen durch Hunger zu dezimieren, wird bis heute mit unverminderter Heftigkeit diskutiert. Auf der Suche nach einer Antwort haben Historiker/-innen die Hungersnot in der sowjetischen Ukraine bis hinen in die Dörfer erforscht und Vergleiche mit den Hungerregionen an der Wolga, im Kuban und in Kasachstan angestellt. Wir beschäftigen uns mit ihren Befunden.

Ausgehend vom Holodomor befassen wir uns in weiteren Schritten aus globaler Perspektive mit Hungerkatastrophen als Folge entwicklungsdiktatorischen Experimentierens und mit Hunger im Kontext von Kolonialpolitik im 20. Jahrhundert.

Politik und Presse in Europa und Nordamerika schenkten der Hungerkatastrophe von 1932/33 wenig Beachtung - im Interesse eines guten Verhältnisses zur Sowjetunion, das in bilateralen Verträgen fixiert schien und angesichts der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland noch an Gewicht gewann. So provoziert der Holodomor auch eine kritische Betrachtung des Umgangs mit Hungersnöten in den internationalen Beziehungen und in der internationalen Öffentlichkeit.

Anforderungen: aktive Mitarbeit, Hausarbeit. Kenntnisse osteuropäischer Sprachen sind nicht erforderlich, vorausgesetzt wird aber die Bereitschaft, englische Texte zu lesen.

  • 10:30 - 16:30 (Blockveranstaltung, 02.03.2020 - 06.03.2020) - 2421.00.90 (Z 23)

Juden in der Bundesrepublik Deutschland: west- und osteuropäische Perspektiven. Eintägiger Expertenworkshop für Studierende der Philosophischen Fakultät

Univ.-Prof. Dr. Stefan Rohrbacher, Univ.-Prof. Dr. Beate Fieseler

Dozent: Dr. Alexander Friedman

Die nationalsozialistische Herrschaft in Deutschland und der von den Nationalsozialisten organisierte Judenmord markieren einen tragischen Tiefpunkt in der Geschichte der Juden in Europa. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in Osteuropa (vor allem in der UdSSR und in Polen) zu einem rasanten Anstieg des Antisemitismus. Zahlreiche Holocaustüberlebende konnten sich das Leben in Europa nicht mehr vorstellen und wanderten nach Palästina (Israel) oder in die USA aus. Das von vielen Beobachtern prognostizierte Ende der jüdischen Geschichte in Europa und insbesondere in Deutschland blieb jedoch aus. Heute gehört die jüdische Gemeinschaft in Deutschland zur drittgrößten in Westeuropa.

Wie hat sich jüdisches Leben in Deutschland nach dem Holocaust entwickelt? Warum ließen sich zahlreiche osteuropäische Juden ausgerechnet in der Bundesrepublik nieder? Wie wurden jüdische Gemeinden in Westdeutschland im Ausland wahrgenommen? Wie wurde der westdeutsche Antisemitismus in der kommunistischen Propaganda instrumentalisiert? Warum geriet die jüdische Bevölkerung der BRD ins Blickfeld ausländischer Geheimdienste (Stasi, KGB, Mossad)? Welche Rolle nehmen jüdische Gemeinden in Deutschland heute ein? Die Geschichte der jüdischen Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion, jüdische Lebenswelten und Identitäten sind weitere Schwerpunkte dieser Veranstaltung.

Neben ausgewählten Texten aus der einschlägigen Forschungsliteratur werden diverse Quellen behandelt: Erinnerungen von Zeitzeugen, west- und ostdeutsche Pressepublikationen und vor allem bisher in der Forschung kaum beachtete Stasi-Akten, in denen die Entwicklung der jüdischen Gemeinden in Westdeutschland reflektiert wird. Diese Materialien werden vier Wochen vor dem Workshop in einem elektronischen Semesterapparat (ULB) zur Verfügung gestellt. Die Zugangsdaten teilen wir den angemeldeten Teilnehmer*innen des Workshops rechtzeitig mit. Bereiten Sie sich bitte mit diesen Materialien auf die Veranstaltung vor.

Der Workshop ist offen für alle Studierenden der Philosophischen Fakultät. Sie findet als Kooperationsveranstaltung der Lehrstühle für Geschichte und Kulturen Osteuropas (Prof. Beate Fieseler) und Jüdische Studien (Prof. Stefan Rohrbacher) statt. Dr. Alexander Friedman ist promovierter Historiker, international sichtbarer Forscher und Lehrbeauftragter an der Universität des Saarlandes.

Die Vormittagssitzung wird von 10.30-13.00 Uhr dauern, die Nachmittagssitzung von 14.30-18.00 Uhr (jeweils mit Kaffeepause). Durch die Teilnahme an der gesamten Veranstaltung können Sie ein Zertifikat erwerben.

Anmeldeschluss: 15. November 2019

 

  • Donnerstag, 10:30 - 18:00 (Einzeltermin, 09.01.2020 - 09.01.2020)

Klimapolitik

Univ.-Prof. Dr. Christoph Nonn

  • Freitag, 18:30 - 20:30 (Einzeltermin, 13.12.2019 - 13.12.2019) - 2522.HS 5G (Z 90)

Klöster und geistliche Orden im Mittelalter

Anne-Katrin Kunde

Das abendländische Mönchtum war wesentlicher Bestandteil der mittelalterlichen Gesellschaft. Die unterschiedlichen Frauen- und Männerklöster waren Stützpunkte des christlichen Glaubens und deren Grundherrschaften wesentlicher Teil des mittelalterlichen Wirtschaftssystems. Zugleich stellten sie bedeutende Zentren der Bildung und Wissensvermittlung dar, in denen zahlreiche Handschriften und Kunstwerke geschaffen wurden, deren Zeugnisse z.T. bis heute überdauert haben. Das Proseminar soll anhand ausgewählter Quellen einen Überblick über das Klosterwesen von den frühchristlichen Anfängen bis zur Reformation geben, mit Methoden und wissenschaftlichen Arbeitsweisen im Bereich der mittelalterlichen Geschichte vertraut machen sowie an aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen zu diesem Themenbereich heranführen.

