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Lehre

Lehrveranstaltungen

WiSe 20/21

Vorlesungen

Dr. Tobias Winnerling; Prof. Dr. Christoph Nonn; Prof. Dr. Guido Thiemeyer

Dr. Sebastian Hansen

Mi. 14:30-16:00 Uhr

Die Aufklärung begann in Europa nicht erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Doch seit dieser Zeit traten die unterschiedlichen Versuche, sie in die Praxis umzusetzen, also aufgeklärt zu leben und eine aufgeklärte Gesellschaft herbeizuführen, immer deutlicher und (breiten)wirksamer hervor. Die Vorlesung nimmt entsprechend die eng mit der Aufklärung verbundenen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Veränderungen in den Blick, die sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Europa vollzogen. Einen von mehreren Ausgangspunkten der Betrachtung bildet das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755, das europaweit Aufmerksamkeit erhielt und nicht nur in der zerstörten portugiesischen Handels- und Residenzstadt massive Neuerungen nach sich zog. Zu den Schlusspunkten gehört unter anderem der Staatsstreich Napoleons 1799.

Weitere Informationen, Formalia und Anforderungen entnehmen Sie bitte dem HISLSF.

Aufbauseminare

Tim Nyenhuis, M.A.

Mo. 16:30-18:00 Uhr

"Großginstiger Lesser [...]" mit diesen Worten eröffnete der Kannengießer Augustin Güntzer im 17. Jahrhundert sein Tagebuch und führt uns in den darauffolgenden Zeilen über mehrere Jahrzehnte durch sein - bescheiden ausgedrückt - von vielen Problemen gespicktes Leben. Es sind Selbstzeugnisse wie dieses, die uns nicht immer unverblümt direkte Einblicke in das Leben und den Alltag von Zeitgenossen der Frühen Neuzeit geben. Ihre Erlebnisse, Reisen, ihre Meilensteine und schweren Rückschläge vertrauten die AutorInnen ihren losegebundenen Notizbüchern an und schrieben diese später in Tagebücher und Chroniken um. Dabei geben sie uns Historikern mit diesen Quellen wichtige Anhaltspunkte, um nicht nur deren Alltag, sondern auch zeitgenössische Ereignisse besser zu verstehen.

Im Seminar werden den Studierenden zunächst Grundtechniken der Quellenarbeit und Selbstzeugnisforschung erläutert. Der Hauptteil des Seminars besteht dann in der gemeinsamen Betrachtung und Analyse von verschiedenen Selbstzeugnissen, deren AutorInnen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, Regionen, Altersklassen und Ständen stammten. Dazu werden digital und wenn möglich auch in Präsenz teils edierte, teils originale Text- und Bildquellen unter die Lupe genommen.

Nach der ersten Sitzung werden die Studierenden in Arbeitsgruppen aufgeteilt. In diesen werden nicht nur die Arbeitsaufträge für die Online-Sitzungen zusammen erarbeitet, sie sollen auch dem Austausch und der Vernetzung der Studierenden dienen.

Weitere Informationen, Formalia und Anforderungen entnehmen Sie bitte dem HISLSF.

Kristina Hartfiel, M.A.

Mo. 16:30-18:00 Uhr

„Flüchtlingskrise fühlt sich an wie Reichstagsbrand, auch wenn ich das nicht vergleichen kann“, singt die Kölner Band Annenmaykantereit auf ihrem Album „Schlagschatten“ und spielt dabei auf die Instrumentalisierung der genannten Ereignisse zu Propagandazwecken an. Egal ob der politische Gegner oder die andere Religion und Herkunft, ‚das Andere‘ wird als Alterität zur eigenen Ideen- und Machtsicherung diffamiert. Generell haben die meisten Vorurteile dabei eine lange Tradition und sind schwer veränderbar. So finden wir stereotype, klischeehafte Zuschreibungen bereits in zahlreichen textlichen und bildlichen Quellen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit und - versehen mit einer wertenden Komponente - stehen sie in Zusammenhang mit xenophoben Äußerungen, der Herabwürdigung Andersgläubiger oder der Formung spezifischer Geschlechterrollen. Ich möchte mit Ihnen analysieren, wie  (frühneuzeitliche) Zeitgenossen im christlich geprägten Europa beispielsweise andersgläubige Religionsgemeinschaften oder fremde ethnische Gruppen wahrgenommen haben und wahrnehmen. Anhand einer intensiven Quellenlektüre soll der wirkmächtigen Konstruktion von ReligionNation oder auch Geschlecht nachgegangen werden. Welche Kontinuitäten und Brüche gibt es dabei zwischen gestern und heute? Wie haben sie unser Denken beeinflusst und welche Auswege gibt es aus diesem historisch bedingten Dilemma?

Weitere Informationen, Formalia und Anforderungen entnehmen Sie bitte dem HISLSF.

Vertiefungsseminare

Masterseminare

Übungen

Dr. Michael Kuhlmann

Fr. 14:30-16:00 Uhr

Der legendäre NDR-Intendant Ernst Schnabel nannte es das „Kino zwischen den Ohren", andere haben immer wieder vom „sinnlichen Medium" gesprochen: Sie meinten das Radio - mit seiner Möglichkeit, die Phantasie des Hörers anzuregen, vor dem geistigen Auge eindrucksvollere Bilder entstehen zu lassen, als sie Fernsehen und Kino je erzeugen könnten.

Und so kann das Radio mit seinen unterschiedlichen Beitragsformen und Stilmitteln sehr gut historische Fragestellungen aufbereiten. Die Skala möglicher Macharten reicht vom konventionellen „gebauten Beitrag" über Experteninterview und Essay, Streitgespräch und Originalton-Collage bis hin zum anspruchsvollen Hörbild - dem „Feature", das seine Hörer im Idealfall mitnimmt auf eine Zeitreise in vergangene Epochen.

