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Lehrveranstaltungen im aktuellen Semester

Aktuelle Lehrveranstaltungen Neueste Geschichte

Der Deutsche Bund und seine Mitglieder 1815 - 1866 (mit Schreibwerkstatt)

Daniel Meis

Der Deutsche Bund war bei seiner Gründung auf dem Wiener Kongress 1815 ein Kompromiss. Überspitzt formuliert war er der einen Seite noch nicht genug Staatenbund, der anderen noch nicht genug Bundesstaat. Die einen Beteiligten wollten mit ihm das europäische   Friedensinstrument des alten Reiches wiederherstellen, die anderen dabei aber nicht das Reich selbst. Der Charakter des Deutschen Bundes als heterogen und föderal geprägten Gebilde kommt vor allen in Form seiner Mitglieder deutlich zur Geltung. Nach einer Einführung in das Thema wird die politische Situation im Raum Deutschland bis zum Wiener Kongress 1814/1815 behandelt. Hierauf folgt die Gründung und Struktur des Deutschen Bundes 1815.Danach werden in jeweils einer Sitzung die kleinere deutsche Großmacht Preußen, die größere deutsche Großmacht Österreich, das „Dritte Deutschland“ sowie die nichtdeutschen Mitglieder des Deutschen Bundes in den Blick genommen. Dann folgt jeweils eine Sitzung den Phasen der Restauration und des Vormärz 1815bis 1848, der Revolution 1848/1849, der Reaktion 1849 bis 1859, der Deutschen Frage 1859 bis 1864 sowie der „Einigungskriege“ und der Gründung des kleindeutschen Reiches 1864 bis 1871. Abschließend wird sich eine Sitzung offenen und umstrittenen Fragen widmen. Die letzte Sitzung wird schließlich ein Fazit formulieren. Zum Aufbauseminar gehört der Besuch der Schreibwerkstatt, in welcher anhand des Seminarthemas an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt wird. Hierbei steht die Frage nach dem Verfassen von Hausarbeiten und dem Abhalten von Referaten, des wissenschaftlichen Diskurses sowie die Diskussion von Texten im Vordergrund. Als Prüfungsnachweis wird nach der Vorlesungszeit von jedem Teilnehmenden eine Hausarbeit verfasst.

  • Donnerstag, 14:30 - 18:00 (wöchentlich) - 2321.U1.93 (Z 18)

Der Zweite Weltkrieg in Europa 1939-1945

Rainer Behring

Das Seminar soll sowohl einen Gesamtüberblick über die Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Europa als auch eine vertiefende Betrachtung spezifischer Schlüsselfragen dieses Konflikts außerhalb des deutsch-sowjetischen Krieges vermitteln. Im Zentrum stehen politische und militärische Aspekte des Geschehens sowie Probleme der Forschung und unterschiedliche historiographische Darstellungsweisen. Dazu sollen ältere und neuere Aufsätze und Auszüge aus Gesamtdarstellungen gelesen und gemeinsam diskutiert werden. Die Studierenden erhalten die Gelegenheit, thematische Schwerpunkte gemäß ihren eigenen Interessen zu setzen.

Das Seminar ist als Präsenzveranstaltung geplant. Es trägt den Charakter einer praktischen Übung im argumentativen Umgang mit wissenschaftlicher Literatur: Ihre regelmäßige Anwesenheit und aktive Teilnahme ist deshalb ausdrücklich erwünscht. Sie ist ebenso wie die mündliche Präsentation eines einschlägigen Textes oder eines thematischen Sachverhalts Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an dem Seminar. Das Bestehen einer Abschlussprüfung erfordert darüber hinaus die Anfertigung einer schriftlichen, an wissenschaftlichen Kriterien orientierten Hausarbeit, die in der Regel bis Ende April 2022 einzureichen sein wird.

!!! Die Veranstaltung beginnt am 18. Oktober 2021 !!!

  • Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 11.10.2021 - 31.01.2022) - 2321.00.46

Der deutsch-sowjetische Krieg 1941-1945

Rainer Behring

Im deutsch-sowjetischen Krieg kulminierte der Zweite Weltkrieg. Der Angriffskrieg der Wehrmacht des Großdeutschen Reiches mit dem Ziel der militärischen und politischen Zerschlagung der Sowjetunion und der Errichtung eines blockadefesten kontinentalen Großraums entwickelte sich rasch zu einer brutalen Auseinandersetzung zweier totalitärer Herrschaftssysteme und endete in der Vernichtung der nationalsozialistischen Diktatur sowie in einer machtpolitischen Stärkung des Sowjetsystems, das fortan weite Teile Ostmitteleuropas dominierte. Mit der zeitweiligen deutschen Herrschaft über sowjetische Gebiete fand der Nationalsozialismus seinen gültigen Ausdruck in der Unterwerfung der einheimischen Bevölkerung, wirtschaftlichen Ausplünderung des Landes und millionenfachen Ermordung von Juden, Kriegsgefangenen und Zivilisten. Einige wesentliche Aspekte dieses Krieges und seiner Vorgeschichte sollen in dem Seminar durch die Lektüre und Diskussion einschlägiger Beiträge der Forschung und einiger Schlüsselquellen analysiert werden.

Das Seminar ist als Präsenzveranstaltung geplant. Es trägt den Charakter einer praktischen Übung im argumentativen Umgang mit wissenschaftlicher Literatur: Ihre regelmäßige Anwesenheit und aktive Teilnahme ist deshalb ausdrücklich erwünscht. Sie ist ebenso wie die mündliche Präsentation eines einschlägigen Textes oder eines thematischen Sachverhalts Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an dem Seminar. Das Bestehen einer Abschlussprüfung erfordert darüber hinaus die Anfertigung einer schriftlichen, an wissenschaftlichen Kriterien orientierten Hausarbeit, die in der Regel bis Ende April 2022 einzureichen sein wird.

!!! Die Veranstaltung beginnt am 18. Oktober 2021 !!!

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 11.10.2021 - 31.01.2022) - 2321.00.46

Deutsche Besatzungspolitik in Frankreich und in Polen im Vergleich 1939/40-1944/45

PD Dr. Winfrid Halder

Polen und Frankreich – der größte östliche und der größte westliche Nachbarstaat des damaligen Deutschen Reiches – wurden beide im Zuge des „Blitzkriegs“ 1939 bzw. 1940 binnen weniger Wochen von den Streitkräften des NS-Staates militärisch geschlagen und besetzt. Sie unterlagen damit bis zur Eroberung durch die Rote Armee bzw. bis zur Befreiung durch die Truppen der Westalliierten 1944/45 mit am längsten dem deutschen Besatzungsregime während des Zweiten Weltkriegs. Wenngleich dessen wichtigster Grundsatz die rigorose Ausbeutung der besetzten Gebiete zugunsten der weiteren Kriegführung NS-Deutschlands war, gab es in einzelnen Punkten der Organisation und Durchführung der Besatzungsherrschaft wichtige Unterschiede. Diese nimmt das Seminar in vergleichender Weise in den Blick. Der jeweilige Umgang mit der Bevölkerung, insbesondere die rassistisch motivierten und andere Verfolgungsmaßnahmen und Verbrechen sowie die Heranziehung von (Zwangs-)Arbeitskräften werden thematisiert. Auch die Themenkomplexe Kollaboration und Widerstand werden behandelt. Sowohl in Frankreich wie in Polen ist die Besatzungszeit und der erinnerungspolitische Umgang damit bis heute ein vielfach kontrovers diskutiertes Thema und zugleich selbstverständlicher Teil des deutsch-französischen und des deutsch-polnischen Geschichtsdiskurses. Somit gilt mit Blick auf das Seminarthema mehr denn je: „Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen.“ (Christa Wolf)

In das Seminar werden neben der wissenschaftlichen Literatur auch literarische bzw. autobiographische Texte von Antoine de Saint-Exupéry, Léon Werth, Marguerite Duras, Vercors (Jean Marcel Bruller), Jan Karski, Miron Bialoszewski, Marcel Reich-Ranicki, Lion Feuchtwanger und Ernst Jünger einbezogen.

 

  • Freitag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 22.10.2021 - ) - 2421.U1.24 (Z109)

MFM 2a/b: Deutsche Kolonialherrschaft in Namibia: Quellen und literarische Darstellung

Univ.-Prof. Dr. Volker Dörr, Univ.-Prof. Dr. Christoph Nonn

Der deutsche Kolonialismus im Südwesten Afrikas blieb eine kurze, aber ausgesprochen blutige Episode, die bis heute lange Schatten wirft. Das Seminar wird sich dieser Episode über zeitgenössische Quellen und literarische Verarbeitungen vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart nähern.

  • Mittwoch, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 13.10.2021 - 02.02.2022) - 2421.U1.21 (Z50)

Mentorat

Frederike Krenz

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 18.10.2021 - ) - 2303.01.63 (Z 26)

Modern German History

Tobias Winnerling, Univ.-Prof. Dr. Christoph Nonn, Guido Thiemeyer

Die Vorlesung findet online (als Podcast) statt. Die Materialien werden zum Vorlesungsbeginn auf der Lernplattform ILIAS bereitgestellt.

The lecture takes place online (as a podcast). The materials will be made available on the ILIAS learning platform at the beginning of the lecture.

 

The lecture will be held in English and give an introduction to the history of Germany from around 1500 until the present day. 6 ECTS for passing a short oral exam at the end of semester.

 

19. 10.: In Präsenz im Hörsaal: Fragen und Diskussion zu den Vorlesungen 1 & 2 (Winnerling) / 10/19: In presence, in the lecture hall: Questions and discussion on lectures 1 & 2 (Winnerling).
02. 11.: In Präsenz im Hörsaal: Fragen und Diskussion zu den Vorlesungen 3 & 4 (Winnerling) / 11/02: In presence, in the lecture hall: Questions and discussion on lectures 3 & 4 (Winnerling).
16. 11.: In Präsenz im Hörsaal: Fragen und Diskussion zu den Vorlesungen 5 & 6 (Winnerling) / 11/16: In presence, in the lecture hall: Questions and discussion on lectures 5 & 6 (Winnerling).

 

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 10.12.2021 - ) - 2301.HS 3B (Z 114)

Nationalismus im deutschen Kaiserreich

Niels Tim Dickhaut

Der Nationalismus galt nach dem Zweiten Weltkrieg häufig als eine Ideologie, die den Höhepunkt ihres politischen Einflusses bereits überschritten habe. Seit einigen Jahren befindet er sich jedoch in Europa und auch weltweit wieder im Aufschwung. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Beschäftigung mit dem Nationalismus zur Zeit des deutschen Kaiserreichs wieder an Aktualität. Besonders die 1890er-Jahre gelten in dieser Hinsicht oft als Wendepunkt, da zu jener Zeit die Anzahl politischer Vereine in Deutschland rapide anstieg. Hiervon profitierten allerdings auch nationalistische Interessengruppen wie der Alldeutsche Verband, der Deutsche Flottenverein oder der Deutsche Ostmarkenverein. Deren Ziele konnten sich von einer massiven Steigerung des Flottenbaus und des Kolonialerwerbs bis hin zu einer völkisch-rassistischen Neuordnung Ostmittel- und Südosteuropas unter deutscher Vorherrschaft erstrecken. Einige dieser Gruppierungen sind deshalb in der historischen Forschung auch als gedankliche Vorläufer des Nationalsozialismus eingeschätzt worden. Demgegenüber verweisen andere Autoren auf die vergleichsweise geringen Mitgliederzahlen oder gerade auf die großen inhaltlichen Unterschiede zwischen den Gruppen.

Ziel dieser Übung ist es, die Entwicklung und Programmatik einiger dieser Organisationen zu betrachten und zu vergleichen. Dabei soll auch diskutiert werden, nach welchen Kriterien sich eine Gruppierung als radikalnationalistisch einordnen lässt und inwieweit eine exakte Abgrenzung zum Nationalismus der damaligen Mehrheitsgesellschaft möglich ist. Den Schwerpunkt wird hierbei die Zeit bis 1914 bilden.

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich) - 2321.00.44

Planwirtschaft in der DDR

Daniel Meis

Die Planwirtschaft der DDR war eines der entscheidenden Merkmale des ostdeutschen Nachfolgestaates des „Dritten Reiches“. Jedes planwirtschaftlich gelenkte Land wies besondere landesspezifische Erfordernisse und unterschiedliche Eingriffe in den Wirtschaftsprozess auf. Die Veranstaltung soll dabei den Blick auf die Planwirtschaft in der DDR richten. Hierbei werden nach einer Einführung und einer Betrachtung der Grundlagen und Funktionsweise einer Planwirtschaft die Vorbedingungen in der SBZ bis 1948 diskutiert. Anschließend werden Ausbau und Etablierung (1948 - 1953), Aufbau und die „Verwaltung des Mangels“ (1953 - 1961) und die ökonomische Perspektive des Mauerbaus 1961 untersucht. Hiernach folgen die Wirtschaftsreformen (1961 - 1971), die versuchte „Einheit von Wirtschaft- und Sozialpolitik“ (1971 - 1982), die sich immer weiter verstärkende Spirale der Krisen (1982 - 1989) und schließlich die Abwicklung der Wirtschaft der DDR inklusive ihrer Folgen ab 1989. Vervollständigt wird die Veranstaltung durch die Thematisierung der langfristigen Folgen der Autarkiebestrebungen, der Rezeption und dem heutigen öffentlichen Bild der Planwirtschaft der DDR. Die letzten zwei Sitzungen behandeln abschließend offene Fragen und ein Fazit.


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