Liebe Freunde und Förderer der Geschichtswissenschaften,

im Rahmen unserer Reihe “Historisches Düsseldorf” möchte ich Sie zu
einem historischen Altstadtrundgang mit Dr. Rudolf Alberg einladen:

                       am Di, den 16.4.2019 um 15:00 Uhr

Treffpunkt ist das Stadterhebungsdenkmal an der Düssel am Burgplatz.

Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 25 begrenzt.
Bitte melden Sie sich bis zum 31.3.2019 an unter:
                             egritz(at)t-online.de

Im Anschluss treffen wir uns noch in der “Laterne” im Schlossturm.


Monatstermine im Haus der Universität


am 4.4.2019

Prof. Dr. Anja Bettenworth, Uni Köln

”Der Kirchenvater Augustinus in der Literatur des modernen Maghreb”

Die Person des Kirchenvaters Augustinus ist hierzulande in der 
öffentlichen Wahrnehmung vor allem als westlicher Kirchenvater bekannt. 
Nur wenigen dürfte bekannt sein, dass dieser vermeintlich "europäische" 
Theologe im Gebiet des heutigen Algerien geboren wurde und die meiste 
Zeit seines Lebens in Nordafrika verbrachte. In der Literatur der 
modernen Maghrebstaaten findet dagegen seit einiger Zeit eine 
Rückbesinnung auf die antiken Wurzeln der Region statt, zu denen auch 
das Wirken des Augustinus gehört.
der Vortrag gibt Einblick in diese bisher wenig bekannte, magrebinische 
Sicht auf den Kirchenvater und damit auf das gemeinsame Erbe Europas und 
Nordafrikas.

am 16.5.

Dr. Rainer Karlsch, Institut für Zeitgeschichte Berlin

“Blühende Landschaften?" Das Kanzlerversprechen zum Erhalt des mitteldeutschen Chemiedreiecks und seine Umsetzung in den 1990er Jahre
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Die Treuhandanstalt privatisierte in nur dreieinhalb Jahren eine gesamte Volkswirtschaft. Die Ergebnisse ihrer Tätigkeit sind bis heute hochumstritten. Seit kurzem können die Akten der Privatisierungsanstalt eingesehen werden. Im Rahmen eines Projekts zur Geschichte der Treuhandanstalt wertet das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin diese Unterlagen aus. Rainer Karlsch stellt in seinem Vortrag Ergebnisse aus seinen Forschungen zur Privatisierung der ostdeutschen Wirtschaft vor.


am 6.6.

Isabelle Schwarzburger

Die Düsseldorfer Kreuzherren

1443 ließen sich die Kreuzherren auf Bestreben des Herzogs Gerhard von Jülich-Berg in der noch jungen Stadt Düsseldorf nieder. Dieser Orden, vermutlich im 13. Jahrhundert in Belgien gegründet, gehört zu einer Reihe sog. Kreuzherrenorden die sich zu dieser Zeit unabhängig voneinander entwickelten. Der Düsseldorfer Konvent zählt zu den Ordo Sanctae Crucis (OSC). Diese standen den Bettelorden sehr nahe und lebten nach der Augustinerregel. Ihre Statuten waren stark an die der Dominikaner angelehnt. Der Orden breitete sich rasch Frankreich, den Niederlanden und im Rheinland aus.

Durch die rege Unterstützung des Herzogs und seiner Frau Sophia von Sachsen-Lauenburg, wuchs das Düsseldorfer Kloster schnell. Die Ordensbrüder ließen sich direkt vor dem Liebfrauentor außerhalb der Stadt nieder, wo sie ihre Kirche und ihr Kloster bauten.
Die Kreuzherren betätigten sich in der Seelsorge, als Prediger und Beichtväter in Düsseldorf, mussten sich aber diese Aufgaben mit den Kanonikern des Marienstifts (St. Lambertus) teilen, das schon seit vermutlich 1288 existierte.
Die Kreuzherren dürften aber einen nicht geringen Einfluss in Düsseldorf gehabt haben, so finden sich in dem Kloster Namen von bedeutenden Düsseldorfer Familien wieder. Durch Besitzungen, Stiftungen und Spenden sammelten sie einigen Reichtum an. So konnten sie eine große Bibliothek mit ca. 4000 Büchern aufbauen, die sie in ihren Pflichten innerhalb der Stadt und des Ordens unterstützen sollte.

am 4.7.

PD. Dr. Andreas Rutz

”Frauen und Herrschaft in der Vormoderne. Die Herzoginnen von Kleve 1417–1609”


Weibliche Herrschaftspartizipation war im vormodernen Europa keine Ausnahme. Vielmehr erscheint sie im Rahmen des dynastischen Systems als gängiger Bestandteil der Herrschaftspraxis. Entscheidend für diese neue Sichtweise der Forschung ist neben der geschlechtergeschichtlichen Perspektive ein gewandeltes Verständnis von Herrschaft. Diese wird nicht mehr als ‚One-Man-Show‘ verstanden, sondern als komplexes Zusammenspiel unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure, die sowohl auf institutionellem Wege, aber insbesondere auch informell an Herrschaft partizipierten und Politik betrieben. Der Vortrag zeigt am Beispiel der Herzoginnen von Kleve die diesbezüglichen Möglichkeiten von Frauen auf. Neben den Vereinigten Herzogtümern Jülich-Kleve-Berg geraten dabei auch das Heilige Römische Reich und seine Territorien sowie die europäische Staatenwelt als weibliche Handlungsräume in den Blick.

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