Einladung zum Workshop mit Dr. Joanna Trajman

Zur Darstellung der deutsch-polnischen Beziehungen in deutschen und polnischen Spielfilmen

Montag 06. Mai 2019, 10:00 - 17:00 Uhr

Gerhart-Hauptman-Haus/Deutsch-Osteuropäisches Forum, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf

 

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Reshaping the Nation - Collective Identities and Post-War Violence in Europe 1944-1948

Vom 16. bis zum 17. Mai findet die Konferenz zur Gewalt in der Nachkriegszeit, in Prag statt.

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Studienreise für Studierende und Absolventen: Stätten der Architektur der Moderne in Kattowitz/Katowice und Gleiwitz/Gliwice, 27.-30. Mai 2019

Oberschlesien hat eine wechselvolle Geschichte: Am östlichen Rand des
deutschen Kaiserreiches gelegen, war die Region spätestens seit dem 19.
Jahrhundert geprägt von deutschem und polnischem Nationalismus, der von
außen in die Region getragen und von aktiven Minderheiten der
Bevölkerung zunehmend aufgegriffen wurde. Der nach dem Ersten Weltkrieg
geschlossene Vertrag von Versailles rückte das Industriegebiet um
Kattowitz, Gleiwitz, Hindenburg/O.S. und Beuthen/O.S. ins Licht der
Weltöffentlichkeit, denn den Streit um dessen nationale Zugehörigkeit
führten beide Seiten mit großer Härte. Die zeitweise
bürgerkriegsähnliche Situation in der Region dauerte bis 1921 an. Der
Völkerbund entschied nach einem Plebiszit, Oberschlesien zwischen
Deutschland und Polen aufzuteilen. Mitten durch eine eng verflochtene
Industrieregion verlief ab 1922 die neue deutsch-polnische Staatsgrenze.

Sowohl in der preußischen Provinz Oberschlesien auf deutscher als auch
in der Woiwodschaft Schlesien auf polnischer Seite entfaltete sich in
den zwanziger und dreißiger Jahren eine gesteigerte Bautätigkeit:
Administrations- und Wohngebäude entstanden, die nicht allein den
alltäglichen Bedürfnissen einer Region entsprachen, die sich nach
ihrer Teilung neu organisieren musste. Der Bauboom sollte auch
politische Signale aussenden. Das polnische Katowice und die deutsche
Dreistadt Gleiwitz-Hindenburg-Beuthen/O.S. verwandelten sich unter den
Vorzeichen nationaler Reorganisationswünsche in der Zeit nach dem
Ersten Weltkrieg in ein Experimentierfeld der Architekturmoderne. Die
Ergebnisse dieses Experimentes lassen sich bis heute in den Stadtbildern
anschaulich nachvollziehen.

Anhand der Entstehungs- und (Um-)Nutzungsgeschichte einzelner Bauten
sollen Schlaglichter auf das in der Zwischenkriegszeit geteilte
Oberschlesien geworfen werden. Eigenheiten im Bau auf deutscher und
polnischer Seite werden herausgearbeitet und miteinander verglichen. Im
Mittelpunkt steht die Analyse einzelner Gebäude der Architekturmoderne
in Katowice und Hindenburg/O.S. (nach dem Zweiten Weltkrieg wieder
Zabrze). Die TeilnehmerInnen werden die beiden Städte und ihr
architektonisches Erbe zunächst auf Grundlage von Fotografien, Texten
und Filmen kennenlernen und sodann vor Ort gemeinsam erkunden.
Gespräche mit (Kunst-)Historikern über die Region selbst, die
Entstehungszeit der modernen Bauten und ihre Einbettung in den
geschichtlichen Kontext bilden den Rahmen.

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TEILNAHME:

Die Exkursion richtet sich an deutsche und polnische Studierende mit
Interesse an transnationaler Geschichte und deutsch-polnischer
Beziehungsgeschichte sowie an Architektur und Stadtplanung. Die
Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Exkursionssprache ist
deutsch, es wird einen deutsch-polnischen Sprachmittler geben.

WELCHE LEISTUNGEN SIND INBEGRIFFEN?

* 3 Übernachtungen in Katowice incl. Frühstück und Verpflegung vor
Ort (Mittag- und Abendessen) in Mehrbettzimmern in der Jugendherberge
Jopi

* Fahrten vor Ort

* Arbeitsmaterialien

WELCHE LEISTUNGEN WERDEN VON DEN TEILNEHMERN ERWARTET?

Selbständige Anreise auf eigene Kosten (Bahn, Bus, Mitfahrgelegenheit,
Flug)

VORBEREITUNG DER TEILNEHMERINNEN:

Die TeilnehmerInnen der Studienreise erhalten einen Reader, in dem die
wichtigsten Informationen zu Stadtentwicklung und Architektur
zusammengefasst sind. In kleinen Teams (2-3 Personen) erarbeiten sie
sich im Vorfeld Informationen zu einzelnen Gebäuden bzw.
Stätten/Städten, die sie vor Ort vorstellen.

ANMELDUNG:

Bitte einen halbseitigen Lebenslauf mit einer knappen Begründung des
Interesses an der Studienreise bis zum 30. April 2019 an:
afsari(at)kulturforum.info

ORGANISATOREN:

Dr. Vasco Kretschmann, Kulturreferent für Oberschlesien,
Oberschlesisches Landesmuseum

Ariane Afsari, Deutsches Kulturforum östliches Europa

Bei Fragen stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Dr. Vasco Kretschmann

Kulturreferent für Oberschlesien

Stiftung Haus Oberschlesien

Bahnhofstr. 71

D-40883 Ratingen

Tel.: +49 (0)2102 965-321

Web: www.kulturreferat.oslm.de [1]

Sommerschule HSE St. Petersburg

Vom 3. September – 24. September 2019 findet an der Higher School of
Economics, Campus St. Petersburg die nunmehr 5. Internationale
Sommerschule “Die Topographie imperialer Macht: der politische und
kulturelle Raum St. Petersburg” statt. Sie richtet sich an Studierende
(BA/MA) geistes- und sozialwissenschaftlicher Fachrichtungen und bietet
neben einem Sprachkurs und Exkursionen einen Fachkurs, der bei Vorlage
eines Essays mit bis zu 5 ECTS-Points dotiert ist. Der DAAD stellt auch
in diesem Jahr für diese Sommerschule eine Anzahl von Stipendien zur
Verfügung. In der Anlage finden Sie einen Aushang, der über die
Sommerschule informiert. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie die
Studierenden Ihres Fachbereiches in geeigneter Weise über die
Sommerschule informieren könnten. Nähere Informationen über die
Konzeption der Sommerschule und ihre organisatorischen Modalitäten
finden Sie und alle Interessierten auf unserer Homepage
spb.hse.ru/impower [1].

Exkursionsjournal aus Weißrussland

Erste Zeichen einer sich wandelnden Erinnerungskultur?

Exkursion zum Thema „Holocaust und Patientenmorde in Belarus“, September 2018

Eigentlich erinnert nichts mehr an jüdisches Leben im heutigen Belarus (Weißrussland), das durch den Holocaust gewaltsam zerstört wurde. Nur sehr langsam entsteht eine Erinnerungskultur. 18 Studierende suchten nun auf einer Exkursion nach Zeugnissen der Vernichtung und lernten die ersten Denkmäler und Erinnerungsorte kennen, die von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) errichtet werden.

