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Studium/Lehre

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2021/22

Veranstaltungen für das 1. Studienjahr des BA-Studiengangs

Vorlesungen

Leistungsnachweise können erworben werden

a) als Modulabschlussprüfung: Eine mündliche Prüfung zum Ende des Semesters von ca. 20 Minuten Dauer.

b) als Leistungsnachweis im Studium Universale: eine Kurzklausur von ca. 20 Minuten Dauer.

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Die Vorlesung findet online (als Podcast) statt. Die Materialien werden zum Vorlesungsbeginn auf der Lernplattform ILIAS bereitgestellt.

The lecture takes place online (as a podcast). The materials will be made available on the ILIAS learning platform at the beginning of the lecture.

The lecture will be held in English and give an introduction to the history of Germany from around 1500 until the present day. 6 ECTS for passing a short oral exam at the end of semester.

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Aufbauseminare

Die nächste Runde des Debattierwettbewerbs steht an. Auch dieses Mal soll die Heinrich-Hein-Universität wieder mit dabei sein. Überthema ist das Weimarer Dreieck. Welche Rolle spielen Frankreich, Deutschland und Polen für die EU? Welche Zukunft hat dieser Minimultilateralismus? Diese und weitere Fragen sollen von einer historischen Perspektive aus diskutiert werden. Gleichzeitig bereiten die Studierenden in Teams die Schlussdebatte. An den Kurs ist eine Schreibwerkstatt angegliedert.

Voraussetzung für Leistungsnachweise: Veranstaltungsspezifische Regelungen über Nachweise der aktiven bzw. aktiven und verpflichtenden Teilnahme sowie die Bedingungen für die Zulassung zu Prüfungen: Die Beteiligung wird über die Teilnahme an der Vor- und Schlussdebatte nachgewiesen.

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Schreibwerkstätte

Die Schreibwerkstatt ergänzt das Aufbauseminar „ NRW debattiert Europa". Die Lehrveranstaltung ist allerdings auch für Teilnehmende anderer Aufbauseminare geöffnet.

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Vertiefungsseminare/Masterseminare

 

Das Seminar soll sowohl einen Gesamtüberblick über die Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Europa als auch eine vertiefende Betrachtung spezifischer Schlüsselfragen dieses Konflikts vermitteln. Im Zentrum stehen politische und militärische Aspekte des Geschehens sowie Probleme der Forschung und unterschiedliche historiographische Darstellungsweisen. Dazu sollen ältere und neuere Aufsätze und Auszüge aus Gesamtdarstellungen gelesen und gemeinsam diskutiert werden. Die Studierenden erhalten die Gelegenheit, thematische Schwerpunkte gemäß ihren eigenen Interessen zu setzen.

Das Seminar ist als Präsenzveranstaltung geplant. Es trägt den Charakter einer praktischen Übung im argumentativen Umgang mit wissenschaftlicher Literatur: Ihre regelmäßige Anwesenheit und aktive Teilnahme ist deshalb ausdrücklich erwünscht. Sie ist ebenso wie die Präsentation eines einschlägigen Textes Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an dem Seminar. Das Bestehen einer Abschlussprüfung erfordert darüber hinaus die Anfertigung einer schriftlichen, an wissenschaftlichen Kriterien orientierten Hausarbeit, die in der Regel bis Ende Oktober 2021 einzureichen sein wird.