In dieser Übung soll eine zentrale Möglichkeit, Geschichtsthemen ins Radio zu bringen - der gebaute Beitrag nämlich -, praktisch umgesetzt werden; im Interesse eines Einblicks ins Berufsfeld Radio. Das fürs Herstellen von Geschichtsbeiträgen erforderliche Handwerkszeug lässt sich auf die Erstellung von Beiträgen anderen Inhalts übertragen.

Also: Wie finde und definiere ich mein Thema? Wie bereite ich es inhaltlich vor? Wie kann ich historische Originaltöne einsetzen? Welche Zeitzeugen kann ich (noch) befragen, welche Wissenschaftler - und wie befrage ich sie? Wie funktioniert die Ton- und Studiotechnik? Wie gestalte ich einen Beitrag, eine Moderation? Und nicht zuletzt - in Abgrenzung zur Akademikersprache: Wie schreibe ich fürs Hören?

Praktisch geht es in der Übung u.a. darum, selbst einen historischen Beitrag herzustellen. Dabei soll so weit wie möglich die "freie Wildbahn" des Berufes simuliert werden. Da sich zu Covid-19-Zeiten beim (realen) Radio gleichfalls viel Arbeit in die heimischen vier Wände verlagert hat, werden wir die Praxisnähe auch mit einem begrenzten Anteil an Präsenz-Sitzungen simulieren können.

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Philipp Molderings, M.A.

Do. 08:30-10:00 Uhr

Hegten progressive Museologen zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch die Hoffnung, dass zentrierte und homogene Identitätskonstrukte im Museum bald endgültig der Vergangenheit angehören würden und an ihre Stelle eine transkulturelle und transnationale Erinnerungskultur treten würde, die das Fließende kultureller Grenzen und Identitäten herausstellen würde, scheint der geschichtspolitische Entwicklungstrend der letzten Jahre in der Museumswelt in eine andere Richtung zu zeigen: Auf der einen Seite lässt sich die spukhafte Wiederkehr einer nationalpropagandistischen Geschichtspolitik in autoritär geführten Staaten wie Russland, der Türkei, Polen und Ungarn diagnostizieren, die auch vor den Museen nicht halt macht. Andererseits manifestiert sich in vielen westlichen Staaten mehr und mehr Kritik an nationalen Meistererzählungen im Museum und die Tendenz zur Aufteilung der Nationalgeschichte in Partikularnarrative und -museen, die der Darstellung und Affirmation spezifischer Gruppenidentitäten dienen sollen. Parallel zu diesen Entwicklungen ist hinsichtlich der gesellschaftlichen Rezeption in den letzten Jahren eine Zunahme von Kontroversen um Museumsprojekte und die institutionellen Strategien des Umgangs mit dem Erscheinen neuer geschichtspolitischer Akteure in der Öffentlichkeit festzustellen. Am Beispiel konkreter Fälle wie dem Humboldt Forum in Berlin, dem Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig und dem National Museum of African American History and Culture in Washington soll in dieser Übung untersucht werden, wie mit Museen Geschichtspolitik betrieben wird, auf welche Weise Museen selbst geschichtspolitisch agieren und welche politischen Player Einfluß auf die Ausrichtung dieser Institutionen nehmen.

Weitere Informationen, Formalia und Anforderungen entnehmen Sie bitte dem HISLSF.

Dr. Joelle Weiß

Tag und Uhrzeit werden noch bekanntgegeben

Sammeln war in der frühen Neuzeit eine weitverbreitete Tätigkeit in adeligen und bürgerlichen Gesellschaftsschichten. Münzen, Kunst, aber auch allerlei Raritäten und Kuriositäten wurden von denen, die es sich leisten konnten, zusammengetragen und teils mit großem Prunk zur Schau gestellt. Besonders beliebt und weit verbreitet waren das Sammeln von Büchern und der damit einhergehende Aufbau oft beeindruckender Privatbibliotheken, die das Hauptaugenmerk des Seminars sind. Wir wollen uns zunächst an einigen Beispielen ansehen, wie solche Sammlungen entstanden und sich entwickelten: Wie funktionierte der Erwerb von Büchern? Wie wurden die Sammlungen verwaltet und was passierte mit den Büchern nach dem Tod der Besitzer*innen? Die Spuren der Bücher lassen sich häufig bis heute in öffentlichen Bibliotheken nachverfolgen, sodass es in vielen Fällen möglich ist, Sammlungszusammenhänge zu rekonstruieren. Auf dieser Basis sollen deshalb in einem zweiten Schritt Inhalte und Funktionen der Privatbibliotheken beleuchtet werden: Gibt es Sammlungsschwerpunkte? Dienten die Sammlungen der Repräsentation und/oder dem Wissenserwerb? In einem dritten Teil sollen insbesondere sammelnde Frauen in den Fokus rücken. Sind sie eine Ausnahmeerscheinung? Wie nutzten sie ihre Bibliotheken? Lassen sich spezifisch „weibliche“ oder „männliche“ Sammlungspraktiken erkennen?

Durch die enge Verbindung zu den Aktivitäten des Forschungsverbundes Marbach Weimar Wolfenbüttel wird den Studierenden ein aktueller Einblick in den Bereich der Sammlungsforschung jenseits universitärer Strukturen ermöglicht.

Weitere Informationen, Formalia und Anforderungen entnehmen Sie bitte dem HISLSF.

Kolloquien

Univ.-Prof. Achim Landwehr

27.11.2021 und 15.01.2021
Fr. 10:00-16:00 Uhr

Verantwortlichkeit: