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Team Geschichte und Kulturen Osteuropas

Foto von Ute Caumanns

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Dr. Ute Caumanns
Gebäude: 23.31
Etage/Raum: 05.65
+49 211 81-14559

Vita

 

Studium der Geschichte, Anglistik und Germanistik in Düsseldorf. Promotionsstipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie des DAAD und der Polnischen Akademie der Wissenschaften; 1991-1995 wissenschaftliche Bearbeiterin des Drittmittelprojekts „Technischer Fortschritt und Sozialer Wandel in deutschen Ostprovinzen“; Promotion mit einer Dissertation über die Jesuitenpresse in Polen in der Zwischenkriegszeit (Düsseldorf 1995); 1996-2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Historischen Institut Warschau; 2001-2003 DFG-Stipendiatin mit einem Projekt zur öffentlichen Gesundheit in Russisch-Polen im 19. Jahrhundert;

Mitglied der European Cooperation in Science & Technology (COST) Action Comparative Analysis of Conspiracy Theorie

seit 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichtswissenschaften V – Geschichte und Kulturen Osteuropas.

 

Forschungsschwerpunkte

  • Sozialgeschichte der Medizin, Stadtentwicklung, Öffentlichkeit (19./20. Jh.)
  • Polnisch-russische Beziehungen  (19./20. Jh.)
  • Politischer Katholizismus in Polen (Zwischenkriegszeit)
  • Verschwörungstheorien
  • Stalinistische Schauprozesse
  • Verschwörungstheorien

Forschungsprojekte

Zwischen gesellschaftlicher Initiative und staatlicher Intervention. Öffentliche Gesundheit in Russisch-Polen am Beispiel Warschaus (1815-1915)

Öffentliche Gesundheit bedeutet die politische und gesellschaftliche Antwort auf eine existenzielle Frage – individuelle Gesundheit. In einem Gebiet wie Russisch-Polen, das seine staatliche Selbständigkeit verloren hatte, befand sich Public Health in einem Dreieck von russischer imperialer Politik auf verschiedenen Ebenen, der Institution der Stadtverwaltung und der gesellschaftlichen Selbstorganisation. Das Projekt untersucht die wechselseitigen Beziehungen am Fall der Metropole und alten Hauptstadt Warschau. Dabei sind die Umstände des medizinisch-technologischen Wissenstransfers ebenso zu diskutieren, wie die Frage nach den Trägern, den zeitgebundenen Inhalten öffentlicher Gesundheit und ihrer ideologischen Aufladung. Das Problem ‚Stadt und Gesundheit‘ dient als Prüfstein für die Diskussion um ‚Bürgerlichkeit‘ sowie als Beitrag zu einer polnisch-russischen Beziehungsgeschichte, welche staatliche Repression, gesellschaftlichen Widerstand und Formen des Modus Vivendi ins Blickfeld nimmt.

Verschwörungstheorien in historischer Perspektive

Verschwörungstheorien umgeben uns scheinbar überall. Aber nicht nur die aktuelle Medienberichterstattung ist voll von Fiktionen über geheime Machenschaften und Pläne, über Drahtzieher und deren Marionetten. Selbst Staatsführungen greifen auf sie zurück. Denn Verschwörungstheorien zeichnen sich durch eine klare Botschaft aus: Sie versuchen, komplexe, als Missstand wahrgenommene Zusammenhänge monokausal als Machenschaften einer Gruppe von Verschwörern zu erklären. Etwa, wenn das Konstrukt vom „Jüdischen Bolschewismus“ „die Juden“ zum Drahtzieher der Oktoberrevolution macht – eine Vorstellung die nach Westen ausstrahlte, um insbesondere in den kriegstraumatisierten und krisengeschüttelten jungen Nachkriegsstaaten Europas ihre eigentliche Konjunktur zu erleben. Oder wenn die landwirtschaftliche Krise im Ostmitteleuropa im Kalten Krieg mit dem Abwurf von „Amikäfern“ im Auftrag von Militär und Wallstreet oder Sabotage durch „bourgeoise Zionisten“ erklärt wird. Verschwörungstheorien waren (und sind) zur Vermittlung bestimmt. Hier setzt das Projekt an, indem die medialen Produkte – Text- und Bildquellen – vergleichend analysiert werden. Erste Ergebnisse im Rahmen der Lehre sind die Ausstellung „Wer zog die Drähte? Verschwörungstheorien im Bild“ (Wintersemester 2010/2011) sowie der gleichnamige Ausstellungskatalog, der mit finanzieller Unterstützung der Anton-Betz-Stiftung 2012 bei düsseldorf university press erscheinen konnte.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Schauprozesse und der Kalte Krieg in Ostmitteleuropa (1948-1956)