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Im deutsch-sowjetischen Krieg kulminierte der Zweite Weltkrieg. Der Angriffskrieg der Wehrmacht des Großdeutschen Reiches mit dem Ziel der militärischen und politischen Zerschlagung der Sowjetunion und der Errichtung eines blockadefesten kontinentalen Großraums entwickelte sich rasch zu einer brutalen Auseinandersetzung zweier totalitärer Herrschaftssysteme und endete in der Vernichtung der nationalsozialistischen Diktatur sowie in einer machtpolitischen Stärkung des Sowjetsystems, das fortan weite Teile Ostmitteleuropas dominierte. Mit der zeitweiligen deutschen Herrschaft über sowjetische Gebiete fand der Nationalsozialismus seinen gültigen Ausdruck in der Unterwerfung der einheimischen Bevölkerung, wirtschaftlichen Ausplünderung des Landes und millionenfachen Ermordung von Juden, Kriegsgefangenen und Zivilisten. Einige wesentliche Aspekte dieses Krieges und seiner Vorgeschichte sollen in dem Seminar durch die Lektüre und Diskussion einschlägiger Beiträge der Forschung und einiger Schlüsselquellen analysiert werden.

Das Seminar ist als Präsenzveranstaltung geplant. Es trägt den Charakter einer praktischen Übung im argumentativen Umgang mit wissenschaftlicher Literatur: Ihre regelmäßige Anwesenheit und aktive Teilnahme ist deshalb ausdrücklich erwünscht. Sie ist ebenso wie die mündliche Präsentation eines einschlägigen Textes oder eines thematischen Sachverhalts Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an dem Seminar. Das Bestehen einer Abschlussprüfung erfordert darüber hinaus die Anfertigung einer schriftlichen, an wissenschaftlichen Kriterien orientierten Hausarbeit, die in der Regel bis Ende April 2022 einzureichen sein wird.

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In den Jahren 1940-1944 war Frankreich von der deutschen Wehrmacht besetzt (sog. Occupation). Große Teile Nord- und Westfrankreichs wurden zur sog. zone occupée, die vom Militärgouverneur von Paris verwaltet wurde. Südfrankreich als sog. zone libre unterstand einer kollaborierenden Regierung mit Sitz in Vichy. Das Staatsoberhaupt der Vichy-Regierung wurde Henri Philippe Pétain. Nationalsozialisten und Vichy-Regime organisierten gemeinsam die Verfolgung, Deportation und Ermordung der jüdischen Bevölkerung. Gleichzeitig entstand aber auch eine Widerstandsbewegung (Résistance). Die größte Razzia gegen die Juden fand in Paris am 16./17. Juli 1942 statt, bei der die französische Polizei tausende Juden in einem Radsport-Stadion (Vélodrome d’Hiver) zusammentrieb, um sie später in die Vernichtungslager in Osteuropa zu deportieren.

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, diese Zeit anhand von verschiedenen Kategorien je aus der Perspektive der Literatur- und Geschichtswissenschaft zu untersuchen. Die Kategorien bilden die Kollaboration, der Widerstand, die Shoah in Frankreich und die französische Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg. Behandelt werden historische Quellen ebenso wie literarische Texte und Filme.

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Praxisseminare/Projektforen

Übungen

In dieser Übung stehen internationale Organisationen und Kooperationen im „langen" 19. Jahrhundert im Mittelpunkt. Vom Wiener Kongress bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs fanden auf dem europäischen Kontinent (auch stellenweise darüber hinaus) verschiedene Zusammenarbeiten statt, die über Landesgrenzen hinweg führten.

Ziel dieser Übung ist es zu ergründen, warum es zur intensiven internationalen Kooperation im 19. Jahrhundert kam, wie sie aussahen, diese funktionierten oder eben auch nicht. Es werden verschiedene Fallbeispiele behandelt, wie z.B. die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, der Deutsche Zollverein oder auch die Interparlamentarische Union.

