Laufende Dissertationsprojekte

 

Dissertationsprojekt von Dennis Bergmann M.A.

Thema: Supranationale Regulierung im "langen" 19. Jahrhundert: Die Brüsseler Zuckerkonvention von 1902 bis 1914.

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Guido Thiemeyer

Beschreibung: Im Zuge des Promotionsvorhabens wird die Geschichte der internationalen Brüsseler Zuckerkommission aufgearbeitet. Durch hohe staatliche Prämien war der Zuckermarkt Ende des 19. Jahrhunderts mit billigem Rübenzucker überschwemmt worden. Aufgabe der 1902 gegründeten Kommission war es nun, den europäischen Zuckermarkt zu regulieren und die Vergabe staatlicher Subventionen zu unterbinden. Bei der Untersuchung stehen folgende Punkte im Fokus: die internationale Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten, die Funktionsweise der Kommission und deren supranationale Elemente und die Entscheidungsprozesse innerhalb der damaligen deutschen Regierung.


 

Dissertationsprojekt von Philipp Lührs M.A.

ThemaDie Entstehung eines einheitlichen Patentrechtes in Wirtschaftsräumen. Das Deutsche Kaiserreich und die EG im Vergleich

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Guido Thiemeyer

Beschreibung: Philipp Lührs promoviert über die Entstehung des Reichspatentgesetzes von 1877 und des europäischen Patentübereinkommens von 1973 im Vergleich. Die Einigung des Deutschen Reiches und die Einigung der EU bzw. EWG brachte die Rechtsvereinheitlichung zwischen vielen einzelnen Staaten mit sich. Ziel der Arbeit ist es, die jeweiligen politischen Prozesse und insbesondere die jeweiligen Kanäle des Lobbyismus am Beispiel des Patentrechts zu untersuchen.


 

Dissertationsprojekt von Christina Satzvey M.A.

Thema: "Die Kriegsressource Pferd im Ersten Weltkrieg" (AT)

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Guido Thiemeyer

Beschreibung: Pferde wurden bereits Jahrhunderte und Jahrtausende vorher als Waffe und Nutztier eingesetzt, mit Beginn des Ersten Weltkrieges und seinen großen Materialschlachten änderten sich die Dimensionen jedoch drastisch. Pferde wurden zu einer wichtigen Kriegsressource – genutzt von allen Kriegsparteien. Ziel der Arbeit ist es, diese Ressource in all ihren Facetten inklusive der für den Einsatz von Pferden und der kompletten Verwertung der Pferde benötigten Infrastruktur zu untersuchen. Im Fokus steht hierbei der Einsatz von Pferden auf deutscher Seite sowie die Rückwirkungen auf die Heimatfront.



Dissertationsprojekt von Henning Steinhöfel M.A.

Thema: "Deutsche im niederländischen Exil während des Ersten Weltkriegs"

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Guido Thiemeyer

Beschreibung: Untersucht wird die deutsche Emigration in das neutrale Nachbarland Niederlande während der Jahre 1914-18. Der Fokus liegt dabei u.a. auf der Emigrationsmotiviation bzw. den Gründen für den Gang ins Exil, die Etablierung am neuen Wohnort sowie die Behandlung durch die Niederländer selbst. Genauer untersucht werden sollen dabei vor allem Prozesse der Vernetzung zwischen den deutschen Emigraten sowie die Auswirkung dieser Netzwerkbildung.



Dissertationsprojekt von Daniel Anders M.A.

Titel: "Das Zünglein an der Waage?" - Englands Außenpolitik in der Julikrise 1914"

Betreuer: Univ.-Prof. i. R. Dr. Gerd Krumeich

Beschreibung: Ziel dieser Arbeit ist eine eingehende Analyse der englischen Außenpolitik in der Julikrise 1914 unter dem Aspekt der verstehenden Strukturgeschichte. Als Basis für diese Untersuchung gilt es neben den Mechanismen der Außenpolitik Großbritanniens eine kognitive Karte Sir Edward Greys und dessen Politik zu erstellen, um im Anschluß daran eine fundierte sowie aussagekräftige Einschätzung der englischen Rolle im Ausbruch des Ersten Weltkriegs leisten zu können.



Dissertationsprojekt von Eva Maria Holly

Titel: "Die Entstehung transnationaler medialer Öffentlichkeiten in Europa am Beispiel der Zerstörung Gernikas im Spanischen Bürgerkrieg."

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Guido Thiemeyer

Beschreibung: Das Dissertationsprojekt untersucht transnationale mediale Öffentlichkeiten in Europa in den 1930er Jahren. Es wird anhand der Presseberichterstattung deutscher, französischer, englischer und schweizerischer Tageszeitungen danach gefragt, ob sich am Beispiel der Zerstörung Gernikas im Spanischen Bürgerkrieg transnationale mediale Öffentlichkeiten auf europäischer Ebene ausmachen lassen und wie sich diese konstruierten. Das Projekt zielt darauf ab Strukturen transnationaler medial geschaffener Öffentlichkeiten aufzuzeigen und Wahrnehmungsmuster herauszuarbeiten.