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2302.U1.61 (Z 24)

Konstantin der Große

Univ.-Prof. Dr. Bruno Bleckmann

Unter Konstantin dem Großen (306-337) wurde das römische Kaisertum christlich. Diese Entscheidung steht am Anfang einer bis in die Gegenwart in Europa präsenten Verbindung von Staat und Kirche. Seminarplan:
1. Einführung. Die Konstantinische Wende und ihre weltgeschichtliche Bedeutung.
2. Die Krise des römischen Kaisertums seit Septimius Severus.
3. Diokletian und die Tetrarchie.
4. Der Kampf zwischen Konstantin und Maxentius.
5. Probleme der sogenannten Vision Konstantins.
6. Die Kriege gegen Licinius.
7. Die römische Armee der Spätantike.
8. Konstantinopel.
9. Die Vita Constantini des Eusebius von Caesarea und das Problem der politischen Theologie.
10. Senat und Praetorianerpräfektur.
Literatur: H. Brandt, Konstantin der Große, München 2006 u. ö.
B. Bleckmann, Konstantin der Große, Reinbek, 1. Auflage 1996.

  • Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.25

Krieg und Umwelt: „Environmental Histories“ am Beispiel des Ersten Weltkriegs

Isabell Koch

Die Umweltgeschichte von Kriegen ist ein Feld der Geschichtswissenschaft, das bisher wenig erforscht wurde. Das gilt insbesondere für den Ersten Weltkrieg, obwohl dieser Spuren in der Umwelt hinterlassen hat, die teilweise bis heute in der Landschaft sichtbar sind. Die Übung möchte interessierten Studierenden die Möglichkeit bieten, sich mit einem relativ neuen Forschungsfeld zu beschäftigen. Zunächst werden wir uns mit den Grundlagen befassen: Was ist „environmental history”? Womit beschäftigt sie sich? Und wie passen Umweltgeschichte und Krieg zusammen? Darüber hinaus nähern wir uns anhand von konkreten Beispielen aus der Forschung der Umweltgeschichte des Ersten Weltkrieges an. Im letzten Teil des Seminars werden wir thematisch über den Ersten Weltkrieg hinausgehen und ausgewählte Beispiele aus weiteren Konflikten des 20. Jahrhunderts heranziehen.

 

Neben der aktiven und regelmäßigen Teilnahme wird die Übernahme eines Referates vorausgesetzt. Zudem wird die Anwesenheit in der ersten Sitzung sowie die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Fachliteratur erwartet.

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 09.10.2019 - 31.01.2020) - 2453.U1.81

Kubus Praxisforum

Dr. Susanne Brandt

  • Mittwoch, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 09.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.87

Masterforum

Dr. Susanne Brandt, Univ.-Prof. Dr. Christoph Nonn, Stefanie Michels-Schneider, Guido Thiemeyer

  • Donnerstag, 10:00 - 18:00 (Einzeltermin, 21.11.2019 - 21.11.2019)

Masterforum Sozialgeschichte der Medizin Social History of Medicine

Prof.Dr. Jörg-Peter Vögele

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2502.00.034 (Z37)

Mentorat

Jonas Krüning

  • Dienstag, 08:30 - 10:00 (wöchentlich, 15.10.2019 - 31.01.2020) - 2303.01.70 (Z 16)

Mentorat

Dennis Bergmann

  • Freitag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 11.10.2019 - 31.01.2020) - 2303.01.41 (Z 34)

Mentorat

Marius Lange

  • Mittwoch, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 16.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.31

Mentorat

Marcel André Gövert

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 17.10.2019 - 31.01.2020) - 2303.01.63 (Z 26)

Mentorat

Dr. Ute Caumanns

  • Montag, 08:30 - 10:00 (wöchentlich, 14.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.34
  • Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 14.10.2019 - 31.01.2020) - 2541.00.61
  • Freitag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 18.10.2019 - 31.01.2020) - 2302.U1.22 (Z 24)
  • Freitag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 18.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.81 (Z16)
  • Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 21.10.2019 - 27.01.2020) - 2421.00.64 (Z15)

Mentorat

Dr. Lars Hageneier

  • Freitag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 18.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.01.82 (Z30)

Methodische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens

Matylda Amat Obryk

  • Dienstag, 08:30 - 10:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.06.61 (Z20)

Methodische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens

Jasmin Rückert

  • Dienstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.03.26

Methodische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens

Nadia Chantal Bsdurrek

  • 10:00 - 18:00 (Blockveranstaltung, 25.03.2020 - 27.03.2020) - 2421.00.90 (Z 23)

Methodische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens

Nadia Chantal Bsdurrek

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2332.U1.44

Methodische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens

Julia Uhlig

Diese Veranstaltung beginnt am 2. Dezember 2019 und wird als wöchentliches Seminar bis zum Ende des Semesters fortgesetzt. Abgeschlossen wird das Seminar durch eine eintägige Blockveranstaltung am 31. Januar 2020.

Das Seminar bietet eine Einführung in die wissenschaftliche Praxis für das Studium. Zu diesem Zweck werden Lese- und Lernmethoden, Präsentationsarten, Zitation, wissenschaftliche Literaturgattungen, das Anfertigen von Hausarbeiten und weitere nützliche Arbeitsprozesse für den Studienerfolg thematisiert.

Voraussetzung für den erfolgreichen Seminarabschluss sind die aktive Teilnahme und das Anfertigen von sechs schriftlichen Aufgaben (je 0,5 bis 2 Seiten als Bestandteil der Portfolioprüfung). Es findet am Ende des zweiten Semesters eine mündliche, benotete Abschlussprüfung statt; die Portfolio-Prüfung im ersten Semester ist die erste Voraussetzung für die Prüfungsanmeldung (im Sommersemester 2020 kommen in der Übung "Digitales Arbeiten" ca. drei kleinere Portfolio-Bestandteile hinzu). Die Abschlussprüfung am Ende des Moduls erfolgt mündlich, das gesamte Portfolio muss vor der Abschlussprüfung bei dem bzw. der jeweiligen Prüfer*in eingereicht werden - es besteht die Möglichkeit zur Überarbeitung nach der Rückmeldung der Dozierenden.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie mich jederzeit per Mail kontaktieren oder einen Sprechstundentermin vereinbaren!

