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Studium und Lehre

Lehrveranstaltungen

SS 2021

Vorlesungen

Mo. 14.30-16:00

Die ‚späte römische Republik‘ (also die Zeit von 133 bis 27 v. Chr.) stellt eines der traditionsreichsten Felder althistorischer Forschung dar. Mit ihren Bürgerkriegen, dem Zerfall der kollektiven Adelsherrschaft sowie dem Übergang zur Monarchie stand die Epoche seit jeher im Fokus der Aufmerksamkeit und wurde dabei ganz unterschiedlichen Deutungen unterzogen: So wurde sie mal als Zeit der ‚Revolution‘ beschrieben, mal als eine ‚Krise ohne Alternative‘ konzeptualisiert; der Übergang zur Monarchie wurde mal zur geschichtsphilosophischen Notwendigkeit verklärt, mal zum bloßen Unfall deklariert. In jüngerer Zeit gibt es darüber hinaus eine Tendenz zur Normalisierung der Epoche, zum einen durch die Betonung gravierender Spannungen auch schon vor dem Epochenjahr 133, zum anderen durch den Hinweis, dass der römische Staat selbst in der angeblichen Bürgerkriegsphase grundsätzlich florierte.

Die Vorlesung gibt einen (zugleich quellenbasierten wie auch forschungsorientierten) Überblick über die in vielerlei Hinsicht faszinierenden Jahre zwischen den gescheiterten Reformbemühungen des Tib. Sempronius Gracchus und dem Mord am Diktator C. Iulius Caesar. Der Fokus liegt dabei auf der innenpolitischen Entwicklung und beleuchtet die verschiedenen Herausforderungen des politischen Systems und er politischen Kultur Roms, die dazu führten, dass die lange so erfolgreiche römische Republik in gravierende Turbulenzen geriet.

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Do. 16:30-18:00

Technische Errungenschaften und metrologische Hilfsmittel bildeten die Voraussetzungen, dass die Römer auf unterschiedlichsten Feldern erfolgreich agieren konnten: In der Baukunst (Gewölbe, Hypokausten, Brücken, Aquädukte), im produzierenden Gewerbe (Töpferscheibe, Glaspfeife, Münzstempel), in der Landwirtschaft (Pflug), im Transportwesen (Reisewagen, Schirrung, Schiffbau), beim Militär (Geschütze/„Artillerie“), als auch beim Messen, Wiegen und Zeit-Einteilen (Längen- und Hohlmaße, Schnellwaagen und Gewichte, Uhren, Vermessungsinstrumente). Diese Errungenschaften wurden von ihnen entweder erfunden oder zumindest weiterentwickelt. Die technischen Relikte und das metrologische Instrumentarium sind durch die Beschreibungen antiker Autoren, als bildliche Darstellungen in der Wandmalerei und auf Steinreliefs sowie als Gegenstände nachgewiesen.

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Aufbauseminare

Mo. 16:30-18:00

Dieses Aufbauseminar widmet sich einer zentralen Phase der griechischen Geschichte von den Perserkriegen über die Pentekontaetie bis zum Ende des Peloponnesischen Krieges, die von elementaren Gestaltern des griechischen Denkens und Handelns geprägt wurde, wie etwa Miltiades, Themistokles, Leonidas, Perikles, Alkibiades, Aischylos, Sophokles, Euripides, Aristophanes, Pheidias und Sokrates. Dabei sollen die Strukturen der griechischen Welt in einer bereits dem Altertum als vorbildlich und klassisch erscheinenden Epoche aufgezeigt werden, wobei es sich nicht zuletzt mit zwei mustergültigen Werken der Geschichtsschreibung vertraut zu machen gilt: den Historien des pater historiae schlechthin, Herodot, und der Schilderung des Peloponnesischen Krieges durch Thukydides, die beide sowohl das Genre der Historiographie als auch unser Verständnis griechischer Geschichte wie kaum ein dritter Autor prägen. Dabei soll auch der Versuch unternommen werden, über die Athenozentrik der zentralen literarischen Quellen hinaus einen Blick auf die Vielfalt des übrigen Griechenland zu werfen.