Die politischen Prozesse, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den osteuropäischen Volksdemokratien gegen Oppositionelle wie Kommunisten stattfanden, gelten zu Recht als Höhepunkte stalinistischen Terrors. Sie werfen ein Schlaglicht auf Repressions- wie auf Integrationsversuche im Sozialistischen Lager und damit in einer zentralen Konfliktzone des Kalten Krieges. Das Vorhaben untersucht an Fallbeispielen die kommunikativen Anstrengungen, die seitens der politischen Führungen unternommen wurden, um möglichst große Teile der Bevölkerung anzusprechen und einzubinden. Schauprozesse sollen auf Inszenierung und Medialisierung hin untersucht werden.
Im Rahmen der Lehre (Wintersemester 2014/15 und Sommersemester 2015) ist dazu mit finanzieller Unterstützung des Lehrförderfonds der HHU eine Online-Ausstellung entstanden. Unter dem Titel Inszenierung und Medialisierung politischer Justiz in Osteuropa werden multimediale Exponate zu zehn Prozessen aus vier osteuropäischen Staaten präsentiert. Die Ausstellung ist bis Dezember 2018 auf http://schauprozesse.de freigeschaltet. Weitere Informationen finden Sie hier.
 

Monographien
  • Die polnischen Jesuiten, der Przegląd Powszechny und der politische Katholizismus in der Zweiten Republik. Ein Beitrag zur Geschichte der katholischen Presse Polens zwischen den Weltkriegen (1918-1939), Dortmund 1996, (=Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund, Reihe B, Bd. 55); zugl. Düsseldorf, Univ., Diss 1995.
  • Gemeinsam mit Michael G. Esch: Technischer Fortschritt und sozialer Wandel. Wirkungen der industriellen Entwicklung in kleinen Regionen und Städten ausgewählter deutscher Ostprovinzen im Vergleich, Bonn 1996 (=Historische Forschungen, hg. v. d. Kulturstiftung der Deutschen Vertriebenen).
  • Technischer Fortschritt und sozialer Wandel in deutschen Ostprovinzen. Ein Vergleich ausgewählter Mittel- und Westprovinzen, Bonn 1994, (=Historische Forschungen, hg. v. d. Kulturstiftung der Deutschen Vertriebenen).
Aufsätze und Beiträge in Sammelwerken (Auswahl)
  • [in Vorbereitung] Gemeinsam mit Marcin Moskalewicz u. Fritz Dross: Jewish – Ger-man – Polish: Histories and Traditions in Medical Culture. In: Dies. (Hg.): Jewish Med-icine and Healthcare in Central Eastern Europe – Shared Identities, Entangled Histories. Erscheint 2018 in der Reihe „Religion, Spirituality and Health: A Social Scientific Ap-proach“ bei Springer International Publishing.
  • [in Vorbereitung] Alte und neue soziale Gruppen. Sozialer Wandel, in: Polen in der eu-ropäischen Geschichte. Ein Handbuch (= Bd. II, Teil III, Kap. 4b).
  • [in Vorbereitung] Organische Arbeit und staatsgesellschaftliche Integration, in: Polen in der europäischen Geschichte. Ein Handbuch (= Bd. II, Teil III, Kap. 4c).
  • Performing and Communicating Conspiracy Theories: Stalinist Show Trials in Eastern Europe during the Cold War. In: Leone, Massimo (Hg.): Complotto/ Conspiracy. In: Lexia. Journal of Semiotics, Bd. 23-24 (2016), 269-288.
  • Verschwörungsdenken in der politischen Führung Polens im Kalten Krieg. Bierut, Berman, Werfel und der „Prozess der Generäle”. In: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2016, S. 181-194.
  • Der Feind im Innern. Stalinistische Schauprozesse und Verschwörungsdenken im Kalten Krieg. In: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, Themenheft Verschwörungen, (2015) H. 4, S. 80-87.
  • Der Teufel in Rot. Trockij und die Ikonographie des "jüdischen Bolschewismus" im polnisch-sowjetischen Krieg, 1919/1920. In: zeitenblicke 10, Nr. 2, [22.12.2011]; online verfügbar.