Die angegebene Literaturliste müssen Sie nicht vollständig lesen! Es handelt sich lediglich um hilfreiche Titel für Ihr weiteres Studium. Die für die Sitzungen vorzubereitenden Texte werden rechtzeitig bekanntgegeben und verteilt oder online hochgeladen.

  • Montag, 08:30 - 10:00 (wöchentlich, 02.12.2019 - 31.01.2020) - 2421.01.81 (Z20)
  • Freitag, 10:30 - 18:00 (Einzeltermin, 31.01.2020 - 31.01.2020) - 2303.U1.25

Methodische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens I

Stefanie Michels-Schneider

 

 

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2303.01.41 (Z 34)

Methodische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens I

Oliver Hermann Kiechle

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2331.00.61

Methodische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens I

Miriam Albracht

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2332.U1.21

Modern German History

Univ.-Prof. Dr. Christoph Nonn, Tobias Winnerling

 

The lecture will be held in English and give an introduction to the history of Germany from around 1500 until the present day. 6 ECTS for passing a short oral exam at the end of semester.

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 15.10.2019 - 31.01.2020) - 2301.HS 3B (Z 114)

Nationalsozialistische Außenpolitik

Rainer Behring

Das Aufbauseminar soll eine Einführung in die wissenschaftliche Arbeit des Historikers und der Historikerin bieten. Das geschieht in diesem Seminar am Beispiel der nationalsozialistischen Außenpolitik: Nicht das Thema an sich steht im Vordergrund - obwohl wir in dem Seminar vielfache Einsichten in die Thematik erfahren werden -, sondern es dient dazu, anhand der Analyse von ausgewählten Texten - Darstellungen und Quellen ganz unterschiedlicher Art - die wissenschaftliche Lektüre und das Verfassen von schriftlichen Arbeiten exemplarisch zu erlernen und einzuüben. Dabei werden wir ganz praktisch vorgehen, wobei die obligatorische "Schreibwerkstatt" als kontinuierliche Übung gerade auch in methodischer Hinsicht in das Aufbauseminar integriert ist. Als Lektüregrundlage für die Schreibwerkstatt werden die beiden Bände von Freytag/Piereth und von Budde/Freist/Günther-Arndt dienen, die sowohl auf Papier als auch in elektronischer Form in der ULB zur Verfügung stehen.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Modulabschlussprüfung bilden Ihre regelmäßige und aktive Teilnahme - aktiv bedeutet mündliche Mitarbeit! -, die Bewältigung kleinerer mündlicher und schriftlicher Aufgaben sowie die abschließende Erstellung einer schriftlichen, an wissenschaftlichen Kriterien orientierten Seminararbeit.

 

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.36
  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.36

Oberseminar/Masterforum

Univ.-Prof. Dr. Beate Fieseler

Das Oberseminar richtet sich an alle fortgeschrittenen Studierende, die sich für die Geschichte Osteuropas interessieren. Vorgestellt werden neben Gastvorträgen von Stipendiat/-innen, die teils aus dem Ausland zu uns kommen, vor allem Abschlussarbeiten der Teilnehmer/-innen, wie Werkstattberichte von Masterstudierenden und Berichte von Promovierenden zu ihrer Arbeit. Das aktuelle Programm finden Sie zu Vorlesungsbeginn auf der Website des Lehrstuhls für Geschichte und Kulturen Osteuropas. Um Anmeldung wird gebeten.

  • Dienstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 15.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.83

Oberseminar/Masterforum:

Univ.-Prof. Dr. Eva Schlotheuber

  • Donnerstag, 10:00 - 16:00 (Einzeltermin, 28.11.2019 - 28.11.2019)

Oberseminar/Masterforum: Aktuelle Forschungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Michael Hanns Schneider

Tag/Uhrzeit: Blocktermin, wird noch bekanntgegeben

  • Donnerstag, 10:00 - 16:00 (Einzeltermin, 16.01.2020 - 16.01.2020)

Paläographie und Handschriftenkunde

Univ.-Prof. Dr. Eva Schlotheuber

  • Dienstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 15.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.03.84 (Z30)

Rastafari in der Globalgeschichte

Stefanie Michels-Schneider

Das Seminar widment sich dem transkulturellen Phänomen der Rastafari-Bewegung in dezidiert globalhistorischer Perspektive. Transkulturelle Phänomene zwischen Äthiopien und der Karibik und Schwarze Intellekturelle wie Marcus Garvey stehen im Zentrum. Neben politischen und ideologischen Verbindungen, werden auch mediale Konkretisierungen, beispielsweise in der Reggae-Musik vorgestellt.

Zum Hintergrund: 

Ras Tafari wurde 1930 als Haile Selassie I. Kaiser des unabhängigen Äthiopien. Die Krönungsfeier wurde von prominenten europäischen Staatsoberhäuptern besucht. Als schwarzer Messias, der das Zeitalter der 'black supremacy' einleitete, wurde er zu einem zentralen Bezugspunkt einer politischen und neuen religiösen Bewerung, die sich in Jamaica verortete und dann global ausbreitete. Das Seminar situiert die Rastafari-Bewegung in der langen Geschichte des Widerstands gegen Sklaverei in der Karibik/Amerikas (Maroons, haitianische Revolution) sowie den daraus entstehenden religiösen und intellektuellen Auseinandersetzungen (Black Consciousness, Panafrikanismus, Santeria, Voodoo). Dazu werden die Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent im imperialen Zeitalter (1880-1960) in Beziehung gesetzt und die globalhistorisch bedeutende Rolle Äthiopiens herausgearbeitet (Sie über die Italiener 1896, Völkerbundmitglied 1923, Überfall Italiens 1935, Rückeroberung 1940). Haile Selassie und dessen Projekt der afrikanischen Einigung (Gründung der Organisation der Afrikanischen Einheit 1063 in Addis Abeba) wird in diesen Kontext gesetzt. 