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Dass Krankheit und Gesundheit einen wesentlichen Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse haben, wird aktuell wieder mehr als deutlich. Das Seminar widmet sich dem Thema in historischer Perspektive. Wir fragen danach, wie Industrialisierung und Verstädterung, also die rasanten Veränderungen der Lebensbedingungen während des 19. Jahrhunderts auf der einen Seite neue gesundheitliche Gefahren mit sich brachten und wie auf der anderen Seite durch spektakuläre medizinische Entdeckungen und den Aufstieg einer akademisch ausgebildeten Ärzteschaft der Eindruck entstand, Krankheiten könnten grundsätzlich besiegt werden. Diese Prozesse waren durch soziale Spannungen begleitet, da Armut und Krankheit eng miteinander verbunden waren. In diesem Spannungsfeld entwickelte sich Sozial- und Gesundheitspolitik zu einem politischen Thema. Zum einen wurden unter dem Schlagwort „städtische Assanierung“ umgebungsbezogene hygienische Maßnahmen geplant wie etwa Kanalisation und fließendes Wasser. Die Entstehung der Krankenversicherung und der Ausbau eines städtischen und staatlichen Wohlfahrtswesens fallen in diese Zeit. Zudem entwickelte sich auch die Vorsorge für Gesundheit zunehmend zu einem wichtigen gesellschaftlichen und individuellen Ziel. In diesem Zusammenhang sollen die Themen Gesundheit und Krankheit dazu dienen, unterschiedliche geschichts- und kulturwissenschaftliche Methoden und Quellen kennen zu lernen. Nicht nur politikhistorische, sondern auch alltags- körper- und geschlechtergeschichtliche Ansätze lassen sich hier einführend erläutern.

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Jeden Tag konsumieren wir bewusst und unbewusst Medien, die unsere Wahrnehmung und unser Verständnis der Vergangenheit formen. Dieser Kurs wird anhand einiger Beispiele aus verschiedenen Mediengattungen erforschen, wie Geschichte dargestellt wird und welchen Einfluss dies auf das Entstehen eines "kollektiven Gedächtnis" hat.

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Zwar mag Comics und anderen graphischen Erzählformen – bande dessinée, Manga etc. – immer noch die Idee anhängen, es handele sich nur um Lektüre für Kinder, die sich nicht mit ‚ernsthaften‘ Themen auseinandersetzen könne, aber es ist schon lange nicht mehr so. Man muss sogar fragen, ob der Comic jemals diese kindliche Unschuld besessen hat. Fiktionale historische Erzählungen sowie dokumentarische Texte in Comicform erfreuen sich seit langem großer Beliebtheit, sind aber auch oft Gegenstand kontroverser Diskussionen, wie zum Beispiel der um Art Spiegelman’s Maus, einem postmemorialen Erzähltext, in dem Spiegelman die Erfahrungen seines Vaters im Dritten Reich erzählt. Er tut dies mit Hilfe von Tierfiguren (Katzen und Mäusen), und nicht lange nach Erscheinen der ersten Folgen der Serie 1980 entbrannte die Diskussion, ob denn Texte wie dieser den grausamen Geschehnissen des Holocaust angemessen seien, ob es nicht pietätlos sein, in dieser Form darüber zu erzählen. Andere heben hervor, dass die affektive Wirkung von Comics die Erzählung umso eindringlicher macht, dem Vergessen also auf einer sehr subjektiven Ebene entgegen wirkt.

Dieses Seminar möchte anhand ausgewählter Texte Fragen wie die folgenden stellen: Welche besonderen Voraussetzungen hat der Comic, um Geschichte dazustellen? Inwiefern kann er wirkmächtiger sein als ein reintextlicher Text? Gibt es einen didaktischen Mehrwert des Textes? Wie verwebt der Comic Faktizität und Fiktionalisierung, wie kreiert er Authentizität? Weitaus mehr Fragen wird die Diskussion über die Texte hervorbringen.

Studierende, die diesen Kurs belegen möchten, brauchen keine besonderen Vorkenntnisse – weder, was die Geschichte angeht, noch was Comics angeht. Sie müssen auch keine gewohnheitsmäßigen Comicleser sein, sollten aber vorher wissen, dass das Lesen eines Comics ein anderer Lesevorgang ist als der eines reintextlichen Textes. Es kann also sein, dass die ersten Seiten sich nicht einfach ‚so runterlesen‘, sondern Sie unter Umständen ein wenig fordern. Wir werden die Texte wissenschaftlich lesen und analysieren und freuen uns über Inputs aus den verschiedensten Fachrichtungen.

