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Laufende Forschungsprojekte

Verschwörungstheorien umgeben uns scheinbar überall. Aber nicht nur die aktuelle Medienberichterstattung ist voll von Fiktionen über geheime Machenschaften und Pläne, über Drahtzieher und deren Marionetten. Selbst Staatsführungen greifen auf sie zurück. Denn Verschwörungstheorien zeichnen sich durch eine klare Botschaft aus: Sie versuchen, komplexe, als Missstand wahrgenommene Zusammenhänge monokausal als Machenschaften einer Gruppe von Verschwörern zu erklären. Etwa, wenn das Konstrukt vom „Jüdischen Bolschewismus“ „die Juden“ zum Drahtzieher der Oktoberrevolution macht – eine Vorstellung die nach Westen ausstrahlte, um insbesondere in den kriegstraumatisierten und krisengeschüttelten jungen Nachkriegsstaaten Europas ihre eigentliche Konjunktur zu erleben. Oder wenn die landwirtschaftliche Krise im Ostmitteleuropa im Kalten Krieg mit dem Abwurf von „Amikäfern“ im Auftrag von Militär und Wallstreet oder Sabotage durch „bourgeoise Zionisten“ erklärt wird. Verschwörungstheorien waren (und sind) zur Vermittlung bestimmt. Hier setzt das Projekt an, indem die medialen Produkte – Text- und Bildquellen – vergleichend analysiert werden. Erste Ergebnisse im Rahmen der Lehre sind die Ausstellung „Wer zog die Drähte? Verschwörungstheorien im Bild“ (Wintersemester 2010/2011) sowie der gleichnamige Ausstellungskatalog, der mit finanzieller Unterstützung der Anton-Betz-Stiftung 2012 bei düsseldorf university press erscheinen konnte.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Die politischen Prozesse, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den osteuropäischen Volksdemokratien gegen Oppositionelle wie Kommunisten stattfanden, gelten zu Recht als Höhepunkte stalinistischen Terrors. Sie werfen ein Schlaglicht auf Repressions- wie auf Integrationsversuche im Sozialistischen Lager und damit in einer zentralen Konfliktzone des Kalten Krieges. Das Vorhaben untersucht an Fallbeispielen die kommunikativen Anstrengungen, die seitens der politischen Führungen unternommen wurden, um möglichst große Teile der Bevölkerung anzusprechen und einzubinden. Schauprozesse sollen auf Inszenierung und Medialisierung hin untersucht werden.
Im Rahmen der Lehre (Wintersemester 2014/15 und Sommersemester 2015) ist dazu mit finanzieller Unterstützung des Lehrförderfonds der HHU eine Online-Ausstellung entstanden. Unter dem Titel Inszenierung und Medialisierung politischer Justiz in Osteuropa werden multimediale Exponate zu zehn Prozessen aus vier osteuropäischen Staaten präsentiert. Die Ausstellung ist bis Dezember 2018 auf http://schauprozesse.de freigeschaltet. Weitere Informationen finden Sie hier.

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