In Verbindung mit einem fakultäts- und institutsübergreifenden Lehrprojekt der Fächer Osteuropäische Geschichte, Praktische Philosophie sowie Geschichte der Medizin fand im September unter Leitung von Prof. Dr. Beate Fieseler und Prof. Dr. Simone Dietz eine aus zentralen QVM geförderte Exkursion nach Minsk und Mogilew statt. Standort der Gruppe war die Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte (IBB) in Minsk – ein deutsch-belarussisches Projekt, das seit mehr als 20 Jahren Bildungs-, Verständigungs- und Versöhnungsarbeit leistet. Die im Kontext des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion auf belarussischem Territorium begangenen Verbrechen und das der Bevölkerung zugefügte Leid sind in der historischen Forschung und in der Erinnerungskultur beider Seiten lange Zeit ausgeblendet worden. Dabei hat nahezu ein Viertel der belarussischen Bevölkerung den Krieg nicht überlebt; SS und deren Sicherheitsdienst töteten rund 500.000 einheimische und europäische Juden auf belarussischem Territorium. Für Düsseldorf kommt der Stadt Minsk besondere Bedeutung zu: Am 10. November 1941 wurden über den Schlachthof/Güterbahnhof Derendorf knapp 1000 jüdische Frauen, Kinder und Männer aus Düsseldorf und Umgebung zunächst ins Minsker Ghetto deportiert, bevor Erschießungskommandos sie im Frühjahr/Sommer 1942 in dem abgelegenen Waldstück Blagowschtschina in der Nähe von Minsk ermordeten. Dasselbe Schicksal ereilte dort Tausende österreichischer, tschechischer und weiterer deutscher Juden. Auch Gaswagen kamen bei den Mordaktionen zum Einsatz. Die genaue Opferzahl ist bis heute umstritten. Am 29. Juni nahm Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier an der Eröffnung der neu gestalteten Gedenkstätte auf dem Gelände dieses ehem. Vernichtungsortes teil. Die jüdischen Opfer werden jetzt erstmals explizit erwähnt. Ein erstes Zeichen für den Wandel der offiziellen Erinnerungskultur? Vielleicht. Der Kampf um die Deutungshoheit ist aber noch im Gange.    

1941 befanden sich in Nowinki bei Minsk und im rund 200 km östlich gelegenen Mogilew die damals größten psychiatrischen Einrichtungen des Landes. Weil die Wehrmacht die Gebäude für eigene Zwecke nutzen wollte, brachte man alle Patienten, darunter auch Kinder, durch Erschießen, Sprengstoff, Gas oder systematische Vernachlässigung zu Tode. Dank der Initiative lokaler NGOs gibt es inzwischen erste Denkmäler zur Erinnerung an die Mordaktionen. Die Exkursionsgruppe besichtigte diese verschiedenen historischen Stätten, die die Opfer und das Leiden der Zivilbevölkerung während der NS-Besatzung 1941– 44 ins Gedächtnis rufen. Ein anderes wichtiges Ziel der Reise waren Gespräche mit zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie die Auseinandersetzung mit der belarussischen Erinnerungskultur. Diese lernte die Gruppe im staatlichen Museum des „Großen Vaterländisch en Krieges“ in ihrer offiziösen, auf heroische und militärische Aspekte verengten Ausprägung kennen. Für die Integration des Holocaust in die offizielle Erinnerungskultur, deren eindimensionales Narrativ bisher nur „friedliche Sowjetbürger“ als Opfer gelten ließ, engagiert sich seit 2003 die Minsker Geschichtswerkstatt. Sie betreibt am historischen Ort, in einem der letzten erhaltenen Gebäude des Minsker Ghettos, Zeitzeugen- und Bildungsarbeit. Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt machten die Gruppe mit dem digitalen Zeitzeugenarchiv und der lokalen Praxis, Oral History zu betreiben, bekannt. Im Seminar entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann Fragen für ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Jakow Krawtschinskij. Als Kind konnte er sich zu den Partisanen retten und gehört heute zu den letzten Überlebenden des Minsker Ghettos. Ohne sachkundige Führung wären weder die Umrisse noch zentrale Gebäude des ehemaligen Ghettos als solche zu erkennen. Ähnlich verhält es sich in Mogilew. Mitglieder von NGOs rekonstruieren und dokumentieren heute die lange verlorenen Spuren  jüdischen Lebens.

Journale zu den durch zentrale QVM der HHU und aus Mitteln des Auswärtigen Amtes geförderten Exkursionen zum Thema "Patientenmorde", Minsk, 23. - 30. September 2018 sowie Düsseldorf und Umgebung, 3. - 08. Dezember 2018, finde Sie unter den nachfolgenden Links.

undefinedDüsseldorf undefinedMinsk.

       Beate Fieseler/Simone Dietz

 

 


Neuerscheinungen:

  • Fieseler, Beate; Roger D. Markwick (Eds.): Die sowjetische Heimatfront 1941 - 1945; Alltagsleben in den Kriegsjahren, Moskau 2019 (in russischer Sprache)
  • Fieseler, Beate; Rósa Magnusdottir (Hg.): Die Sowjetunion und die USA im 20. Jahrhundert: Die Wahrnehmung des jeweils "anderen", Moskau 2017 (in russischer Sprache).
Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenProf. Dr. Beate Fieseler