Dissertationsprojekt von Mareike Schön M.A.

Titel: „Desertion und Meuterei während des Ersten Weltkrieges und ihre Darstellung im Comic“

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Guido Thiemeyer

Beschreibung: Ein zentrales Thema in Kriegscomics ist die individuelle und kollektive Gewalterfahrung sowie ihre Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft. Ausgehend von Gewalterfahrungen auf dem Schlachtfeld entwickeln sich Konflikte zwischen einfachen Soldaten und ihren Vorgesetzten, die im Laufe der Handlung entweder in die individuelle Desertion oder die kollektive Meuterei münden. Gegenstand dieses Dissertationsprojektes sind deutsche, englische und französische Comics, die den Themenkomplex Desertion und Meuterei im Ersten Weltkrieg behandeln.

Geschichtscomics vermitteln Inhalte und Sinnkonstruktionen, insbesondere, wenn sie ein stark emotionalisierendes Thema wie den Ersten Weltkrieg behandeln, und sind von ihrem jeweiligen historischen Entstehungszeitraum beeinflusst. Sie ermöglichen damit auch Rückschlüsse auf das Geschichtsbild, das ihrer Entstehung zugrunde liegt und sind Träger von Erinnerungskultur. Die Auswahl des Themenkomplexes um Desertion und Meuterei eignet sich zum einen aufgrund seiner Greifbarkeit, zum anderen aufgrund der sich verändernden und international unterschiedlichen Bewertung der Desertion bzw. der Meuterei. Die Darstellungsweisen im Comic variieren international und verändern sich im Laufe der Zeit. Nationale werden zunehmend zu internationalen Perspektiven. Welches Bild des Ersten Weltkrieges in Geschichtscomics vermittelt wird, wie es sich wandelt und welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu diesen Veränderungen führen,  soll in dieser Arbeit untersucht werden. Am Ende steht die Frage, ob sich eine transnationale Erinnerungskultur an den Ersten Weltkrieg entwickelt.



Dissertationsprojekt von Sara-Verena Adamsky M.A.

Thema: "Der Erste Weltkrieg in den "Erinnerungsblättern deutscher Regimenter" Ein Beitrag zur Mentalitätsgeschichte der Weimarer Republik"

Betreuer: Univ.-Prof. i. R. Dr. Gerd Krumeich

Beschreibung: Das Ziel der Dissertation ist es, die Inhalte und den Verlauf des innermilitärischen Kriegsdiskurses zwischen 1918 und 1939 zu untersuchen. Dadurch soll das Wissen über militärische Denkmuster und Mentalitäten von der Nachkriegszeit über die Weimarer Republik bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs entscheidend erweitert werden. Zu diesem Zweck werden die Darstellung und die Deutung des Ersten Weltkrieges in den Erinnerungsblättern deutscher Regimenter analysiert.
Obwohl diese umfangreiche Schriftenreihe soldatischer Erinnerungsliteratur als Quelle für die Erforschung binnenmilitärischer Weltkriegstradierung eine essenzielle Bedeutung hat, da sie wertvolle Einblicke in Inhalt und Verlauf des Kriegsdiskurses der (ehemaligen) Militärangehörigen liefert, wurde sie in der Forschung bisher nur wenig beachtet.
Durch eine Verschränkung geschichts- und literaturwissenschaftlicher Methoden zur Quellen- beziehungsweise Textanalyse soll nicht nur der Inhalt des Diskurses, sondern auch seine sprachliche Form erfasst werden. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Untersuchung der  Topik (etwa: „Dolchstoß“, „im Felde unbesiegt“) gelegt. Die Arbeit soll nicht nur eine Betrachtung des Ersten Weltkriegs als Gegenstand eines gesellschaftlichen Diskurses darstellen, sondern gleichzeitig die Möglichkeit bieten, die Erinnerungsblätter als erinnerungsgeschichtliche Quelle kritisch zu erschließen und sie so zum Ausgangspunkt weiterer Forschungsarbeiten werden zu lassen.


 

Dissertationsprojekt Jonas Krüning M.A.

Thema: "Wandel der militärischen Kooperation zwischen den Belgischen Streitkräften in Deutschland (BSD) und der Bundeswehr bis 1990"

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Guido Thiemeyer

Beschreibung: Mit der Einrichtung der britischen Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich ab 1946 rasch eine Unterbesatzungsbehörde, welche von den Belgischen Streitkräften (BSD) in Nordrhein-Westfalen und Nordhessen verwaltet wurde. Mit dem Abzug der belgischen Truppen aus „Camp Vogelsang“ in der Eifel 2004 endete die knapp 60-jährige Besatzungszeit der BSD in der Bundesrepublik Deutschland.

