Forschungen über die rechtlichen Grundlagen der römischen Außen-beziehungen während der Republik bis zum Beginn des Prinzipats (6. Jh. bis 1. Jh. v. Chr.)

Mit dem Projekt werden zwei zentrale rechtliche Institutionen der römischen Außenpolitik untersucht, die amicitia et societas und die deditio. Die literarischen Quellen und die inschriftliche Überlieferung werden gleichermaßen ausgewertet. Dabei wird im Unterschied zur bisherigen Herangehensweise der Forschung die systematisierende Betrachtung mit der Perspektive der historischen Entwicklung der rechtlichen Systematik kombiniert. Daraus ergeben sich einerseits ein Modell der wesentlichen rechtlichen und politischen Entwicklungsphasen der römischen Außenpolitik und andererseits neue Lösungsansätze für die Erörterung der kontrovers diskutierten Frage nach dem Vertragscharakter der amictia et societas und der deditio. Die amicitia et societas hat unterschiedliche intergesellschaftliche Verträge unterschiedlicher Formen zur Voraussetzung. Neben der Form des foedus gab es in der Praxis römischer Außenpolitik weitere Formen des nach innen und außen verbindlichen sog. Staatsvertrages, die in ihrer Wirkung religiös und rechtlich bindend und förmlich waren. Daneben gab es in der außenpolitischen Praxis Roms indirekte Vertragsverhältnisse zu fremden Gemeinwesen, die sich aus den bestehenden Verträgen ergaben, in die die Vertragspartner und Untergebenen des Vertragskontrahenten Roms in toto einbezogen wurden. Die deditio war kein Vertrag, sondern eine verbalisierte von Symbolhandlungen begleiteter Unterwerfungsakt. Sie hat ihren entwicklungsgeschichtlichen Ursprung in der Zeit, als ein intergesellschaftliches Verhältnis nur in der Form der Überlegenheit oder Unterwerfung reguliert werden konnte (7. und 6. Jh. v. Chr.) und die Formen der im Konsens regulierten Koexistenz (älteste Rechtsformen das foedus und die sponsio) noch nicht entwickelt waren. In der außenpolitischen Praxis Roms diente die deditio in historischer Zeit (6. bis 1. Jh. v. Chr.) in der Regel zur Vorbereitung der Regulierung des intergesellschaftlichen Verhältnisses (Verträge unterschiedlicher Rechtsform). Unterblieb dies für das fremde Gemeinwesen oder für Einzelpersonen des fremden Gemeinwesens wurde das Gebiet des dedierten Gemeinwesens in das römische Territorium inkorporiert. Die Bürger (manchmal auch nur einige von ihnen) wurden dann Mitglieder der römischen Gemeinwesens, mit dem niedrigsten sozialen Status.

 

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