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Di. 10:30-12:00

Mark Aurel, der letzte der sogenannten Adoptivkaiser, galt schon in der Antike als idealer Herrscher. Er bewährte sich als Feldherr und blieb der Nachwelt durch die von ihm verfassten Selbstbetrachtungen in Erinnerung. Die Ermordung seines Sohnes Commodus, dessen Herrschaft von einem angespannten Verhältnis des Kaisers zum Senat und diversen Verschwörungen geprägt war, beendete die Dynastie der Antoninen. Nach chaotischen Verhältnissen im Anschluss und einem verlustreichen Bürgerkrieg konnte sich Septimius Severus als neuer Kaiser durchsetzen. Das Aufbauseminar nimmt mit diesem spannungsgeladenen Zeitraum das Ende der „Hohen Kaiserzeit” in den Blick und stellt die maßgeblichen außen- und innenpolitischen Entwicklungen in den Mittelpunkt. Zentral ist hierbei die Auseinandersetzung mit den antiken Autoren, deren Schilderungen und Werturteile analysiert und kritisch hinterfragt werden müssen.

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Vertiefungsseminare

Mo. 12:30-14:00

Für vielerlei Superlative wurden die Athener schon in der Antike gerühmt, darunter auch ihre Festkultur: Doppelt so viele Feste wie die anderen Griechen sollen sie gefeiert haben, und tatsächlich waren mehr als 120 Tage im Kalender für religiöse Feiern reserviert. Aus welchen Anlässen aber beging man die zahllosen Feste in Athen und – etwas reduzierter – auch in anderen griechischen Poleis? Welche Bedeutung hatten sie für den Götterkult, für das öffentliche Leben, für die kollektive Identität und nicht zuletzt für Handel und Landwirtschaft? Wie liefen die Feste im Einzelnen ab? Gab es neben Opferritualen, Prozessionen und Wettkämpfen auch Schauspiele, Tänze und andere Lustbarkeiten? Kurzum: Wie feierten die alten Griechen?

Diese und viele weitere Fragen sollen im Seminar anhand von Fallbeispielen aus archaischer, klassischer und hellenistischer Zeit diskutiert werden. So mag nach einem Jahr, in dem wir pandemiebedingt auf Schützenfeste, den Karneval und das Oktoberfest verzichtet haben, zumindest in der historischen Betrachtung wieder ein wenig Feierlichkeit aufkeimen.

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Übungen

Do. 10:30-12:00

Das 4. Jahrhundert markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Römischen Reiches sowie der Geschichte Europas: Nicht nur der Aufstieg des Christentums seit Konstantin I. (306-337) bis zu seiner Etablierung unter Theodosius I. (379-395) zeichnet dieses Jahrhundert aus. Reformierte Herrschaftsformen, eine allmähliche Teilung in ein Ost- und Westreich, Usurpatoren und die Vorboten der sogenannten Völkerwanderung prägten den Beginn der Spätantike.

Ausgewählte Phänomene dieser spannungsreichen Zeit sollen anhand literarischer Quellen nachvollziehbar gemacht werden: Besonders die Historiographie aus und über dieses Jahrhundert erlaubt es, einzelne Aspekte von verschiedenen Standpunkten zu beleuchten und somit die ereignisgeschichtlichen Berichte kritisch zu hinterfragen.

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Di. 14:30-16:00

In der Silvesternacht des Jahres 406 n. Chr. überquerten große, als Vandalen und Alanen bezeichnete Kriegergruppen den Rhein und setzten einen Prozess in Gang, der wenige Jahrzehnte später zur Auflösung der römischen Herrschaft im gallisch-germanischen Raum führte. Das entstandene Machtvakuum wurde indes rasch von fränkischen Fürsten ausgefüllt, unter denen sich Childerich und sein Sohn Chlodwig eine Vorrangstellung sichern konnten: sie begründeten die Dynastie der Merowinger und das zügig heranwachsende Fränkische Reich.

Die mit mehreren Kurzexkursionen kombinierte Übung nimmt das Niederrheingebiet im Zeitraum von etwa 300 bis 800 n. Chr. in den Blick, also in der Periode des Übergangs von der spätrömischen Provinz Germania secunda hin zur frühmittelalterlichen Francia. Mehrere Exkursionsziele (u. a. Xanten, Krefeld, Haus Bürgel, Bonn) sollen die sozialen und politischen Umwälzungen zwischen Antike und Mittelalter anschaulich vor Augen führen.

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