Das Dissertationsvorhaben konzentriert seinen Blick auf die militärische Zusammenarbeit zwischen den BSD und dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) sowie der deutschen Bundeswehr von 1955 bis 1990. Auf der Grundlage von Quellen aus dem Bundesarchiv Freiburg, dem "Belgischen Archiv" des heutigen NS-Dokumentationszentrums Vogelsang und dem Archiv des belgischen Verteidigungsministeriums in Evere/Brüssel sollen die kooperierenden Akteure auf Seiten der BSD und des BMVg herausgearbeitet werden. Neben den Themen, welche die Kooperation geprägt haben, werden auch Konflikte und Probleme innerhalb der militärischen Zusammenarbeit dargestellt. Die Forschungsarbeit setzt sich als Ziel, den Forschungsstand hinsichtlich der belgischen Besatzung Nachkriegsdeutschlands zu erweitern und den Wandel der militärischen Kooperation zwischen ehemaligen Feinden des Zweiten Weltkriegs hin zu Partnern in der Zeit des Kalten Kriegs zu erläutern.


 

Dissertationsprojekt Isabell Koch M.A.

Thema: "Die deutschen Kriegsgefangenen in französischem Gewahrsam 1914-1920"

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Guido Thiemeyer

Beschreibung: Kriegsgefangenschaft im Ersten Weltkrieg war lange Zeit ein international vernachlässigtes Thema, bis zum heutigen Tag gibt es kaum Forschung zum Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich. Die Intention der Dissertation ist es, diese Forschungslücke zu schließen und die Situation der deutschen Kriegsgefangenen in französischem Gewahrsam (Frankreich und Nordafrika) von Kriegsbeginn bis zur Freilassung der letzten Soldaten zu untersuchen. Der Schwerpunkt wird dabei auf die folgenden Themen gelegt: Zunächst soll der Aufbau des französischen Lagersystems nachgezeichnet werden, seine Organisation und Struktur. Weiteres Untersuchungsfeld ist die Behandlung der Gefangenen, zudem soll ihre Rolle als politisches Instrument/ihre diplomatische Bedeutung herausgestellt werden. Darüber hinaus werden anhand kultureller, psychologischer und sozialer Aspekte das Leben und der Alltag im Lager thematisiert. Schließlich wird besonderes Augenmerk auf den Zeitraum nach dem Waffenstillstand gelegt, auf die relativ späte Repatriierung der deutschen Soldaten und damit verbundene Schwierigkeiten.



Dissertationsprojekt Sabrina Proschmann M.A.

Thema: "Infrastrukturen, infrastrukturelle Zusammenarbeit und die Kontinuität in der europäischen Integration: Der Europäische Post und Fernmeldeverein (EUROPTT)"

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Guido Thiemeyer

Beschreibung: Die historische Forschung geht bisher von der These aus, dass der Zweite Weltkrieg in der Geschichte der europäischen Integration eine Zäsur darstellt. Dies möchte das Projekt kritisch hinterfragen, indem es die Zusammenarbeit der europäischen Staaten bei der Regulierung grenzüberschreitender Infrastrukturnetze während des Zweiten Weltkriegs untersucht und in die langfristigen Entwicklungen einbettet. Die deutsch-französischen Beziehungen spielten in diesem Kontext eine Schlüsselrolle, weil sich das Wechselspiel von Kooperation, Kollaboration und Konkurrenz zwischen beiden Staaten als ein entscheidender Motor der einzelnen Integrationsschritte erwies. Besonderes Augenmerk wird auf den Europäischen Post und Fernmeldeverein gelegt. Diese 1942 auf eine deutsch-italienische Initiative hin gegründete internationale Organisation mit breiter europäischer Mitgliederbasis arbeitete nicht nur zwei Jahre recht stabil, sondern wies vielfältige Kontinuitäten zu Entwicklungen vor 1939 und nach 1945 auf.

Die drei beteiligten Universitäten – Düsseldorf, Siegen und Paris-Sorbonne – arbeiten an drei interdependenten Arbeitsbereiche: (1) der Europäische Post und Fernmeldeverein im Krieg, (2) die Kontinuitäten, Diskontinuitäten und Zäsuren im Bereich Post und Fernmeldewesen und (3) der Vergleich mit anderen Infrastruktursektoren. Dadurch vermag das deutsch-französische Projekt zu einer partiellen Neubewertung des europäischen Integrationsprozesses und der deutsch-französischen Beziehungen beizutragen.

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenProf. Dr. Guido Thiemeyer