Das Seminar gibt die Möglichkeit der Arbeit mit sehr heterogenem Quellenmaterial: z.B. den Reden Haile Selassies (Völkerunbd, UNO, OAU), politischen Schriften (Marcus Garvey, W.E.B. DuBois, Kwame Nkrumah, Walter Rodney), Filmdokumente, Liedtexte, Plattenhüllen (Bob Marley) und visuellem Material.

Die Teilnehmer*innen arbeiten selbständig mit diesem Material und Sekundärliteratur, stellen dieses im Seminar vor und entwickeln gemeinsam einen roten Faden für das Seminar. 

Die AP (Abscchlussprüfung) besteht aus einem Portfolio (mündliche und kleinere schriftliche Leistungen) und wird zu Beginn des Seminars festgelegt.

  • Freitag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 11.10.2019 - 31.01.2020) - 2621.01.36 (Z 16)

Reisen. Stationen einer europäischen Kulturgeschichte

M.A. Johannes Markus Waßmer

Das Seminarinteresse gilt der kulturgeschichtlichen Entwicklung des Reisens im Europa der letzten eintausend Jahre. Dem Kulturphänomen der Reise widmen wir uns aus ideen-, kultur- und mentalitätsgeschichtlichen Perspektiven. Im Seminarverlauf erhalten wir einen Überblick über die sich epochal wandelnden Funktionen des Reisens, die sich im Gesamten zu einer kurzen, europäischen Kulturgeschichte des Reisens fügen. Reisen werden nicht zufällig angetreten, ihnen kommen immer bestimmte Funktionen und Motive zu. Über die Vorlesungszeit hinweg entwickeln wir im Seminar Grundzüge einer Typologie des Reisens, die auch in der Grobstruktur des Seminarprogramms reflektiert wird: 1. Reisen und Wanderschaft. Kulturtechnik und Lebensmodell; 2. Auf dem Weg zu Gott; 3. Weltenreisen; 4. Reisende Menschen; 5. Flucht und Vertreibung, 6. Nichtmenschliche Reisen.
Dokumentiert sind Reisen in vielfältiger Weise: als Chronik, Itinerar, Reisebericht, Film oder Instagramstory. Mit der Veränderung des gesellschaftlichen Diskurses über das Reisen verändern sich auch die Modi und Medien der Reisedokumentation. Neben dem Inhalt der Reiseerzählungen werden wir uns dementsprechend auch der Form und Materialität der Quellen- und Primärtexte zuwenden.

Im ersten Seminarthema „Reisen und Wanderschaft. Kulturtechnik und Lebensmodell widmen wir uns zwei Grundformen des Reisens: Reisen, die auf ein Ziel zulaufen, und ziellosen Wanderschaften. Händler zielen mit ihren Fernreisen auf bestimmte Handelsplätze und ökonomischen Gewinn, indem sie Waren und Wissen tauschen. Nomaden oder fahrendes Volk hingegen erheben das Unterwegssein zur Lebensform. Das zweite Seminarthema „Auf dem Weg zu Gott” adressiert die Dimension des Religiösen für das Reisen. Die Implikationen der mittelalterlichen Vorstellung einer weltlichen Wanderschaft des Menschen hin zum Jenseits werden ebenso Gegenstand der Seminardiskussion wie die Pilgerreise („Jerusalem, Santiago und die peregrinatio. Das Mittelalter zwischen Pilgerziel und ziellosem Wandern”) und die Geschichte des europäischen Judentums („Die Diaspora der Juden in Europa. Jahrhunderte ein Leben auf gepackten Koffern”). Demgegenüber laufen wir mit dem dritten Seminarthema „Weltenreisen” diverse Stationen der Geschichte europäischer Erkundungsreisen an: „Marco Polo und die Gattung Fernreisebericht. Phantastik und Selbstbestätigung des christlichen Mittelalters” / „Die Erfindung der Curiositas oder: Die Welt als Reiseziel” / „Die Geburt der Bildungsreise oder: Das 18. Jahrhundert sehnt sich nach Italien” / „Forschungsreisen: Alexander von Humboldt schafft Wissen durch Anschauung”. Im vierten Seminarschwerpunkt „Reisende Menschen” wenden wir uns den Reisenden selbst zu und befragen nach der individualbiographischen Motivation für Reisen. Welche Ideen verfolgen die Menschen mit Reisen und Reisewünschen? Reisen kann der Selbstfindung dienen („Phantastische Reisen als Selbstfindungsmodell. Das moderne Individuum auf der Suche nach sich selbst”) oder kann, wie im Fall der innerdeutschen Trennung, zur Projektionsfläche einer politischen Position werden. Dann bedeutet die Möglichkeit zu reisen Freiheit („Nicht nur die Gedanken sind frei. Die Bedeutung der Reisefreiheit beim Fall des eisernen Vorhangs”). Reise ist zudem immer auch mit individuellen Ideen und mit kulturell kodierten ‚Programmen‘ von Reisen verbunden („Reisen zwischen Alltagseskapismus und Realitätsflucht. Von Sommerurlauben und Drogentrips"). Das vorletzte Kapitel „Flucht und Vertreibung” stellen wir der Reise als Idee die Reise als Notwendigkeit gegenüber: Wer flieht, ist gezwungen zur Reise. Daher diskutieren wir in der Sitzung „Fluchtpunkte” Fluchtberichte aus verschiedenen Kriegen und Epochen. Abschließend befassen wir uns mit ‚Nichtmenschlichen Reisen‘ und erarbeiten unter dem Titel „Unsichtbare Transferwege. Ideen auf Reisen”, am Beispiel von Kommunismus und Demokratie, über welche Netzwerke Ideen und Ideologien Menschen faszinieren und sich ausbreiten.
    
Jenseits dieses Vorschlags können die Studierenden über einzelne Seminarthemen mitentscheiden. So könnten in Seminarsitzungen die Reisen von nichtmenschlichen Akteuren ausführlicher thematisiert („Aura und Provenienz. Dinge auf Reisen”) oder die Diskussion über Reisen im Zusammenhang mit Kriegen ausgeweitet werden („Kriegszüge und Heertrosse”), wir können das Kulturphänomen Migration genauer in den Blick nehmen („Gekommen um zu bleiben: Motive für Migration”) oder uns dem Motiv des reisenden Künstlers zuwenden („Heute hier, morgen dort. Reiseindividualismus und Künstlerbiographie im 20. Jahrhundert”).

  • Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2303.01.41 (Z 34)

Russisch für Historiker*innen

Svetlana Kirschbaum

  • Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.01.81 (Z20)

Römer auf Reisen

PD Dr. Stefan Pfahl

Die Gründe, sich in römischer Zeit auf Reisen zu begeben, waren vielschichtig; berufliche standen dabei im Vordergrund, aber auch private (Beziehungen) spielten eine Rolle. Ein gut ausgebautes Netz öffentlicher Straßen (via publicae) stand zur Verfügung, wenngleich man auf dem Wasser ungleich schneller ans Ziel kam. Je nachdem, ob man sich dem nassen Element anvertraute oder lieber auf dem Lande blieb wählte man sein Fortbewegungsmittel: Pferd, Wagen oder Boot/Schiff. Eindrückliche Belege individueller Mobilität sind Fibeln, Münzen oder Keramiken, während die literarische und epigraphische Überlieferung die Reisenden der Anonymität enthebt. Römischer Schuhnägel, bronzene Wagen(teile) und hölzerne Schiffswracks zeigen, womit Römer unterwegs waren.

 

 

  • Donnerstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.24 (Z109)

Schreibwerkstatt

Dr. Thomas Gerhards

Kommentar: "Schreibe wie Du redest, so schreibst Du schön!"

Das konnte Lessing im Jahr 1743 seiner Schwester mit auf den Weg geben - für wissenschaftliche Texte gelten jedoch andere Maßstäbe, die oftmals Probleme bereiten. Die Veranstaltung soll daher eine Hilfestellung für alle diejenigen sein, die Probleme beim und mit dem wissenschaftlichen Schreiben haben. Grundsätzliche Dinge sollen dabei ebenso zur Sprache kommen wie individuelle Probleme der TeilnehmerInnen beim Abfassen von Seminararbeiten und/oder anderen Texten.

Die Veranstaltung wendet sich in erster Linie an fortgeschrittene und Master-Studierende.

  • Dienstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.36
  • 10:00 - 17:00 (Blockveranstaltung, 04.02.2020 - 05.02.2020) - 2523.U1.36

Schreibwerkstatt zum Aufbauseminar

Anne Erlemann

Diese Schreibwerkstatt findet begleitend zu dem Aufbauseminar von Frau Kristina Hartfiel und Herrn Tim Nyenhuis statt.

In wöchentlichen Sitzungen lernen Sie den kritischen Umgang mit verschiedenen Textsorten, bekommen Anregungen gegen Schreibblockaden und lernen angeleitet wissenschaftliches Schreiben. Im Laufe des Semesters werden verschiedene Textsorten, die während und nach dem Studium relevant sind, von Ihnen analysiert, formuliert und diskutiert.

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2331.00.61

Seminar zur VL: Grenzen und Phänomene der Transkulturalität

Sabrina Proschmann

Das Seminar begleitet die Einführungsvorlesung des Studiengangs „Transkulturalität”. Gegenstand des Seminars sind die vielfältigen Arten von Grenzen und ihr Einfluss auf die Phänomene der Transkulturalität, die in der Vorlesung besprochen werden. Welchen Einfluss haben Mauern und Fronten auf transkulturelle Phänomene? Wie wirken sich nationale Grenzen auf Reisen und Migration aus? Diese und mehr Grenzen und Phänomene werden von einem historischen Standpunkt aus beleuchtet, wobei auch gegenwärtige Entwicklungen betrachtet werden.

 

Eine erfolgreiche Teilnahme an dem Seminar setzt die aktive Bereitschaft, sich mit den Quellen und Textauszügen auseinanderzusetzen, im Seminar mitzuarbeiten sowie das Zusammenstellen eines Portfolios voraus.

 

Das Portfolio soll aus einem Kommentar (max. 1 Seite), einem Bild plus kurzem Text (max. 1 Seite) und einem kurzen Essay (max. 5 Seiten) bestehen. Näheres dazu wird in der ersten Stunde erläutert.

 

  • Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2332.U1.21

Seminar zur Vorlesung "Phänomene der Transkulturalität"

Dr. des. Jasmin Diana Grande

Das Seminar begleitet die Einführungsvorlesung des Studiengangs „Transkulturalität” und orientiert sich inhaltlich an den Vorlesungsinhalten und -materialien. Wir werden davon ausgehend Fragen, die in der Vorlesung angefallen sind, weiterbearbeiten und mit ergänzenden Materialien reflektieren. Im Fokus steht das Reisen als ordnender Zugriff für die transcultural studies. Inwiefern verändert die Perspektive des Reisens, der Reisenden die Dynamik der Prozesse, welche Ambivalenzen lassen sich feststellen und welche kulturgeschichtlichen Dimensionen können wir benennen? 

Eine erfolgreiche Teilnahme an dem Seminar setzt die aktive Bereitschaft voraus, aktiv im Seminar mitzuarbeiten sowie die Erarbeitung eines Wiki-Beitrags voraus. Näheres dazu wird in der ersten Stunde erläutert.

  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 09.10.2019 - 31.01.2020) - 2331.00.61
  • Mittwoch, 10:00 - 18:00 (Einzeltermin, 27.11.2019 - 27.11.2019)

Sexualität und Pornographie in der Frühen Neuzeit

Kristina Hartfiel

Das Seminar möchte sich der betont breitangelegten Frage widmen, wie sich die Sexualkultur zwischen 1500-1800 ausformte? Wie dachten und sprachen die Menschen der Frühen Neuzeit beispielsweise über das Sexuelle, was empfanden sie als (a)normal und wie regulierten sie es mit Normen? Und was verrät uns dies wiederum über die politische, soziale und wirtschaftliche Ordnung dieser Gesellschaften? Mit Franz X. Eder werden mit dem Begriff Sexualität„alle mit dem Geschlechtsleben bzw. der sexuellen Begierde zusammenhängenden Erscheinungen verstanden“ (Eder), wodurch das Seminarthema vielfältige Anknüpfungspunkte für mögliche Studienarbeitsthemen bereithält. Einen besonderen Fokus möchte das Seminar dabei auf die Geschichte der Eroticalegen, da insbesondere im Zeitalter der Aufklärung die erotisch-pornographischen Lesestoffe ein „subversives Potential“ (Sangmeister) entfalteten wie bereits die grundlegenden Arbeiten von Robert Darnton zeigten.

  • Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.36

Sizilien-Exkursion (Bleckmann/Schlotheuber)

Univ.-Prof. Dr. Bruno Bleckmann, Univ.-Prof. Dr. Eva Schlotheuber

Die Lehrstühle für Alte und Mittelalterliche Geschichte bieten im Wintersemester 2019/20 eine Sizilienexkursion an. Das Programm ist als Rundfahrt geplant.

Voraussetzung für die Teilnahme ist der Besuch einer Lehrveranstaltung zur Geschichte Siziliens in der Antike (im Wintersemester 2019/2020) oder im Mittelalter. Die Exkursion ist vor allem für Masterstudierende und Doktoranden im Bereich der Alten Geschichte und des Mittelalters geöffnet.

 

Die Anmeldeliste ist bereits geschlossen, da die Flüge frühzeitig reserviert werden mussten. Eine Nachrückerliste liegt jedoch noch im Sekretariat des Lehrstuhls für Alte Geschichte aus (Geb. 23.31.05.35).

 

  • Montag, (wöchentlich, 23.03.2020 - 31.03.2020)

Sprach- und Übersetzungsübung an mittelalterlichen lateinischen Quellen

Dr. Lars Hageneier

Mittelalterliche Schriftquellen schrecken die Studierenden oftmals allein durch das Latein ab. Doch mit einigen Vorkenntnissen und insbesondere ständiger Einübung kann diese Hürde eigentlich recht problemlos überwunden werden. Der Kurs richtet sich an diejenigen, die ihre Lateinkenntnisse auffrischen und sich praktische Wege zum Verständnis der mittelalterlichen Geschichtsschreibung erschließen wollen. Übersetzt werden historiographische Texte um ein bestimmtes historisches Ereignis der mittelalterlichen Geschichte.

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 17.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.83

Söldner, Krieg und Politik im italienischen Trecento. Edition und Kontextualisierung des Briefes von Cola di Roma im Frühjahr 1354

Univ.-Prof. Dr. Eva Schlotheuber

In dem Projektseminar wird der bislang nicht edierte Brief des Söldnerführers Cola di Roma wissenschaftlich erschlossen, ediert und in den historischen Kontext eingeordnet, der sich in Florenz, Bibliotheca Mediceo-Laurenziana, Fondo Ashburnham-Libri 1830, erhalten hat. Cola di Roma bittet die Stadt Florenz um die Auszahlung des ausstehenden Solds für seine Truppen, die sich offenbar an der Rückgewinnung der Insel Sizilien für das Königreich Neapel beteiligen sollen. Der Brief führt mitten in die Konflikte in Italien um die Jahrhundertmitte, in der deutsche Söldner eine entscheidende Rolle spielten. Für die Arbeit ist eine gute Beherrschung des Italienischen und der Kursive des italienischen Trecento die Voraussetzung. Das Projektsemianr findet alle zwei Wochen nach Vereinbarung statt.

  • Montag, 16:30 - 18:00 (14-täglich, 14.10.2019 - 31.01.2020)

The History of the Web - Communication, Culture, Economy (English)

Oliver Hermann Kiechle

Fifty years after the first online connection of computer systems through the ARPANET in 1969 and thirty years after the invention of the World Wide Web by Tim Berners-Lee in 1989 there should be no doubt that the Web not only provides profound sources for contemporary historical research but its history is also a central research topic in its own right.

The seminar will deal with the history of early computer networks that finally form the „Internet“ and then concentrate on the evolution of the WWW including its technical, cultural and economical influence.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.31

Tschechisch für Historiker*innen - Textanalyse und Kommunikationsförderung

Daniela Pusch

Der Tschechisch-Sprachkurs bietet die Möglichkeit, vorhandene Sprachkenntnisse weiter auszubauen. Studierende mit unterschiedlichem Wissensstand treffen zusammen. Der Kurs lebt und profitiert davon. Das vorhandene Vokabular und die Grammatikkenntnisse werden durch zahlreiche Übungen vertieft. Das Lehrbuch als Grundlage für neue Grammatik, Übungen, Übersetzungen und Textanalysen wird durch Textübungen zu aktuellen Themen rund um das Land und Leute ergänzt. Die tschechischen Druck- und Onlinemedien werden zum Verständnis der lebenden Sprache herangezogen. Durch die Nutzung von Audio- und Videomaterial wird das aktive Hörverstehen gefördert. Die studienfachunabhängigen Themen erweitern den vorhandenen Wortschatz. Zu den Schwerpunkten zählen der Alltag mit allen relevanten Themen, die eigene Person, das Studium und der künftige Beruf sowie der Auslandsaufenthalt insbesondere in Tschechien mit Berichten über die Geschichte, die Kultur und die Gegenwart.

Sprachvorkenntnisse sind erforderlich.

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2621.01.34 (Z 8)

Tutoium

Guido Thiemeyer

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2621.01.35 (Z 8)

Tutorium

Dennis Bergmann, Friederike Aschhoff

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 17.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.05.61 (Z20)
  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (Einzeltermin, 10.10.2019 - 10.10.2019) - 2303.01.70 (Z 16)

Tutorium

Dennis Bergmann, Charleen Haffke, Johannes Friedrich Andreas Gummert

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020) - 2621.01.33 (Z 8)

Tutorium

Dennis Bergmann, Daniel Boumanns, Ann-Kristin Potthast

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.31

Tutorium

Dennis Bergmann, Moses Joachim Klos, Gabriela Sophie Taube

  • Mittwoch, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 09.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.01.81 (Z20)

Tutorium TKu Fr. 14.30

Dennis Bergmann, Johanna Fritzi Momm

  • Freitag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 11.10.2019 - 31.01.2020) - 2522.U1.52 (Z 48)

Unternehmen und Gemeinwohl – Zivilgesellschaftliches Engagement von Unternehmen und Unternehmern im 19. und 20. Jahrhundert.