Dieses Seminar ist bilingual angelegt; Texte können sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch sein. Den Teilnehmer*innen steht es frei, welcher Sprache sie sich bedienen.

Dieser Kurs wird zunächst online via den Videokonferenz-Anbieter Zoom stattfinden. Sollte sich die Pandemie-Situation grundlegend ändern, können wir gemeinsam über Präsenzsitzungen entscheiden.

 

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The cliché that comics and other forms of graphic narratives – bande dessinée, Manga etc. – are a medium for children and that ‘serious’ stories cannot be told in comics is an old one but a persistent one. But it hasn’t been the case for a long time. One might even ask if comics have ever been that innocent. Fictional historical narratives and documentary comics have been popular for quite a while but have also been seen as fiercely controversial. One example for such a contentious discussion of a comics text is Art Spiegelman’s Maus, a postmemorial text in which Spiegelman narrates his father’s story during the Third Reich. He employs animal figures (cats and mice), which led to highly contentious discussions right after the publication of the first few instalments whether the text adequately represented the holocaust, whether it wasn’t entirely inappropriate to tell the story this way. Others contend that the comics genre has a higher affective grip on the reader which makes the narrative all the more efficacious in fighting against forgetting on this highly subjective level.

This class wants to look at a number of graphic texts and ask questions like the following. Does the comics genre have specific prerequisites for portraying historic events? To what extent can it be more efficacious than a textual narrative? Is there a didactic advantage to this kind of text? How does the comics genre intertwine factuality and fictionalisation, how does it create authenticity? And more questions than these will come up during our discussions.

Students who are interested in taking this class do not need any specific experience – either in history or in graphic literature. You don’t have to be dedicated comics readers but you should be prepared for the reading process to be a very different one from reading a ‘textual’ text. The first pages you read might not be as easy a read as you had imagined and they might challenge you. We will be dealing with these texts in a scholarly context and we are looking forward to input from all the disciplines you are representing.

This class will be taught as a bilingual class, meaning that texts may be either in English or German or available in both languages. Students will be able to choose the language in which they contribute to class.

This seminar will initially be taught via the video conferencing service Zoom. Should the Covid situation change significantly we can decide together whether we want to get together on campus later in the term.

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Die Veranstaltung bietet einen Einstieg in die Lektüre archivalischer Quellen und will damit Hemmschwellen vor dem fremd gewordenen "Sütterlin" abbauen. Anhand von Originaltexten wird praktisch eingeübt, wie Handschriften textkritisch transkribiert sowie inhaltlich-kontextuell erschlossen werden. Vermittelt wird so eine Schlüsselqualifikation historischen Arbeitens, die beispielsweise für das Arbeiten in Archiven oder Museen unerlässlich ist.

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Masterforen/Doktorandenseminare

Sprach- und Lektürekurse

"Grund- und Aufbaukurs Französisch für Historiker*innen“ richten sich an Studierende des Fachs Geschichte, die ihre Vorkenntnisse der französischen Sprache im grammatischen Bereich auffrischen und ihren allgemeinen und fachspezifischen Wortschatz erweitern möchten, um französischsprachige Texte verstehen zu können. Der Besuch des Grundkurses ist keine Vorbedingung für den Besuch des Aufbaukurses. Die Einteilung in Grund- und Aufbaukurs beschreibt vielmehr das methodische Vorgehen.

