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Exkursionen

Westfälische Städte 2022

Im Sommersemester unternimmt der Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte im Rahmen eines Seminares von Philipp Stenzig Exkursionen in fünf westfälische Städte, die im Mittelalter große Bedeutung in Handel und Politik erlangten. Nähere Informationen finden Sie im His-Lsf.


Exkursionen während Corona

Eine geplante Tagesexkursion nach Mainz im Jahr 2021 sowie eine Exkursion nach Sizilien in Kooperation mit der Alten Geschichte im Frühjahr 2020 mussten coronabedingt leider ausfallen.


Nivelles, Belgien (2019)

Frau Prof. Schlotheuber unternahm gemeinsam mit Studierenden des Fachs Geschichte mit Interesse am Mittelalter am 21. Januar 2019 eine eintägige Exkursion nach Nivelles in Belgien.

Die gebildete merowingische Königstochter Gertrud (hl., gest. 659) gründete im 7. Jahrhundert ein Doppelkloster in Nivelles (bei Brüssel), das sich über die Jahrhunderte als königliches Hauskloster zu einer mächtigen und autonomen Institution entwickelte, von der noch heute ein eindrucksvoller mittelalterlicher Kirchenbau zeugt.

Auf dem Programm standen die Besichtigung der Kirche aus dem 11. Jahrhundert in der auch heute noch  die Gebeine Gertruds liegen. Die Überreste des 1940 schwer beschädigten, original mittelalterlichen Reliquiensargs sind dort ebenso wie ein neuer Sarg aus den 1980er Jahren zu sehen. Unter der Kirche werden die archäologischen Ausgrabungen besichtigt bei denen Gräber und die frühesten Kirchengebäude ans Licht gebracht wurden, die bis in die Zeit Gertruds zurückgehen . Desweiteren wurden neben der Kirche Teile der zerstörten Klosteranlage wieder aufgebaut, ein Teil der Gebäude ist sogar noch aus dem Mittelalter und ebenfalls zu besichtigen.

Im Anschluss besuchten wir noch die Ruinen der ehemaligen Zisterzienser Abtei von Villers.


Mek'ele, Äthiopien

Eine Gelegenheit der besonderen Art ergab sich für zwei unserer Hilfskräfte, als sie die Möglichkeit erhielten, ein eigenständig erarbeitetes Paper auf der Internationalen Konferenz für Äthiopistik an der Universität der äthiopischen Stadt Mek’ele vorzutragen. Katharina Ritter und Konstantin Winters hatten die Beschreibung einer äthiopischen Gesandtschaft an den Papst im liturgischen Handbuch eines päpstlichen Zeremonienmeisters aus dem Jahr 1508 analysiert und daraus Rückschlüsse auf die gegenseitigen Wahrnehmungen zwischen Westeuropa und dem ostafrikanischen Kaiserreich gegen Ende des europäischen Mittelalters gezogen. Betreut wurde das Projekt von Dr. Philipp Stenzig, der das oben genannte Handbuch in seiner Dissertation 2014 ediert hatte; das erarbeitete Paper könnte also in gewisser Weise als Nutzbarmachung seiner Edition für ein speziell äthiopistisches Erkenntnisinteresse gewertet werden.

Am 30. September machten sich die angehenden Nachwuchsforscher auf den Weg von Düsseldorf über Frankfurt und Addis Abeba nach Mek’ele im Norden von Äthiopien, von wo aus sie nach einer gelungenen Präsentation mit positiven Rückmeldungen und einigen neugeknüpften Kontakten zu jungen wie etablierten Wissenschaftlern gleicher-maßen am 06. Oktober nach Deutschland zurückkehrten. Auch abseits der Konferenz gewonnene Impressionen werden wohl noch lange in Erinnerung bleiben von einem Land, das sich im Umbruch befindet; das gerade erst den zwanzigjährigen Kriegszu-stand mit seinem Nachbarland Eritrea überwunden hat; dessen Währung am Boden liegt; in dessen Grenzen aber allerorts eine positive Aufbruchsstimmung zu spüren ist, sich mit den drängenden wirtschaftlichen und sozio-kulturellen Problemen kritisch und konstruktiv auseinanderzusetzen. Diese Aufbruchsstimmung spiegelte sich konsequen-terweise auch in vielen Vortragsreihen der Konferenz nieder:

Sollte der Konsum der Volksdroge Cha’at reglementiert werden, und wenn ja, wie? Wie kann der Nil dazu genutzt werden, um Dürreprobleme zu lösen? Welche Potentiale und Gefahren bergen verschiedene Staudammprojekte? Ist Sklaverei wirklich überwunden, oder wurde sie nur in Erwerbsarbeit unter unkontrollierten und menschenunwürdigen Bedingungen transformiert? Wie können begabten jungen Menschen aus ärmeren Bevöl-kerungsschichten bessere Perspektiven geboten werden?

Der Kontakt zu vielen offenen und herzlichen Einheimischen konnte definitiv dabei helfen, vielen dieser abstrakten Fragen ein Gesicht zu geben.

 


Padua, Arquà Petrarca, Mantua und Florenz (2018)


Aquileia und Venedig (2017)


Nürnberg (2016)


Wolfenbüttel und Braunschweig


Rom

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