Dr. Susanne Hilger

Was verbindet Jakob Fugger mit Bill Gates und Susanne Klatten? Gemeinwohl-orientiertes Engagement von Unternehmern kann auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurückblicken und folgt unterschiedlichsten Motiven. Neben altruistischen und philantropischen Beweggründen zählten das Streben nach kulturellem Kapital zu den Auslösern für den Bau von Hospitälern, die Errichtung bedeutender Kunstsammlungen oder die Gründung von Universitäten. Die Übung befasst sich anhand von einzelnen Fallbeispielen mit den historischen Erscheinungsformen des zivilgesellschaftlichen Engagements von Unternehmen. Dabei sollten Aktivitäten im Bereich von Kultur und Bildung, Politik und Gesundheit im Hinblick auf ihre Entstehungsgeschichte, ihre inhaltliche Ausrichtung und finanziell-organisatorische Struktur untersucht werden. Die Veranstaltung versteht sich als einen anwendungsorientierten Einstieg in die Angebote der Corporate Social Responsibility (CSR), die den Blick auf die historischen Grundlagen mit aktuellen Fragestellungen verbindet.

  • Freitag, 14:00 - 15:30 (Einzeltermin, 18.10.2019 - 18.10.2019)

Verschwörer, Aufrührer, Fanatiker? Die Aufhebung des Jesuitenordens

Tobias Winnerling

Wie zerschlägt man eine globale Organisation, die auf allen Kontinenten aktiv ist, tausende von Mitgliedern hat und in der europäischen Politik bestens vernetzt ist? Als Papst Clemens XIV. 1773 den Jesuitenorden aufhob, stellte sich dieses Problem in aller Deutlichkeit. Der endgültigen Aufhebung vorangegangen waren verschiedene Krisen des Ordens während des 18. Jahrhunderts, die vor allem bei den katholischen Kolonialmächte Spanien, Frankreich und Portugal Befürchtungen weckten, die Jesuiten könnten sich durch ihre spirituelle Arbeit politischen Einfluss verschafften und damit zu einer Gefahr für die Verwaltung der Kolonien werden. Man könnte sagen, es handelte sich bei der daraus entstehenden Argumentation um die Blaupause aller modernen Verschwörungstheorien. Das Seminar will diese Prozesse nachzeichnen und historisch einordnen.

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 10.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.25

Von Geldspenden, Spielen und Prunkbauten - Der römische Kaiser als Stifter und Wohltäter (1.-3. Jh.).

Felix Wunder

Seit der Entstehung des Prinzipats traten die Römischen Kaiser in vielfältiger Weise als Stifter und Wohltäter in Erscheinung. Bereits Augustus rühmt sich in seinem Tatenbericht für die Geldgeschenke an die Bevölkerung Roms und sein umfangreiches Bauprogramm. In der Übung sollen die zahlreichen Facetten der kaiserlichen „liberalitas“ (Freigiebigkeit) in den Blick genommen werden. Die Inszenierung des Kaisers und die damit verbundenen Absichten erschließen sich nur durch Berücksichtigung der gesamten Bandbreite des antiken Quellenmaterials. Deshalb werden neben literarischen Quellen auch die Hilfswissenschaften der Alten Geschichte stark berücksichtigt.

  • Dienstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 29.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.36

Vorbereitungstreffen Projektseminar Fake News

Dr. Ute Caumanns

  • Freitag, 10:30 - 14:00 (Einzeltermin, 04.10.2019 - 04.10.2019) - 2421.01.81 (Z20)

Vorlesung Phänomene der Transkulturalität

Dr. Susanne Brandt, Univ.-Prof. Dr. Achim Paul Landwehr

  • Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 14.10.2019 - 27.01.2020) - 2611.HS 6C (Z 248)

Vortrag

  • Freitag, 10:30 - 12:00 (Einzeltermin, 17.01.2020 - 17.01.2020) - 2531.HS 5M (Z 110)

Westgriechische Geschichte (Übung zur Exkursion)

Univ.-Prof. Dr. Bruno Bleckmann

Die griechische Kolonisation Siziliens und Unteritaliens schuf eine Welt, die am Ende des 6. vorchristlichen Jahrhunderts in vielerlei Hinsicht dem griechischen Mutterland überlegen war. Mit den Kämpfen gegen die Karthager auf Sizilien und die Samniten in Unteritalien ab dem 5. Jahrhundert begann eine Epoche des Niedergangs. Es sind vor allem die archäologischen Überreste, die einen ungefähren Eindruck vom Glanz dieser Kultur geben. Eine Einordnung und historische Deutung kann durch die schriftlichen Quellen erfolgen, deren Musterung den Hauptteil der Übung ausmachen wird. Die Übung dient der Vorbereitung auf die Exkursion, ist aber auch für die Nicht-Exkursionsteilnehmer geöffnet.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 17.10.2019 - 31.01.2020) - 2421.U1.82

Wissenschaft und Wirtschaft – Geschichte eines Spannungsverhältnisses

Michael Hanns Schneider

  • Mittwoch, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 09.10.2019 - 31.01.2020) - 2523.U1.36

Ziviler Ungehorsam und Widerstand

Dennis Bergmann

In dieser Übung werden verschiedene Beispiele von zivilem Widerstand behandelt. Diese Beispiele beinhalten z.B. die Revolution in Ägypten 1919, Widerstand gegen die Apartheid oder Strömungen beim Zerfall der Sowjetunion.

 

In diesem Seminar sollen dabei auch Fragen und Kriterien ausgearbeitet werden: Was definiert überhaupt zivilen Widerstand? Welche Rechtfertigungen gibt es? Wann wird der Bereich des zivilen Widerstands/Ungehorsams verlassen? Welche Akteure sind hierbei von Bedeutung?

 

Im Zusammenhang mit diesem Themenkomplex werden auch philosophische und sozialwissenschaftliche Aspekte eine Rolle spielen.

 

Da in dem Seminar öfter englische Texte genutzt werden, wird die Bereitschaft, diese zu lesen und bearbeiten, vorausgesetzt.


    Zucker Sklaven und Konsum (Sugar slaves and consumption)

    Priv.-Doz. Dr. Margrit Stefanie Schulte-Beerbühl

    Zucker gehört zu den fünf Pflanzen, die nach Henry Hobhouse , die Welt veränderten. Die Vorliebe für das Süße der Europäer trug wesentlich zur Ausbreitung des Sklavenhandels bei. Als Mitte August 1791 der Sklavenaufstand auf St. Domingue (Haiti) ausbrach, wurden die Plantagen der größten zuckerproduzierenden Insel zerstört und die Versorgung mit dem liebgewonnen Zucker, auf den die Europäer ungern verzichten wollten, fiel weg. Die britischen Kolonien produzierten lediglich in geringeren Mengen Zucker, doch auch diese Versorgung brach zusammen als Napoleon die Blockade gegen Großbritannien verhing.

    Das Projektseminar wird sich u.a. mit den folgenden Fragen befassen: Welche wirtschaftlichen und sozialen Folgen hatte der Sklavenaufstand in der Neuen Welt? Wie reagierten die Europäer auf den Wegfall des begehrten Süßstoffs? Inwieweit suchten die Europäer nach süße Alternativen als Ersatz für den kolonialen Zucker?

    Im Rahmen des Seminars ist am Freitag den 15. November ein Ganztagesbesuch der einzigen im Rheinland noch zuckerproduzierenden Fabrik von Pfeiffer & Langen in vorgesehen.

    Die Veranstaltung ist eine Veranstaltung mit Anwesenheitspflicht. Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie bereit sind sich mit grundlegenden Texten zur frühen Welthandel und Konsum auseinanderzusetzen sowie auch wissenschaftliches Neuland zu betreten. Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme ist ein Vortrag und schriftliche Hausarbeit.

    • 10:30 - 18:00 (Blockveranstaltung + Sa, 17.01.2020 - 18.01.2020)
    • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 15.10.2019 - 05.11.2019) - 2541.00.26 (Mac-Raum)

    [Der Krieg der Kriege] "... und ist der jammer nit zu beschreiben". Selbstzeugnisse und Quellen der Gewalt aus dem Dreißigjährigen Krieg

    Dimitrios Tim Nyenhuis

    Knapp dreißig Jahre wütete der "Krieg der Kriege" (Burkhardt 2018) im 17. Jahrhundert in Mitteleuropa. Mehr als drei Millionen Tote waren am Ende des Konflikts zu beklagen und den meisten Überlebenden war jegliche Lebensgrundlage geraubt worden. Der Konflikt konnte nur deshalb eine so beispiellose Verheerung mit sich bringen, da sich im "großen Krieg" der heterogenen Interessensgruppen längst ein "kleiner Krieg" (Münkler 2017) etabliert hatte, den die Zivil- und Militärbevölkerung um überlebenswichtige Ressourcen gegeneinander brutal ausfocht.
     
    Anhand von zeitgenössischen Quellen soll der Leidensweg und die Gewalterfahrung und -rezeption der Akteure des Krieges fernab der großen Feld- und Belagerungsschlachten nachvollzogen werden. Hierzu führt die Übung zunächst sukzessive in den kritischen Umgang mit Quellen und Selbstzeugnissen sowie auch grundsätzlich in das Thema des Dreißigjährigen Krieges ein, um sich dann dezidiert der Arbeit mit den Quellen in Arbeitsgruppen zu widmen.
     
    Die Übung gehört zur Seminarreihe "Der Krieg der Kriege" des Lehrstuhls für Geschichte der Frühen Neuzeit und wird in Verbindung mit einem Aufbauseminar (Nyenhuis) und einer Schreibwerkstatt (Erlemann) im Rahmen des Aufbaumoduls Neuzeit und Osteuropa angeboten. Die Belegung beider Kurse und der Schreibwerkstatt ist empfehlenswert, wenn sich die Studierenden detailliert mit dem Thema des Dreißigjährigen Krieges auseinandersetzen und eine Abschlussprüfung in dem zugehörigen Aufbauseminar ablegen wollen.

    • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 08.10.2019 - 31.01.2020)

    [Der Krieg der Kriege] Der Dreißigjährige Krieg. Facetten eines nicht enden wollenden Konflikts

    Dimitrios Tim Nyenhuis

    Das Aufbauseminar widmet sich thematisch dem Dreißigjährigen Krieg als einschneidendem Ereignis der Frühen Neuzeit. Keinem anderen Krieg dieser Epoche wird von der Forschung eine derartig zerstörerische Natur attestiert, die nachhaltig Europa und vor allem das Heilige Römische Reich Deutscher Nation prägen sollte. Nicht umsonst bezeichnete ihn Johannes Burkhardt deshalb als den „Krieg der Kriege” (Burkhardt 2018).

    Im Seminar werden sukzessive verschiedene Facetten des Krieges, wie der Beginn des Konflikts wirtschaftliche Aspekte der Kriegsführung und das Leiden der Zivilbevölkerung thematisiert. Neben der Auseinandersetzung mit dem Dreißigjährigen Krieg wird das Seminar die Teilnehmer auch auf die Anfertigung ihrer ersten Hausarbeit vorbereiten.

    Das Aufbauseminar gehört zur Seminarreihe "Der Krieg der Kriege" des Lehrstuhls für Geschichte der Frühen Neuzeit und wird in Verbindung mit einer Übung (Nyenhuis) und einer Schreibwerkstatt (Erlemann) im Rahmen des Aufbaumoduls Neuzeit und Osteuropa angeboten. Die Belegung beider Kurse und der Schreibwerkstatt ist empfehlenswert, wenn sich die Studierenden detailliert mit dem Thema des Dreißigjährigen Krieges auseinandersetzen wollen.

    • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 07.10.2019 - 31.01.2020) - 2331.00.61

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