Im Gegensatz zum „Aufbaukurs Französisch für Historiker*innen“ umfassen die wöchentlichen Veranstaltungen des Grundkurses jeweils zwei Themenbereiche, die nicht miteinander verknüpft sein müssen: 1. die Behandlung eines grundlegenden grammatischen Aspektes (z.B. Bildung und Gebrauch der Zeiten und Modi) und 2. die Übersetzung kurzer Textabschnitte mit geschichtswissenschaftlicher Thematik (Quellen, Fachliteratur, Presseartikel, Internetseiten, usw.), um Fachvokabular, Grammatikstrukturen und kulturelles Wissen im Textzusammenhang zu erarbeiten.

Da keine Abschlussklausur vorgesehen ist, wird der BN aufgrund regelmäßiger Teilnahme (Teilnahmepflicht) und aktiver Mitarbeit (Erledigung der Arbeitsaufträge) vergeben.

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Der Sprachkurs richtet sich an Studierende des Fachs Geschichte, die das Verständnis französischsprachiger Texte mit geschichtswissenschaftlicher Thematik trainieren möchten.

Im Gegensatz zum „Grundkurs Französisch für Historiker*innen”, der in jeder Sitzung die Behandlung von grundlegenden Grammatikthemen vorsieht, steht im Aufbaukurs die Arbeit am Text im Vordergrund. Anhand von umfangreicheren Textauszügen (Quellen, Fachliteratur, Presseartikel, Internetseiten, usw.), deren thematische Ausrichtung in Absprache mit den Kursteilnehmer*innen erfolgt, wird das Leseverstehen geschult. Grammatik, Grundvokabular/Fachvokabular, Satzstrukturen und kulturelles Wissen werden dabei in der Regel textgebunden erörtert.

Auch wenn der Schwerpunkt der Sitzungen auf der Schulung des Textverständnisses liegt, werden anhand audiovisueller Materialien kleine Trainingseinheiten (mit tagespolitischer oder geschichtswissenschaftlicher Thematik) zum Hörverständnis sowie Übungen zum mündlichen Ausdruck angeboten.

Da keine Abschlussklausur vorgesehen ist, wird der BN aufgrund regelmäßiger Teilnahme (Teilnahmepflicht) und aktiver Mitarbeit (Erledigung der Arbeitsaufträge) vergeben.

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Exkursionen

Zwar mag Comics und anderen graphischen Erzählformen – bande dessinée, Manga etc. – immer noch die Idee anhängen, es handele sich nur um Lektüre für Kinder, die sich nicht mit ‚ernsthaften‘ Themen auseinandersetzen könne, aber es ist schon lange nicht mehr so. Man muss sogar fragen, ob der Comic jemals diese kindliche Unschuld besessen hat. Fiktionale historische Erzählungen sowie dokumentarische Texte in Comicform erfreuen sich seit langem großer Beliebtheit, sind aber auch oft Gegenstand kontroverser Diskussionen, wie zum Beispiel der um Art Spiegelman’s Maus, einem postmemorialen Erzähltext, in dem Spiegelman die Erfahrungen seines Vaters im Dritten Reich erzählt. Er tut dies mit Hilfe von Tierfiguren (Katzen und Mäusen), und nicht lange nach Erscheinen der ersten Folgen der Serie 1980 entbrannte die Diskussion, ob denn Texte wie dieser den grausamen Geschehnissen des Holocaust angemessen seien, ob es nicht pietätlos sein, in dieser Form darüber zu erzählen. Andere heben hervor, dass die affektive Wirkung von Comics die Erzählung umso eindringlicher macht, dem Vergessen also auf einer sehr subjektiven Ebene entgegen wirkt.

Dieses Seminar möchte anhand ausgewählter Texte Fragen wie die folgenden stellen: Welche besonderen Voraussetzungen hat der Comic, um Geschichte dazustellen? Inwiefern kann er wirkmächtiger sein als ein reintextlicher Text? Gibt es einen didaktischen Mehrwert des Textes? Wie verwebt der Comic Faktizität und Fiktionalisierung, wie kreiert er Authentizität? Weitaus mehr Fragen wird die Diskussion über die Texte hervorbringen.