  • Gemeinsam mit Silke Fehlemann: Die Hand an der Wiege. Mütter- und Säuglingsfürsorge in vergleichender Perspektive: deutsche und polnische Verhältnisse um 1900. In: Michael Sachs, Bożena Płonka Syroka, Fritz Dross (Hrsg.): Współpraca na polu medycyny między Niemcami i Polakami / Austausch in der Medizin zwischen Deutschen und Polen, Wrocław 2008, S. 155-177.
  • Modernisierung unter den Bedingungen der Teilung. Überlegungen zur Frage strukturellen und kulturellen Wandels in Warschau am Beispiel öffentlicher Gesundheit. In: Carsten Goehrke, Bianka Pietrow-Ennker: Städte im östlichen Europa. Zur Problematik von Modernisierung und Raum vom Spätmittelalter bis zum 20. Jahrhundert, Zürich: Nomos Verlag, 2006, S. 365-391.
  • Mietskasernen und „Gläserne Häuser“: Soziales Wohnen in Warschau zwischen Philanthropie und Genossenschaft (1900-1939). In: Alena Janatková und Hanna Kozińska-Witt (Hrsg.): Wohnen in der Großstadt 1900-1939. Wohnsituation und Modernisierung im europäischen Vergleich (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa), Stuttgart 2006, S. 205-224.
  • Gesundheitssicherung als polnisch-russische Beziehungsgeschichte: Die Warschauer Hygieneausstellungen von 1887 und 1896, in: Archiwum Historii i Filozofii Medycyny 67 (2004) H. 3-4, S. 163-178.
  • Gemeinsam mit Mathias Niendorf, Raum und Zeit, Mensch und Methode: Überlegungen zum Phänomen der Verschwörungstheorie, in: Verschwörungstheorien. Anthropologische Konstanten – historische Varianten, hrsg. v. dens. (=Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Bd. 6) Osnabrück 2001, S. 197-210.
  • Miasto i zdrowie a perspektywa porównawcza. Uwagi metodyczne na przykładzie reform sanitarnych  w XIX-wiecznej Warszawie [Stadt und Gesundheit in vergleichender Perspektive. Methodische Bemerkungen am Beispiel der Warschauer Sanitätsreformen im 19. Jh.], in: Medycyna Nowożytna, 7, 2000, H. 1, S. 45-62.
  • Gemeinsam mit Mathias Niendorf, Von Kolbe bis Kielce. Ein Heiliger, seine Presse und die Geschichte eines Pogroms, in: „Der Fremde im Dorf“. Überlegungen zum Eigenen und zum Fremden in der Geschichte. Rex Rexheuser zum 65. Geburtstag, hrsg. v. Hans-Jürgen Bömelburg u. Beate Eschment, Lüneburg 1998, S. 169-194.
Herausgeberschaften
  • [in Vorbereitung] Gemeinsam mit Marcin Moskalewicz u. Fritz Dross: Jewish Medici-ne and Healthcare in Central Eastern Europe – Shared Identities, Entangled Histories. Erscheint 2018 in der Reihe „Religion, Spirituality and Health: A Social Scientific Ap-proach“ bei Springer International Publishing.
  • Gemeinsam mit Lars Gronau, Christian Lange und Tim Mörsch: Wer zog die Drähte? Verschwörungstheorien im Bild, Düsseldorf: düsseldorf university press, 2012; zur Infoseite des Verlages.
  • Gemeinsam mit Fritz Dross und Anita Magowska: Medizin und Krieg in vergleichender Perspektive / Medycyna a wojna w perspektywie historycznej. Frankfurt a.M.: Lang Verlag, 2012, 493 S. (=Medizingeschichte im Kontext, 17); zur Infoseite des Verlages.
  • gemeinsam mit Mathias Niendorf: Verschwörungstheorien. Anthropologische Konstanten – historische Varianten (=Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Bd. 6), Osnabrück: fibre-Verlag, 2001.

Kooperationspartner außerhalb der Universität

Pole-Position. Polnischer Projekttag für NRW-Schulen
Von 2005 bis 2015 mit dem Polnischen Kulturinstitut Düsseldorf in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW und dem Deutschen Polen-Institut in Darmstadt. Seit Juni 2005 Projekttage mit Schülern und begleitenden Lehrern aus rund 60 Gymnasien, Realschulen, Gesamtschulen und Berufs-Kollegs in NRW

  • Verband der Osteuropa-Historikerinnen und -Historiker
  • Deutsch-polnische Gesellschaft für Geschichte der Medizin
  • Redaktionsmitglied der Zeitschrift Medycyna Nowożytna, Warschau
Verantwortlichkeit: