25.01.16 13:57

Tradition und Staatsraison

Am 3. Februar 2016 (19:30 Uhr) wird Prof. Dr. Dan Diner im Haus der Universität über die Begründung der deutsch-israelischen Beziehungen sprechen.

Am 10. September 1952 wurde das Luxemburger Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staate Israel unterzeichnet. Die Präsentation sucht jenseits der klassischen Politik- und Diplomatiegeschichte die Tiefenschichten dieses Augenblicks auszuleuchten und dabei die rituellen und habituellen Momente einer choreographierten Begegnung in mikrologischer Absicht abzubilden. Es geht vornehmlich um Fragen der Verwandlung der Juden nach dem Holocaust - um Gedächtnis, Ritus, Tradition und Staatsraison.

Dan Diner ist Professor für Moderne Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Zu seinen bekanntesten Bücher gehören Das Jahrhundert verstehen. Eine universalhistorische Deutung (München 1999) und Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt (Berlin 2005), die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und vor Kurzem erneut auf Deutsch in Taschenbuchausgabe erschienen sind. Sein neuestes Buch ist Rituelle Distanz. Israels deutsche Frage (München 2015).

Die Veranstaltung wird vom Institut für Jüdische Studien und dem Institut für Geschichtswissenschaften organisiert. Das Gespräch führt Prof. Dr. Marion Aptroot; Prof. Dr. Guido Thiemeyer wird vorab ein Grußwort halten.

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