Studierende, die diesen Kurs belegen möchten, brauchen keine besonderen Vorkenntnisse – weder, was die Geschichte angeht, noch was Comics angeht. Sie müssen auch keine gewohnheitsmäßigen Comicleser sein, sollten aber vorher wissen, dass das Lesen eines Comics ein anderer Lesevorgang ist als der eines reintextlichen Textes. Es kann also sein, dass die ersten Seiten sich nicht einfach ‚so runterlesen‘, sondern Sie unter Umständen ein wenig fordern. Wir werden die Texte wissenschaftlich lesen und analysieren und freuen uns über Inputs aus den verschiedensten Fachrichtungen.

Dieses Seminar ist bilingual angelegt; Texte können sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch sein. Den Teilnehmer*innen steht es frei, welcher Sprache sie sich bedienen.

Dieser Kurs wird zunächst online via den Videokonferenz-Anbieter Zoom stattfinden. Sollte sich die Pandemie-Situation grundlegend ändern, können wir gemeinsam über Präsenzsitzungen entscheiden.

 

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The cliché that comics and other forms of graphic narratives – bande dessinée, Manga etc. – are a medium for children and that ‘serious’ stories cannot be told in comics is an old one but a persistent one. But it hasn’t been the case for a long time. One might even ask if comics have ever been that innocent. Fictional historical narratives and documentary comics have been popular for quite a while but have also been seen as fiercely controversial. One example for such a contentious discussion of a comics text is Art Spiegelman’s Maus, a postmemorial text in which Spiegelman narrates his father’s story during the Third Reich. He employs animal figures (cats and mice), which led to highly contentious discussions right after the publication of the first few instalments whether the text adequately represented the holocaust, whether it wasn’t entirely inappropriate to tell the story this way. Others contend that the comics genre has a higher affective grip on the reader which makes the narrative all the more efficacious in fighting against forgetting on this highly subjective level.

This class wants to look at a number of graphic texts and ask questions like the following. Does the comics genre have specific prerequisites for portraying historic events? To what extent can it be more efficacious than a textual narrative? Is there a didactic advantage to this kind of text? How does the comics genre intertwine factuality and fictionalisation, how does it create authenticity? And more questions than these will come up during our discussions.

Students who are interested in taking this class do not need any specific experience – either in history or in graphic literature. You don’t have to be dedicated comics readers but you should be prepared for the reading process to be a very different one from reading a ‘textual’ text. The first pages you read might not be as easy a read as you had imagined and they might challenge you. We will be dealing with these texts in a scholarly context and we are looking forward to input from all the disciplines you are representing.

This class will be taught as a bilingual class, meaning that texts may be either in English or German or available in both languages. Students will be able to choose the language in which they contribute to class.

This seminar will initially be taught via the video conferencing service Zoom. Should the Covid situation change significantly we can decide together whether we want to get together on campus later in the term.

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BA Transkulturalität. Medien - Sprachen - Texte

Das Seminar begleitet die Vorlesung Phänomene der Transkulturalität. Sie bietet Raum für Nachfragen, Diskussionen und Weiterführung der in der Vorlesung vorgestellten Theorien. Voraussetzung für einen guten Abschluss des Kurses sind die Vorbereitung der Texte sowie die aktive Teilnahme am Kurs.

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Weitere Informationen

Zusatzzertifikat "Deutsch-Französische Studien"

Das Zertifikat kann ab dem WS 2018/19 von Bachelorstudierenden mit der Fächerkombination Geschichte-​Frankoromanistik erworben werden. Weitere Auskünfte erteilt .

Die aktuellen Lehrveranstaltungen der Neueren Geschichte entnehmen Sie bitte direkt dem Vorlesungsverzeichnis des Instituts für Geschichtswissenschaften im HIS-LSF. Bitte klicken Sie dort auf diejenigen Veranstaltungstypen, die Sie jeweils interessieren.

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Verantwortlichkeit: